Aber um nochmal auf den Anfangsbeitrag zurückzukommen:
Es geht ja nicht darum, ob jemand mit "Anti-Amerikanischen" Äußerungen geächtet wird (wie beim Antisemitismus), sondern ob der Vorwurf dessen ein ähnliches "Totschlagargument" darstellt.
Ich denke das trifft zu.
Als erstes Schlagwort wird es in öffentlichen Diskussionen gerne ausgepackt und macht es dem Gesprächspartner erstmal schwer, weil er jetzt erst einmal überzeugend darlegen muss, dass dem nicht so ist, sondern seine Meinung differenziert ist.
D.h. eigentlich wird vom Thema abgelenkt, was natürlich mit einem pauschalen Vorwurf immer leicht und daher beliebt ist. Es scheint sogar so, als ginge es tatsächlich noch ums Thema, geht es aber gar nicht mehr.
Leider erschliesst sich dann nicht allen, wer von beiden eigentlich kommunikativ in der Defensive ist.
Ich denke, jeder von uns hat schonmal diese "Ausbrems-Argumente" zu spüren bekommen. Also ich bin kein Freund solcher Praktiken, da es eine Diskussion um das eigentliche Thema im Grunde verhindert; auch wenn es verlockend ist, wenn sich einem selbst ein solches "Argument" gerade anbietet
Gruß