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Alt 02.08.2016, 20:50
AlexM AlexM ist offline
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AW: Tischtennis tötet sich selbst - Probleme im Tischtennis

Tischtennis war und ist weiterhin eine Randgruppensportart - damit sollten wir uns endlich abfinden, anstatt in schöner Regelmäßigkeit uns Regeln aufzuerlegen, die den Sport telegener machen sollen, aber keinen Erfolg (Zuschauerzahlen) haben.

Was bisher gelaufen ist, war noch ok aber langsam reicht es wirklich. Alle Maßnahmen, die weniger Spin erzeugen sollten, haben nur temporäre Ziele erreicht. Einem nicht TT spielenden Zuschauer die Spinvarianz beizubringen, ist einfach unmöglich. Selbst Spieler in den niedrigen Klassen schaffen es nicht, die Spinoptionen auch nur annähernd zu erahnen, es sei denn, er kann mal gegen deutlich stärkere Gegner spielen. Es soll sogar Vereine geben, die Buli-Spieler einladen und die Wette eingehen, dass kein einziger Vereinsspieler (bis ca. VL ) auch nur eine einzige Angabe eines Buli-Spiielers von 10 bekommt (selbst wenn er Anti oder Noppe spielen sollte).

Wenn dem bereits so ist, sind alle Bemühungen, TT-Sportfremde zu begeistern, völlig zwecklos - also Bullshit. Die Funktionäre, die meist auf Sponsorensuche gehen, scheinen ebenfalls nicht bemerkt zu haben, dass längere Ballwechsel auch nicht helfen.

Wir leben leider in einer Zeit, in der alles möglichst einfach sein soll - deshalb haben Trivialsportarten wie z.B. Fußball oder die Formel 1 Hochkonkunktur. Beides übrigens Sportarten, wo man sich zwischendurch ein Bier aus dem Kühlschrank holen kann, ohne etwas zu verpassen - und wenn, dann werden die entscheidenden 5 Sekunden eh gefühlte 10 mal wiederholt. 22 Leutchen und ein Ball auf einem großen Spielfeld oder ein paar schnelle Autos, von ca. 60 kg schweren Lilliputanern bewegt, lassen sich eben auch von jedem Hauptschüler verfolgen. Von den adipösen Dartspielern mit dem Superhändchen will erst garnicht reden .

Das Ganze ist eben eine Frage der Lebenseinstellung. Menschen, die heute auf Details achten, zählen bereits zu den Freaks oder zu den Experten. Die bequemliche wohlstandsorientierte Oberflächlichkeit hat sich bereits seit Jahren etabliert. Anstrengung ist nicht angesagt, erst recht nicht beim medialen Konsum nach Feierabend.

Ich persönlich bin nicht bereit, den TT-Sport solchen Hohlköpfen (z.B. zu Gunsten von Pingpong etc.) zu opfern. Fußball gehört der einfach denkenden Bevölkerung, Tischtennis eben den Detaillisten, jedem das Seine. Dem Tischtennissport muss es 'nur gelingen', vermehrt den jungen Nachwuchs von diesem - sicherlich nicht einfachen - tollen Sport zu überzeugen.

Die Anzahl der Zuschauer sind kein Qulitätskriterium. Die mediale Vielfalt erlaubt es auch Randgruppensportarten, sich auf youtube & co zu präsentieren, ohne im TV-Einerlei unterzugehen. Den Handballern, Volleyballern und Hockeyspielern geht es nicht anders und in deren Bällen dürfte eher wenig Spin drinne sein. Gerade die letzt genannten Sportarten zeigen ganz eindeutig, dass es nicht alleine am Spin und dessen Nachvollziehbarkeit liegen kann.

Pingpong als Wachstumsprodukt - wie in der FAZ berichtet - halte ich doch für sehr fragwürdig. Die medialen Uhren haben ganz eigene Gesetze, wie der TV-Erfolg von Ninja Warrior zeigt. Von Nachhaltigkeit oder Konstanz kann keine Rede sein.
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Geändert von AlexM (02.08.2016 um 22:39 Uhr)
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