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Alt 03.08.2016, 21:15
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AW: Tischtennis tötet sich selbst - Probleme im Tischtennis

Zitat:
Zitat von Rudi Endres Beitrag anzeigen
Fast jeder ist mit Tischtennis vertraut. Fast jeder hat schon mal selbst Ping-Pong gespielt. Trotzdem gibt es kaum echte Quereinsteiger in den organisierten Sport. Die wenigen, die sich anmelden, geben in der Regel nach kurzer Zeit ernüchtert auf. Sie können nicht mithalten und keiner kümmert sich um sie. Denn die Vereine wollen relativ gute Spieler. Sie sind auf ihrem jeweiligen Niveau erfolgsorientiert. "Hobbys" passen da nicht rein. Angesichts knapper Hallenzeiten und hoher Hallenmieten sind die Möglichkeiten ohnehin begrenzt.
Freizeitspieler oder Laien rufen unter YouTube eher selten ein Tischtennisvideo auf. Das Internet erreicht in erster Linie die Insider des organisierten Sports.
Eine vor einigen Wochen im DLF vorgestellte Studie bestätigte dies. Nach wie vor ist das Fernsehen der entscheidende Faktor. Und ich gebe dir recht, TT taugt nicht für das Fernsehen.
Ich denke wir sollten andere Blickwinkel sehen. Ich glaube nicht mehr an das TV als entscheidender Faktor, es spielt kaum noch eine Rolle.

Ich habe das schon mal benannt, auch am Beispiel Tennis. Die Sportart verliert Mitglieder in überdurchschnittlichem Maße, grade im Jugendbereich. Kann jeder nachgoogeln - trotz deutlicher TV Präsenz.

Ich denke TT hat keinen Grund sich zu verstecken. Man sucht nach Gründen für einen Schwund den es genau betrachtet gar nicht gibt. Gibt es viel weniger dt Kinder, gibt es in jeder Sportart prozentual Einbrüche.

Wir können uns drehen und wenden wie wir wollen - es gibt Großstädte mit 30% Migration, 1 Mio Flüchtlinge nur in 2015, ca 750.000 Familiennachzüge hierzu. Etc etc Im Tischtennis gibt es keine ethnischen Gruppen als eigenständig organisierte Vereine. Im Tennis auch nicht, im Handball nicht, im Golf nicht etc Da kann auf Eurosport den ganzen Tag Golf od Tennis laufen - es ist egal. Kann man sich einen türkischen Golfclub bzw einen türkischen Tennisverein, einen türkischen Handballverein etc alleine organisiert im jeweiligen Dachverband vorstellen ? Es klingt abwegig, aber das ist im Fußball normal. Es gibt ethnische Clubs die ihre ethnische Gruppe mobilisieren, ansprechen etc

So wird es in einigen Jahren sicherlich genauso selbstverständlich syrische Fußballvereine quasi überall geben. Sie organisieren sich intern unter sich - da können sie im TV zeigen was sie wollen.

Die Frage ist welche der anderen Sportarten versucht wie ein Stück von dem Kuchen abzubekommen. Der Präsident des DHB hat dies erkannt und versucht diese Zielgruppe anzusprechen.

Man könnte Tische in diesen Stadtteilen, vor Flüchtlingsunterkünften, auf nahezu jedem Schulhof etc aufstellen. Dort Präsenz zeigen etc. Man muss diese Menschen mit abholen, sie sind nu hier und bleiben hier.

Daher sollte die Diskussion aus ganz anderen Blickwinkeln geführt werden. Prozentual "verlieren" wir nicht mehr als jede andere Sportart in der sich ethnische Gruppen quasi parallel organisieren auch. Immer weniger Grundschulen = prozentual immer weniger Kinder.

Vielleicht sollte man im Rahmen der Minimeisterschaften verstärkt auf diese Zielgruppen zugehen und Kinder anlocken. Wieviele zigtausende Kinder sitzen da jetzt in den Unterkünften - und haben nichts wohin sie gehen könnten. Weil sie niemand anspricht.

Quintessenz: Tischtennis muss sich hier nicht verstecken, aber man muss die Realität im Land wahrnehmen und nutzen wie sie nunmal ist.
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