Zitat von JoKo
@B05: Ich schließe aus deinen Statements, dass meine Ausführungen offenbar teilweise anders wahrgenommen werden, als es von mir beabsichtigt ist. In wichtigen Punkten stimmen wir ja auch überein. Zudem wohne ich im hintersten Winkel in der TT- Diaspora, was meine Sichtweise wesentlich beeinflusst. Ein Beispiel: Unser Kreis hat die Ausdehnung des Saarlandes. Darin gibt es eine Mäddchenmannschaft auf Bezirksebene und drei haben für die Kreisklasse gemeldet. Davon stellen wir allein zwei. Das Ergebnis wird sein, dass wir wieder gemischte Mannschaften ins Rennen schicken werden.
Was ich für erforderlich halte, steht im letzten Absatz: Augenmaß, Geduld, vor allem Orientierung an den Grundbedürfnissen der Kinder. Ich denke, da sind wir einer Meinung. Da sind allemal die Trainer an der Front gefordert, denn die sind in dem Schneeballsystem TT die Erfüllungsgehilfen von Funktionären und Eltern. Die egoistischen Vorgaben und Erwartungen des TT - Umfelds sorgen meiner Ansicht ebenso wie die eigenen beruflichen Zwänge dafür, dass sich immer weniger ehrenamtliche Trainer finden lassen, was an sich auch wieder positiv zu sehen wäre.
Ich habe bei deiner Antwort etwas die Übersicht verloren, möchte aber wenigstens 5 Dinge klarstellen:
-Kinder müssen sich unbedingt konzentieren. Dafür brauchen sie aber das technische Handwerk und Regelsicherheit. Um ein Minimum davon zu lernen, braucht es mindestens ein Jahr.
-Bei uns spielen Jugendliche auch Ersatz in den Seniorenmannschaften, allerdings keine A- oder B- Schüler.
-Bei dem fehlenden Abstand zum Torpfosten handelt es sich um Punktspiele in der Kreisklasse und nicht um Training.
-Zu der gemeinsamen Altersklasse: 15 jährige Mädchen haben kein Problem damit, gegen halbwegs gleichstarke C- Schüler zu verlieren. Wenn sie aber i jedem zweiten Punktspiel gegen hilflose Anfänger sowohl auf der Gegenseite als auch auf dem Schiedsrichterplatz spielen müssen, nervt das.
-Ich habe nichts gegen Leistungssport. Leistungen soll jeder erbringen, wie er dazu imstande ist. Wenn ein Kind von sich aus Interesse und Ausdauer zeigt und dementsprechend auf Lernimpulse reagiert, soll man es darin unterstützen, aber dabei die menschliche Entwicklung nicht durch ehrgeizige Kanalisierung behindern. Ich sehe es wie mit der Kirchenzugehörigkeit: Wer alt genug ist, soll selbst entscheiden und nicht per Kindstaufe einverleibt werden.
Das Problem dabei ist, dass dann Sekundärmotivationen nicht mehr so gut greifen. Was hingegen den Hochleistungssport betrifft, sehe ich keinen Grund mehr, ihn durch die Allgemeinheit noch zu fördern.
Natürlich habe ich überspitzt formuliert. Durch die Resonanz sehe ich mich darin bestätigt.
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