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Alt 05.06.2016, 09:56
Kämpfer17 Kämpfer17 ist offline
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AW: 1 Schläger od. 2 Schläger; 1 Konzept od. 2 Konzepte; Vielseitigkeit vs Einseitigk

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Zitat von TechMat Beitrag anzeigen

Wenn du mit deinem Angriffsmaterial die gleiche Bewegung machst, wie mit deinem Abwehrmaterial, dann dürfte der Ball sonst wo hingehen, nur nicht auf die Platte.
Die Bewegung muss natürlich angepasst werden. Das kriegt man aber auch im Training heraus. Ich denke da vor allem an lange stark unterschnittene Schupfbälle in die weite Vorhand oder Rückhand a la Hou Yingchao. Da könnte man jetzt einwenden, okay, der Schlag ist in einem normalen Repertoire eines Angriffspielers vorhanden, das ist nichts, was spezifisch nur für Verteidiger gilt. Aber Verteidiger üben (Achtung Vorurteil) diesen Schlag im Training öfter, versuchen mehr Unterschnitt reinzugeben, achten mehr auf die Platzierung, gehen dann in Erwartung eines Angriffsballs einen oder mehr Schritte zurück.

Klar, wenn es darum geht, Tischtennisprofi zu werden, ist das alles kein Thema. Ich rede vom Amateursport, in dem auch nicht so bewusst gezielt trainiert wird. Vielleicht mal Beinarbeitstechnik und dann auch Übungen, in denen der lange Schupfball in die Vorhand oder Rückhand vorkommt, aber da liegt das Augenmerk dann auch auf dem Angriff danach und nicht unbedingt auf maximalen Unterschnitt und Platzierung des Schupfballs. Das heißt vor der Übung ist man im Gedanken immer dabei, okay leg den Ball weit raus und greife dann an, das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem guten Angriff, nicht auf eine Optimierung des vorhergehenden Schupfballs (Unterschnitt, Platzierung). Das trifft sich nicht auf alle Tischtennisspiler zu, aber ich denke auf die meisten im Amateursport.

Auch das Vor und Zurück auf der Platte trainieren Abwehrer besser, sie haben ein besseres Gefühl dafür. Ein Angreifer bleibt dann schon mal vorne stehen, um einen Ball zu blocken, der vielleicht ein Schritt oder zwei Schritte weiter hinten besser, effektiver beantwortet hätte werden können.

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Zitat von TechMat Beitrag anzeigen
Außerdem kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass man Schläge automatisieren kann, wenn man parallel mit einem schnellen und einem langsamen Material trainiert. Da geht es doch darum, dass man mehr oder weniger "ohne nachzudenken" die Schläge ausführt. Aber je nachdem welchen Schläger man in der Hand hat, müssen diese anders durchgeführt werden.

MMn ist es sinnvoller bei einem Material zu bleiben, aber hier dann sowohl Angriff als auch Abwehr zu trainieren, wenn man das denn will.
Das mit dem Automatiseiren geht schon. Man stellt sich auf unterschiedliches Material ein. Es sind dann ein paar Bewegungen mehr, die man einlernt, aber das ist auch gut so.

Wenn man bei einem Material bleibt, kann man zwar alles trainieren, aber man ist durch ein und dasselbe Material limitiert. Ich kann mit einem Joo Sae Hyuk holz besser auf der Rückhand verteidigen, als mit einem Angriffsholz. Beziehungsweise kann ich auf der Rückhand am Joo Holz dickere Schwammstärken beim Belag verwenden und damit mehr Unterschnitt selbst erzeugen.

Ich bin mir bewusst, dass wohl nur Exoten sich versuchen, auf 2 Setups einzustellen. Aber es macht schon mal Heidenspaß, beide Setups, was das richtige Material betrifft, zu optimieren. Man hat doppelten Spaß im Training, kann viel mehr machen, das erhöht die Freude und in weiterer Folge vielleicht entdecken, dass das eine oder andere besser zu einem passt, als wenn man sich von vornherein, vielleicht nach einem kurzen Ausprobieren auf nur ein Setup und nur eine Strategie, zB Angriff festlegt.

Vielleicht liegt das wahre Talent gerade in der Technik, die man nur selten bzw am Rande trainiert, da man sich mit einem Material, mit dem man nur gut Angriff spielen kann, festgelegt hat und dann auch das trainiert, was mit diesem Equipment am besten geht.

Geändert von Kämpfer17 (05.06.2016 um 09:59 Uhr)
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