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AW: Tischtennis tötet sich selbst - Probleme im Tischtennis
Größtenteils interessanter Thread, der da ausgegraben wurde.
Mal eine Hypothese vorweg: TT ist ein Sport zum Spielen, nicht zum Gucken.
Unsere Sportart sollte nicht versuchen über Fernsehen und andere Übertragungen die Menschen zum TT begeistern, sondern diese direkt an den Tisch holen.
Großer Nachholbedarf besteht hier mMn dabei Erwachsene für den Hobbysport zu gewinnen. "Opas" und "Omas" zu finden, die sich etwas bewegen wollen, wären beim TT perfekt aufgehoben. Gerade für unsere Sportart sehe ich hier ein großes Potential, auch wenn es unseren Sport nicht "cooler" macht. Und vielleicht gewinnt man ja so auch noch den ein oder anderen Enkel/Enkelin für den Nachwuchs.
Eine weitere große Chance sind aktuell die Flüchtlinge (siehe Vorredner). Ich wüsste von keinem Verein in meiner Umgebung, der hier aktiv wirbt, könnte mir aber gut vorstellen, dass die Resonanz positiv wäre. Etwas Abwechslung und aktive Hilfe bei der Integration auf der einen und neue, oft dankbare, Hobby-Vereinsmitglieder auf der anderen Seite wären wohl eine win-win-Situation.
Für beides bräuchte man halt Personen, die sich darum kümmern, aber auch bei geringem Aufwand sollte hier doch ein guter "Ertrag" zu erzielen sein.
Schwieriger, aber auch langfristig wichtiger, ist die Gewinnung von Nachwuchsspielern. Hierzu ist ja auch eigentlich alles bereits geschrieben: Vereine mit Trainern, die Nachwuchsarbeit WOLLEN und KÖNNEN(!!) kommen klar, der Rest strauchelt. Gefühlt hat vor 10 Jahren noch gereicht, wenn jemand da war, der sich Mühe gegeben hat, um eine funktionierende Nachwuchsabteilung zu haben. Mittlerweile scheint dies aber anspruchsvoller zu sein (Kinder machen halt weniger Sport) und mehr und mehr Vereine scheitern hieran. Interessant wären halt Statistiken zu "Marktanteilen" um zu wissen, ob TT besonders schlimm betroffen ist oder ob es anderen Sportarten ähnlich schlecht/schlechter ergeht.
Lösungsmöglichkeiten sind wohl keine offensichtlich. Da bei passendem Personal Erfolg wahrscheinlich ist, es jedoch an diesem mangelt, sollte vielleicht hier angesetzt werden. Ausbildung von Trainern mit dem Schwerpunkt der Mitgliedergewinnung/-bindung und Umgang mit Kindern im Anfängerbereich. Außerdem scheint es mir zwingend notwendig, dass der DTTB (evtl. über Landes/Bezirksverbände) aktiver direkt auf Vereine zukommt! Sich Dinge für die Mitgliedergewinnung zu überlegen ist ja schön und gut, aber diese müssen wesentlich aktiver kommuniziert und an Vereine und somit auch potentielle Trainer herangetragen werden. Außerdem sind Jugendliche, sofern im Verein vorhanden, dem Trainerdasein gegenüber oft überraschend aufgeschlossen und aufgrund des geringeren Altersunterschiedes zu möglichen neuen Spielern auch ohne größere Erfahrung ein großer Gewinn.
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