Also, eines vorweg: mir ist es prinzipiell egal, ob frischgeklebt wird oder nicht und ob mein Gegner frischklebt oder nicht. Ich selbst tue es nicht.
Aber:
@Simon, Normi
Wenn die Gesundheit der Spieler betorffen ist, sollte man einschreiten!
Wir haben einen Spieler, der allergisch auf Lösungsmittel reagiert hat. Im konkreten Fall war es kein Frischkleber, sondern Tischreiniger, der mit einem Alkohol als Lösungsmittel versehen war. Nach einer gründlichen Reinigung aller Tische mit diesem Reiniger in der Halle hatten wir abends an diesem Ort ein Spiel. Und wenige Tage später fielen unserem Spieler die Haare büschelweise aus. Bei ihm wurde dann eine Vergiftung mit diesem Lösungsmittel festgestellt, dass wir ahnungslos zum Tischreinigen verwendet hatten! Jetzt haben wir ein anderes Reinigungsmittel...
Wenn ihr selbst davon betroffen gewesen wäret, würdet ihr wohl nicht so über die (aus gesundheitlichen Gründen) Gegner des Frischklebens herziehen! Es hat halt nicht jeder gerne eine Glatze!
Stellt euch vor, ihr könnt euch nicht gegen das Lösungsmittel wehren, da ir ja nicht wisst, ob in der Halle geklebt wird - und drei Tage später gehen euch die Haare aus.
Wenn ich berufluch mit Lösungsmitteln im Labor arbeiten muss, dann tue ich das unter einem Abzug...
Ihr wollt ja bestimmt auch nicht, dass in der Sporthalle geraucht werden darf, oder? Da würdet ihr sofort auf die Barrikaden gehen.
Solange mein Verhalten niemanden (oder höchstens mir selbst) schadet, ist nichts dagegen einzuwenden.
@alle
Wenn das Frischkleben einmal verboten werden sollte, dann ist das auch relativ einfach zu überprüfen: es gibt dann ja keine Frischkleber mehr auf dem Markt. Und nur die wenigsten werden zuhause als Chemiker arbeiten wollen...
Die schönere Variante wäre es, "gesunde" KLeber zu entwickeln. Da habe ich aber so meine Zweifel dran.
Es ist doch paradox:
1. In jeder Halle und Umkleide ist das Frischkleben verboten.
2. Meistens gibt es keinen Kleberaum
3. Wenn doch, darf man nur mit lösungsmittelfreien Klebern arbeiten
Wer hält sich daran? Und wer kann überprüfen, ob ein Kleber lösungsmittelfrei ist?
Der Schiedsrichter schaut sich vor dem Spiel den Schläger an: ist der Belag zugelassen, das Holz zugelassen, sind keine Noppen abgebrochen, ist da ein großes Loch usw. Aber wie soll er den zugelassenen Kleber vom nicht-zugelassenen unterscheiden? Testkit auspacken, chemische Analyse, 15min warten, Ergebnis: Disqualifikation!
Auch sonst ist alles kontrollierbar und fast alle sind sich einig: mehr Transparenz! Aufschlag entschärft, die Netzhöhe wird gemessen, die Lichtstärke überprüft, sogar die Bandenbeschriftung in nur einer Farbe ist vorgeschrieben (aber der ITTF hält sich nicht daran, z.B. EM in Bremen), Durchmesser der Bälle usw.
Alle Regeln sind nachvollziehbar - nicht so beim Frischkleben!
Also müssen die Regeln so geändert werden, dass sie nachvollziehbar sind. Wenn die einzige Lösung (nicht Lösungsmittel

)heißt: Frischkleben muss verboten werden!, dann bitte schön. Ich kann damit leben.
Langsamer wird das Tischtennis damit nicht, aber die ehemaligen Frischkleber sparen sich viel Zeit, die sie für andere Dinge (Jugendliche betreuen, Mannschaftskameraden anfeuern etc.) aufbringen könnten.

Das wäre doch schon ein Grund für ein Frischklebeverbot.
Wenn ich das mal schnell ausrechne: vor jedem Spiel und Training Frischkleen à 10 min macht bei einem Spiel und 2 mal Training 30 min pro Woche! Wenn da sagen wir 5 Spieler betroffen wren, hätten wir für 2,5 h mehr Helfer, die sich um die Jugendarbeit kümmern würden.
Die Nachwuchssorgen des DTTB wären vom Tisch!
Also, die einzig wahre Reform lautet wohl: Frischkleben verbieten!

(Da wollt eich am Anfang gar nicht hin, aber was einem manchmal beim Schreiben so für Ideen kommen, ist schon verwunderlich!

)
Viele Grüße an alle - egal ob Frischkleber oder nicht!