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Zitat von Spinmichel
wahrscheinlich ist helmut hampl schon der beste mann auf dieser position. dttz-cheftrainer und u23-nationaltrainer, wohl eine idealbesetzung.
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Der Helmut ist ein Guter!
Er ist ungefähr zwei Jahre älter als ich. Ich habe Helmut als etwa 20-jährigen Juniorenspieler Anfang der 70er Jahre bei einer Südwestdeutschen Rangliste in Gelnhausen oder Dietzenbach kennen gelernt und vielleicht fünf Jahre später wieder bei einer Südwestdeutschen Rangliste in Obertshausen getroffen. Damals war er schon Bundesligaspieler. So viel Kontakt hatten wir nicht, bei den Ranglisten konnte man sich unterhalten, aber bei Bundesligaspielen als Spieler oder später als Trainer in Gönnern und Hanau natürlich weniger.
Als Spieler war er kein Riese, er war auch bei den Südwestdeutschen Ranglisten nie ganz vorne dabei, aber zu den besten zwölf Spielern gehörte er doch immer. Wer 1. Bundesliga gespielt hat, kann auch kein Schlechter sein, auch zur damaligen Zeit nicht. Wobei die 1. Bundesliga damals freilich nicht mit der heutigen TTBL mit 3-er Mannschaften vergleichbar war.
Damals spielte man in der 1. Bundesliga mit 6-er Mannschaften und es war nur ein Ausländer erlaubt, so dass immer mindestens fünf Deutsche spielen mussten bzw. konnten. Damit hatte man in dieser Zeit sechzig Spieler in der 1. Bundesliga, die fast alle deutsch waren. Ausländer waren eine absolute Ausnahme, das wurde erst später möglich und populär.
Als Bundesligaspieler der damaligen Zeit fallen mir viele Spieler ein, natürlich allen voran Klaus Schmittinger. Auch Eberhard Schöler spielte zu dieser Zeit noch. Wilfried Lieck, Istvan Korpa, Peter Stellwag, Jochen Leiß, Heiner Lammers, Manfred Baum, Heinz Schlüter, Richard Fritz, Peter Engel, Martin Ness, Erich Arndt.
Aber es gab noch so viele mehr. Jürgen Heckwolf, Frank Klitzsch, Jürgen Lieder, Hans-Jürgen Hackenberg, Thomas Geyer, Joachim Geis, Claus Scholz, Wolfgang Hardt, Hans-Joachim Nolten, Ralf Wosik, Erwin Becker, Heinz Sommer, Georg Nicklas, Rolf Sponheimer, Johannes Pfeufer, Ernst Schädler, Michael Martin, Günter Köcher, Karl Nöller, Jürgen Schindler, Michael Gräf, Joachim Geis.
Ich würde wahrscheinlich noch einige Namen zusammen bekommen. Manfred Nieswand, Wilfried Micke, Jörg Budzisz, Conny Freundorfer, Karl-Heinz Russy.
Es gab sicherlich in diesen Jahren über hundert deutsche Spieler, die zu Einsätzen in der 1. Bundesliga gekommen sind. Man muss schon ehrlich sagen, dass viele von diesen Spieler nur heutiges Oberliga oder maximal Regionalliga Niveau hatten.
Helmut Hampl war ein solider Bundesligaspieler. Er hat meines Wissens nie im vorderen Paarkreuz gespielt, sondern Mitte und unten. Vielleicht beim TTC Mörfelden, aber ich denke auch dort nicht. Bei der FTG Frankfurt auf keinen Fall und was kaum jemand weiß, Helmut hat nicht nicht nur in Frankfurt und Mörfelden 1. Bundesliga gespielt, sondern in seinem ersten Jahr auch bei der TGS Rödelheim, die nach dieser Saison als TT-Abteilung in der FTG Frankfurt integriert wurde.
Bilanzen waren bei Helmut relativ konstant, ich denke Mitte hat er im Schnitt die Hälfte seiner Spiele gewonnen und im unteren Paarkreuz zwei Drittel.
Was aber Helmut sicher war, ein guter Doppelspieler! Mit seinem Stammpartner Jürgen Heckwolf wurde er zu der Zeit als beide bei der TGS Rödelheim waren Südwestdeutscher Juniorenmeister. Das muss zu der Zeit gewesen sein, als ich Helmut kennen lernte, vielleicht 1972 oder auch erst 1973. Bei diesem Turnier bestand das Doppelsiegerpodest fast nur aus Spielern der TGS Rödelheim. Erwin Becker und Michael Gräf müssten da auch vertreten gewesen sein.
Aber nicht nur im Juniorenbereich war Helmut Hampl im Doppel vorne dabei, auch bei Südwestdeutschen Meisterschaften der Herren reichte es in den 70er Jahren für das Siegerpodest und einmal auch für ganz oben. Mitte der 70er Jahre wurde er südwestdeutscher Doppelmeister, natürlich wieder mit seinem langjährigen Doppelpartner Jürgen Heckwolf. Ich glaube die beiden haben immer miteinander gespielt. Sind dann auch im selben Jahr oder ein Jahr später bei den Deutschen Meisterschaften ins Viertelfinale eingezogen und haben diesen Erfolg ein bis zwei Jahre später nochmal wiederholt. Das kann dann aber auch schon Ende der 70er Jahre gewesen sein.
Ab 1980 wurde Helmut Hampl dann Verbandstrainer in Hessen. Ich glaube er ist direkt aus der 1. Bundesliga vom TTC Mörfelden beim HTTV eingestiegen und hat dann mit dem jungen Jörg Roßkopf gearbeitet.
Alles was danach kam, die Entdeckung von Timo Boll, der rasante Aufstieg und das Modell Gönnern bzw. Höchst im Odenwald hat dann auch die jüngere Generation mitbekommen.
Helmut Hampl war von 1996/97 bis 2008/09 Trainer des TTV Gönnern und dann von 2009/10 bis 2011/12 Trainer der TG Hanau. 16 Jahre Bundesligatrainer, damit dürfte Helmut Hampl Rekordtrainer in der Bundesliga sein. Oder gibt es einen Trainer, der länger als 16 Jahre in der Bundesliga tätig war? Wahrscheinlich gibt es fast keinen anderen, der überhaupt ein Jahrzehnt in der Bundesliga tätig war, geschweige denn 1 1/2 Jahrzehnte.
Mit diesem umfangreichen Erfahrungsschatz ist Helmut Hampl ganz sicher der beste Trainer den man sich im DTTZ vorstellen kann! Helmut wird glaube ich dieses Jahr noch 64 Jahre alt und drei Jahre hängt er mindestens noch als Trainer hinten ran. Mindestens.