Zitat:
Zitat von Zigeuner
Ganz schlimm. Eigentlich darf man sich eh nie freuen, weil es ja kein perfekter, paralleler Gegentopspin war und wenn doch, dann war angeblich irgendein Schlag mit Netz/Kante oder unsauber.
Bevor ich den Gegner also jedes mal vorm Jubel um Erlaubnis frage, mache ich es lieber so wie es mir passt.
Finde generell das Unterstellen von Unfairness oft unfairer als die vermeintliche Unfairness selbst. Denkt über diesen genialen Satz mal nach 
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Bin ganz deiner Meinung (auch bezüglich dessen, was du über die Toleranzschwelle geschrieben hast).
Tischtennis war schon immer ein Mimosensport. In keinem anderen Sport ist es wohl so schwierig darüber nachzudenken, welche freudige Reaktion jetzt gerade angemessen ist. Das gilt fürs Pushen, aber auch ganz besonders für die Bank. Wenn ich einen sauberen Schnitt spiele, will ich auch laut jubeln dürfen, wenn der Gegner ihn ins Netz donnert - ist ja mein Verdienst! Aber irgendwie gibt es wohl das ungeschriebene Gesetz, dass man bei solchen "Fehlern" des Gegners doch bitte Rücksicht auf dessen Gefühle haben soll.
Nein, ich hab schon immer so gespielt und gejubelt, wie ich das für richtig halte. Ich weiß, dass ich das niemals als ablenkendes Mittel und Schauspielerei betreiben würde, egal, was mir Gegner unterstellen mögen. Wenn ich mich über einen Punkt freue, pushe ich mich. Ich brauche das! Und wenn der Gegner meckert und mosert und sich in der Opferrolle sieht, hat er gleich doppelt gegen mich verloren, das treibt mich nur noch mehr an.
Und in aller aller Regel sind derlei Dinge eh spätestens nach Apfiff schon wieder vergessen.
Zustimmung allerdings für die These, dass manche Kinder/Jugendliche das extra vom Trainer gelernt bekommen, um den Gegner von Anfang an zu nerven. Das muss wahrlich nicht sein. Aber auch hier gilt: lieber schule ich meine Kids in einer gesunden Ignoranz, als in übertriebener Rechthaberei und Selbstgefälligkeit.
@Schmidt: Man soll sich, bevor man Unfairness unterstellt, zuerst einmal gut überlegen, welches Fass man da aufmacht. Die Einsicht, dass man eigentlich nur mit sich selbst unzufrieden ist und gerade nicht mehr als einen Sündenbock sucht, ist allerdings während des Spiels ziemlich schwierig zu erlangen. Wenn der Gegner ein ernstes Problem hat, darf er es mir während des Spiels sagen. z.B. "lässt du es bitte sein, mit dem Schläger zu wedeln, wenn ich Angabe mache?", dann nicke ich, sage "ok" und gut is. Aber wenn er dann anfängt "du, ich finds voll fies von dir und blablabla, stell dir mal vor, ich würde hier blablabla", das geht mir auf den Zeiger. Der Vorwurf von Unfairness ist einer der stärksten, die man machen kann - weil er auf menschlicher/persönlicher Ebene ist...die Karte ziehe ich im Spiel NIEMALS, sondern WENN, dann nachher. Dann meine ich es auch persönlich und nicht sportlich. Und das ist in meinem Leben erst 1 oder 2x vorgekommen.