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Alt 14.07.2016, 08:36
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AW: Deutsche TT-Jugend in der Krise?

Grandioser Beitrag von Bo5!!!

Ein positives Beispiel für die Kaderausbildung ist sicherlich Hennig. Ihn beobachte ich seit Jahren, weil er in meinem Heimatverein das Tischtennis gelernt hat.
Keine Tischtennis- Familie im Hintergrund. Hat in einem Dorfverein mit normalem Schülertraining angefangen und ist dann bald in den Bezirks- / Landeskader gekommen. Von da an stetiger Aufstieg. Es ist wohl auch so, dass er schon mehrfach angesprochen wurde, ob er nicht ins Internat wechseln will. Das wollte er bislang nicht und schien noch vor einiger Zeit auch nicht die Absicht zu haben, mit Tischtennis irgendwann Geld verdienen zu wollen. Also nur Lehrgänge beim DTTZ, sonst recht intensives Training bei seinem Verein, der ja gleichzeitig auch Landesstützpunkt ist.
Hennig wechselt jetzt in die Jugend und hat zuletzt einen riesigen Leistungssprung gemacht. Seine Physis ist super und er ist schon immer sehr nervenstark gewesen. Gute Voraussetzungen eigentlich, um was zu reissen. Im Schülerbereich hat er jetzt im letzten Jahr den Anschluss an die internationale Elite geschafft, wenngleich eine Handvoll Spieler für ihn nicht schlagbar sind. Da er aber diese elterliche Frühförderung nicht hatte, ist es auch ganz logisch, dass seine Entwicklung erst jetzt so richtig Fahrt aufnimmt. Sollte er sich doch voll auf das Tischtennis konzentrieren, kann er noch viel erreichen. Für mich hinter Stumper und Xu das aktuell hoffnungsvollste Talent, weil noch viel Entwickungspotenzial da ist. Aber eventuell eben auch ein klassisches Beispiel irgendwann für Argument 5, Punkt C von Bo5.

Die Franzosen hauen Talente im Überfluss raus, viele davon verschwinden wieder in der internationalen Bedeutungslosigkeit, wenn sie den Sprung zu den Herren machen sollen und daran scheitern, oder es schlichtweg nicht wollen. Es bedarf einfach auch eines bestimmten Charakters, um ein guter Tischtennisprofi zu werden. Solche Leute sind schwierig zu finden und es ist wohl eher ein Glücksspiel und hat nur zum Teil was mit der installierten Förderung zu tun.

Der DTTB muss sich auch hinterfragen, ob das Training den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst ist, oder ob man da noch mehr tun kann. Und inwieweit man das auf die Landeskader herunterbrechen kann. Und in letzter Konsequenz auch auf die Bezirkskader. Im Fußball ist das ein riesiges Thema. Dort fließt aber natürlich auch viel mehr Geld.
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