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AW: Ist Störspiel Tischtennis?
Aus Frust klatscht sich keiner ne Noppe oder einen Anti aufs Brett, aus Frust hören die Leute höchstens auf zu spielen. Wenn ich mich mit Leuten aus der Bezirksebene oder Kreisliga unterhalte und frage, warum denn bsp. auf der Rückhand nicht mit NI gespielt wird (da mMn. das Spiel so stärker wäre), wird mir häufig entgegengesetzt, dass das Material zusätzliche Sicherheit vermittelt und Technik, die in der Jugend nicht gut genug ausgearbeitet wurde, kompensiert werden kann.
In Retrospektive muss ich als jemand, der lange Zeit selbst Probleme mit Material hatte sagen, dass man den Sieg einfach nicht verdient hat wenn man Sprüche wie "Die Noppe spielt sich selbst" klopft. Sobald man einmal dahinter steigt, wie der Spielablauf auszusehen hat, ist das Spiel gegen Material als Angreifer so ziemlich das simpelste was es gibt, weil man ständig den aktiven Part übernimmt. Man macht sich eigentlich nur zum Deppen, wenn man das Ruder selbst in die Hand nimmt und das Schiff dennoch untergeht.
Zum Thema Ästhetik: In den angesprochenen Ligen sieht das beschissen aus. Da sieht aber grds. jeder Spielstil beschissen aus, wenn wir mal ehrlich sind.
Einem Ruwen Filus hingegen schaue ich schon gerne zu, oder auch einem Joo Sae Hyuk. Ich glaube, dass die Frage, wie das Spiel für den Zuschauer am Ende aussieht, das letzte Auswahlkriterium bei der Entscheidung für oder gegen einen (Material-)Belag ist.
In einem Nachbardorf in dem ich ab und zu am trainieren bin hat einer der Jugendlichen auf der Rückhand lange Noppen. Das war für mich ein Erlebnis, kannte das bis dato eigentlich gar nicht - Jugendspieler mit Noppen. Es war wohl ein gedanklicher Anstoß seitens Trainers, der nach einmaligem Ausprobieren beim Youngster recht gut angekommen ist. Der fand das Abstechen und Rumplatzieren von Bällen anscheinend so geil, dass er dabei geblieben ist.
Geändert von Tryzer (26.06.2016 um 06:19 Uhr)
Grund: Aussage über Joo Sae Hyuk's Material korrigiert
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