Zitat:
Zitat von Jaskula
Das halte ich für ein Problem. Der Spitzensteuersatz ist schon zu zahlen bei Einkommen, die man im Ergebnis sicher nicht zur Spitze rechnen kann. Derjenige, der dann das vierfache verdient lacht sich kaputt weil er das Gleiche zahlt.
Ich finde, dass ein Stufentarif besser ist als Progression und dass die unteren wie die mittleren Einkommen weniger, die hohen Einkommen hingegen stärker belastet werden müssten. Zumindest solange die Einkommen so gespreizt sind. Die gegenwärtige Regelung sprengt unsere Gesellschaft in nicht allzu ferner Zukunft. Wenn Geld und Gier das Hirn nicht komplett verstopfen würden, würden das auch diejenigen erkennen, die eigentlich am meisten Interesse daran haben müssten, dass sich möglichst wenig ändert. Genau die drehen das Rad aber immer schneller - wie dumm ... 
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Na ja, vom Ansatz/Grundsatz her stimme ich dir ja durchaus zu, nur die Realität des Durchschnittsteuersatzes - also das was tatsächlich zu zahlen ist, kommt doch dem was du forderst schon recht nahe.
Also z.B. für 50 Kiloeuro ca 25%, für 60 Kiloeuro ca 28% usw...
Ich sehe eher das Problem dabei, dass recht häufig gemeint wird, dass ein Einkommen von 60 Kiloeuro einen Menschen hier in D auf die Sonnenseite katapultiert. Dem ist eben sicht so. Da bleibt netto eben gar nicht so viel übrig. Menschen die in Metropolen leben (müssen) wird schon fürs Wohnen (Egal ob Eigentum oder zur Miete) 'ne Menge abgeknöpft. Dazu eine private Altersversorgung, Auto, Essen, Trinken, Versicherungen, Telfon, Internet usw und ruckzuck ist die Kohle pfutsch. Vergünstigungen gibt es da auch keine mehr, wie z.B. für geringer Verdienende, die fürs Häuslebauen bzw -kaufen subventionierte Nullzinskredite über recht viele Jahre kriegen können. Die Sonnenseite sieht jedenfalls anders aus. Wer hat schon einen wirklich sicheren Job? In der freien Wirtschaft gibt es die nicht mehr wirklich.
...und die Grenzen sind da durchaus fleißend, je nach persönlicher Lebenssituation, kann es dir durchaus mit einem Gehalt von 100 Kiloeuro nicht wirklich gut gehen. Pflegebedürftige Eltern z.B., deren eigenes Vermögen für die Pflege nicht ausreicht. Da musste für zahlen. Haste da dann gerade gebaut und das Geld sitzt nicht wirklich locker, kann dich das durchaus empfindlich treffen. Es wird dann z.B. ermittelt, ob dein Wohneigentum angemessen ist. Wenn das deren Meinung nach zu üppig ist, interessiert es die Behörde 'nen feuchten Dreck, ob du die Pflege für die Eltern noch aufbringen kannst. Da musste die Hütte zur Not auch wieder verkaufen - selbst wenn damit derbe Verluste verbunden sind.
Auch für die Eltern von Ehegatten ohne eigenes Einkommen musste mit solchen Gehältern zahlen. Auch aus der Nummer kommste nicht raus. Zwar nicht direkt, aber dann wird dir vorgerechnet, dass dem Ehepartner ohne eigenem Einkommen ein Taschengeld in Höhe X zusteht und davon muss der dann für die Eltern zahlen.
Glaubste nicht? Ist aber so
