Zitat:
Zitat von DDoctor
Kein Kind wird geboren und entscheidet: "Och, ich bin mal ein arrogantes Arschloch."
Jeder, der meint, gegen die "Jugend von Heute" reden zu müssen, darf sich selber hinterfragen, was er falsch gemacht hat, dass es dazu kommen konnte.
Jede Generation derselbe Stuss. Lieber Gott, motte mich ein, wenn ich je auf die "Jugend von Heute" schimpfe.
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Genau. Wenn ein jugendlicher Spieler von mir gegenüber seinen Gegner ausfällig wird oder das Training beendet, weil es ihm nicht passt, gegen Noppen zu spielen, habe ich zumindest auch eine Mitschuld daran.
Natürlich sind manche Kinder aufgekratzter, aufmüpfiger oder frecher als andere, ihr Verhalten im Training kann man aber schon maßgeblich beeinflussen, wenn man von Anfang an darauf achtet. Und hier kommt eine meiner Meinung nach entscheidende Sache ins Spiel, die auch schon jemand angesprochen hat: Will ich leistungsorientiertes Training geben oder will ich eine Jugend-Freizeitgruppe führen? Im ersten Fall muss man von Anfang auf viel Disziplin achten und dazu gehört auch, dass nicht jeder in die Leistungsgruppe kommt. Wer nicht den Willen zu trainieren zeigt, kommt eben in die Freizeitgruppe und kann da rumdaddeln. Wer aber von Anfang an bereit ist, gut zu trainieren, der weigert sich später auch nicht, gegen Noppenspieler zu trainieren. Denn wenn ich die Kinder von Anfang an darauf pole, v.a. auf sich zu achten und an sich zu arbeiten, um sich zu verbessern, spielen sie vielleicht am Anfang auch nicht gerne gegen Noppen, sehen das aber trotzdem als eine Herausforderung an, die es zu meistern gilt. Ist wie der Dauerlauf.

Und die Spieler der Freizeitgruppe kommen eh nicht in die Verlegenheit gegen Noppis zu spielen, weil sie nur rumdaddeln. Hier kann man natürlich auch als Trainer etwas lockerer sein, was Trainingsdisziplin angeht - was nicht heißt, dass der Umgang der Kinder untereinander anders sein sollte als in der Leistungsgruppe.
Wichtig ist natürlich auch die Vorbildfunktion. Wenn der Trainer im eigenen Punktspiel meckert, dass sein Gegner eigentlich nichts kann außer seine Noppe hinzuhalten, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Schützlinge es ihm nachmachen.
Ich glaube schon, dass man als Trainer da noch großen Einfluss hat, den man aber von der ersten Trainingseinheit an, wenn die Kinder das erste Mal in die Halle kommen, ausüben muss. Das heißt zwar auch, dass einige vielleicht wieder abspringen, aber es bleiben trotzdem genug und zwar genau die, die auch etwas lernen wollen. Disziplin heißt dabei natürlich nicht Rohrstock (was ist bei diesen Usern eigentlich schief gelaufen?) - solche Argumente überspielen ja nur die eigene Unfähigkeit als Trainer. Aber lockere Trainer, die eher die besten Kumpels der Jugendlichen sind, erreichen oft nicht so viel, weil sie letztendlich doch weniger Autorität haben. Strenge im Training schließt ja Nettigkeit nicht aus. Wenn ich fair und nett bin, aber gleichzeitig sehr fordernd, erreiche ich meiner Erfahrung nach das meiste.