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AW: Jungen Niedersachsenliga, Saison 2015/2016
Hallo Stephan,
ich muss dir da doch widersprechen und Florian voll und ganz zustimmen.
Der Weg an die Spitze der NSL ist weder bei den Jungen noch bei den Mädchen "einfach". Ich (als lanjähriger Betreuer einer Mädchen-Mannschaft) sehe das schon so, dass Vereine langfristig gute Jugendarbeit anbieten müssen, um hier Erfolge zu verzeichnen (und hinzu kommt das notwendige Glück zum richtigen Zeitpunkt die richtige Mannschaft am Start zu haben).
Über dem Interesse der Vereine steht zudem noch das Interesse der Jugendspieler. Man muss immer fragen, was für die Jugendlichen sinnvoll ist. Und da ist es doch eine Chance, nochmal 1-3 Jahre in einer hohen Jugendklasse Erfahrungen zu sammeln und in einem Verein zu trainieren, der gutes Jugendtraining anbietet.
Diese angeworbenen Jugendspieler kommen ja in der Regel aus Vereinen, in denen sie deutlich die stärksten Nachwuchsspieler sind. Evtl. ist das Training dort auch nicht besonders gut und sie werden nicht gemäß ihrem Ehrgeiz gefördert. Im Gegensatz zu einer (ich sag mal) Herren-Kreisliga-Mannschaft können diese Spieler dann noch einmal leistungsorientiert trainieren und in einer leistungsorientierten Klasse spielen und Fortschritte machen. Vielleicht würden sie ansonsten die Lust verlieren. Oft gibt es ja auch Absprachen mit dem alten Verein, dass der Spieler nach der Jugendzeit wieder zurückwechselt, dass man sich den Spieler also nur "ausleiht" (zumindest in den Fällen, in denen der ursprünfliche Verein gute Damen-/Herrenklassen hat). In diesem Fall bekommt der Verein einen deutlich "gereifteren" und hoffentlich hoch motivierten Spieler wieder zurück.
Hinzu kommt, dass die Jugendspieler sich ja auch nur einem neuen Verein anschließen, wenn dieser Verein ihnen etwas bietet. Und das geht i.d.R. deutlich über die gestellte Spielklasse hinaus.
Für den Verein bietet die NSL natürlich die Chance, dass er sich für gute Jugendarbeit belohnen kann - und das sehe ich ja gerade als sinnvoll an, weil das die einzige Chance ist für einen kleinen Verein, seine Jugendspieler auch längerfristig zu halten.
Nehmen wir mal als Beispiel unsere Seelzer Mädchen, die sich jetzt einen Landesliga-Platz erspielt haben, den der Verein sich anders nicht erspielen hätte können. Nur zwei der fünf Mädchen kommen aus dem eigenen NAchwuchs, aber die anderen Mädchen hatten in ihren alten Vereinen keine Perspektive mehr, weil es keine anderen Mädchen in ihrer Spielstärke gab. Es ist meiner Meinung auch für alle Beteiligten sinnvoll, diese Mädchen zusammenzuziehen und geimeinsam zu förden. Wohlgemerkt, es handelt sich hierbei ja nicht um Kader-Kinder, die durch den TTVN betreut werden könnten.
Man müsste schon viel Glück haben, um quasi gleichzeitig 4, besser 5 Mädchen in seinem eigenen Verein groß zu ziehen. Das wäre trotz enormer Anstrengung ein Lottogewinn. Und selbst wenn es klappen sollte, was macht man, wenn eine Spielerin wegbricht, aufhört, wechselt, umzieht? Bei Jungen, gerade im ländlichen Raum, dürfte die Problematik die gleiche sein. Da muss man irgendwie kooperieren.
Liebe Grüße,
LARS
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