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AW: Eklatante Spinempfindlichkeit / Aufschlagannahmeschwäche
Die Diskussion scheint bisschen entgleist zu sein, mir juckts aber grad ziemlich in den Fingern mal die andere Seite der Medaille darzustellen, der (wiedereinsteigende) Jugendspieler mit möglicherweise zu schnellem Material.
Ich habe, nachdem bei uns die Jugendmannschaft auseinandergebröselt ist, ein Weilchen Pause gemacht und das Trainingspensum auf 0 reduziert, nur um Oktober vergangenen Jahres wieder einzusteigen und wieder richtig heiß auf den Sport zu sein.
Vor der Pause habe ich, wie es in meiner Umgebung wohl den meisten Jugendlichen empfohlen wird, irgendein All+ bis Off- Vollholz mit durchschnittlichen Tensoren in durchschnittlicher Dicke, Vorhand natürlich eine Stufe stärker als Rückhand, gespielt.
Als ich am Wiedereinstieg arbeitete musste was neues ran, die Beläge waren tot und das Holz hatte auch schon einige Macken. Man muss dazu sagen, dass ich vor dem Kauf ziemlich viele verschiedene Hölzer ausprobiert habe und zu dem Entschluss gekommen bin, dass mir Carbonhölzer viel besser liegen als Vollhölzer, rein vom Feeling her. Ich kann dieses Vibrieren beim Schlagen überhaupt nicht haben.
Also kurzerhand in den Store, und auf Michael Maze OFF + T05 2,1 / T80 2,1 festgelegt. Also im Grunde ein Paradebeispiel das für Alles steht, was ein Jugendlicher/junger Erwachsener nicht anfassen sollte.
Retrospektiv muss ich sagen, dass die Kombi anfangs ne Katastrophe war. Erwartungsgemäß fehlte es überall an Sicherheit, Bälle gingen oft meterweit hinten raus und wirklich erfolgreich war das nicht. Ich blieb aber aus zwei Gründen dabei, erstens hat man als Schulabsolvent bzw. angehender Student nicht gerade n Geldscheißer, man redet sich also ein, dass das keineswegs ein Fehlkauf war. Zweitens reißten es die Bälle, die tatsächlich kamen und einschlugen wie Granaten, komplett raus. Das machte einfach zuviel Spaß um es wieder wegzugeben.
Fast forward 8 Monate: Holz ist geblieben, die Beläge sind mittlerweile Evo's MX-P - ebenfalls in maximaler Dicke (2,1~2,2). Grund hierfür ist die allseits bekannte Preispolitik von Butterfly.
Ich kann eigentlich nur froh darüber sein, damals keinen sofortigen Wechsel in Erwägung gezogen zu haben. Man muss im Hinterkopf behalten, dass dieser Zugewinn an Tempo und Spin im Vgl. zu zwei Vario's in 1.5 auf einem Appelgren Allplay selbstverständlich mit einem Verlust an Kontrolle kommt. Diesem Verlust kann allerdings gut entgegengewirkt werden, wenn man weiß wie effektives und problemorientiertes Training aussieht. Die Profis können das besser als alle anderen, ergo sind's Profis. Daher kommen denen die ALC und ZLC Bretter zugute. Ich habe mein eigenes Trainingspensum auf mindestens 3 bis max. 6 mal die Woche erhöht und beschäftige mich mit Kram wie eigener Videoanalyse o. Aufschlagtraining in jeder meiner Trainingseinheiten, was zu ersichtlichen Ergebnissen führt.
Die These, dass zu schnelles Material die Technik bei Jugendlichen "ruiniert" ist m.E. nach ebenfalls ein schwaches Argument. Ich kann zwar, wie auch an jedem anderen Punkt, nur von mir selbst berichten, allerdings empfinde ich das schnelle Material eher als fördernd statt behindernd. Ich weiß ganz genau, dass ich mir nicht erlauben kann, auf einem Fleck zu stehen und nur den Arm auszustrecken. Dafür ist das Material allerdings auch nicht konzipiert, ich erwarte also auch nicht davon, dass jeder Notschlag mit Bravur gelingt. Es mag sein, dass ich mit einem langsameren Vollholz oder dünneren Belägen mehr solcher Situationen retten könnte und meinem Spiel eine größere Grundsicherheit verschaffen würde. Aber ist es absolut notwendig?
Nein, nicht wenn man selbstkritisch genug ist um einzusehen, dass es mehr Arbeit erfordert, um irgendwas ansehnliches zusammenzubringen und dass man in 99% der Fälle selbst schuld ist, und nicht das Material (Der Punkt ist mir übrigens ein Rätsel - Leute kaufen sich Material der Profis und beschweren sich dann übers Material? wtf)
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