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Alt 11.05.2004, 15:07
noreflex noreflex ist offline
speedschnecke
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AW: Anti-Amerikanismus

Danke, Volkmar!

Du sprichst mir aus dem Herzen, wenngleich ich gestehen muss: Du bringst es präziser auf den Punkt.



Insbesondere der Hinweis auf den fundamentalen Christen Bush, der m.E. sowohl eine Beleidigung des Christentums als auch der Amerikaner verkörpert. Seine Arroganz und sein Machtstreben stehen dem amerikanischen Volk gar nicht gut zu Gesichte!

Und die Hoffnung, dass es ein Unterschied sei, wer die gefährlichsten Waffen der Welt in den Händen hält, Bin Laden, Hussein oder Bush, sinkt bei mir immer mehr.

Früher begrüßte ich, dass mit den USA wenigstens eine sattelfeste Weltmacht Macht-Vakuen in verschiedenen Krisen-Regionen auszufüllen im Stande war. Nachdem nun aber das Pendant Russland immer offener seine Unfähigkeit (wirtschaftlich und militärisch) beweist, gerät das System (Kräfte-Gleichgewicht) m.E. in eine gefährliche Schieflage!

Aus der Duldungshaltung und tw. Unterstützung des Weltgendarmen USA, die in manchem Konflikt u.U. seine Richtigkeit hatte (1. Irak-Krieg), wird seitens der Bush-Regierung ein kaum noch widersprochenes Macht-Konstrukt abgeleitet:

1) Die USA ist Weltmacht Nr. 1.
2) Neben uns ist kein Platz für eine Nr. 1b oder eine starke 2!
3) Es bedarf keines starken Europas, um den Frieden zu schützen!
4) Das können wir (USA) ganz alleine!

Weder das militärisch abhängige und unmoderner ausgerüstete Europa noch sonst wer (Japan) wagt, hier zu zucken.

Wo führt das hin?

Man kann an dieser Stelle nur beten, dass die Amerikaner ihrerseits vor solch historischen Erscheinungen wie Hitler verschont bleiben. Denn deren zerstörerischen Wahn erkennen die Generationen i.d.R. erst nach dem Fiasko, also wenn der Krieg in die Hose gegangen ist.

Historisches Novum: Noch nie in der Geschichte gab es eine derartige Ansammlung von Macht und Waffenpotential in einer Nation! Während ein deutliches Mehr an Bogen und Pfeilen für das Überleben von Völkern eher unbedeutend war, ist das Mehr an Massenvernichtungswaffen und die Oligarchie der aktuellen Besitzländer eine nicht zu unterschätzende Bedrohung der Weltbevölkerung.

Dass die USA (repräs. dr. Bush) dem Glauben unterliegt, dass sie als Besatzer von den Irakis und den arabischen Nachbarn begrüßt oder gar geduldet werden, ist nicht anzunehmen! Wenn doch: dann um so schlimmer! Wie dumm müssen die sein, um einen Frieden durch Bomben mit der amerika-hassenden arabischen Welt für möglich zu halten?

Wenn die USA also von vorn herein hätte wissen müssen, dass aus kulturellen und historischen Gründen eine Friedensmacht USA mitten im nahen Osten Unfug ist, warum sind sie denn dann noch da?

Weil sie glauben, die Araber noch von ihrem Freidenswunsch überzeugen zu können?

Oder weil Texas' Öl Bush's Wahlkampf bezahlte und nun zurückgezahlt wird? Diese Praxis ist in Amerika höchst öffentlich: Die Unternehmen bezahlen den Wahlkampf und erwarten im ANschluß Aufträge und entsprechende Gesetze. Die Zahlungen an die Minister und Abgeordneten werden dort offen behandelt.

Ich hoffe, dass Europa nicht nur die gefahren aus dem islam. Fundamentalismus und dem Terrorismus wahrnimmt, sondern auch der Regierung der USA beizeiten zeigt, dass wir gemeinsam für den Frieden agieren müssen. Militärisch werden wir diesbezüglich von dem weit überlegenen Bush gar nicht mehr ernst genommen. Wirtschaftlich gäbe es schon noch genügend Power, um den Weltpolizisten, der zu weit aufs Eis rausgeritten ist, aufs sichere Festland zurückzupfeifen! Tun wir das im Denken und Handeln nicht bald, werden wir oder unsere Nachfahren jammern: " Die Supermacht, die wir uns schufen, werden wir nun nicht mehr los!"

frei nach Goethe...

noreflex
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Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht früh zu machen.

Winston Churchill

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