|
AW: Olympia 2016 (06.08. - 17.08.2016, Rio de Janeiro, BRA)
Da steht das deutsche Damen-Team nach toller Leistung im olympischen Finale und einige "Hater" stören sich an der ursprünglichen Heimat zweier Athletinnen und der Bundestrainerin. Nun ja, manch einem fällt das hassen wohl einfach leichter als das gönnen. Ich finde diese Miesmacherei ehrlich gesagt befremdlich.
Gleichwohl sollte man bei der Diskussion differenzieren. Kritik an der gängigen Nominierungspraxis oder einer verfehlten Jugendförderung, verbunden mit wehmütigem Klagen über die chinesische Dominanz im Welttischtennis, schön und gut. Sehe ich persönlich zwar in Zeiten einer globalisierten Welt als weder überraschend noch besonders verwerflich an, gleichwohl können diese Punkte mit Sicherheit kontrovers betrachtet werden.
Wer jedoch die kulturelle Identität oder womöglich gar das Aussehen einer Person zum Maßstab für die berechtigte Zugehörigkeit in einer deutschen Nationalmannschaft macht, der bewegt sich doch sehr nahe am völkischen Denken, welches nur durch eine Abgrenzung zum Anderen ein vermeintlich homogenes "Wir" konstruiert. Da es über dieses "Wir" keine objektive Meinung geben kann, sollte die einzige Richtschnur das Grundgesetz sein. Erfüllst du die erforderlichen sprachlichen Voraussetzungen sowie aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen und bekennst dich zu den verfassungsgebenden Werten des Zusammenlebens, dann bist du Deutscher (Staatsbürger). Im Grundgesetz wird dabei übrigens explizit die Individualität und Freiheit des Einzelnen unter besonderen Schutz gestellt. Die Zeiten der "Ariernachweise" sind aus gutem Grunde vorbei.
|