@Crycorner: Ich will dir jetzt nicht zu ausführlich antworten, sonst verliert man sich hier zu sehr in Details und ich habe auch nicht die Zeit dafür.
Allgemein gibt es viele Wege, die zum Erfolg führen. Ich wollte einige Denkanstöße geben, einige davon versuche ich im eigenen Training umzusetzen, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. Worauf ich aber auf alle Fälle hinaus will: Es wird oft Qualität mit Quantität verwechselt.
Das bedeutet nicht, dass Quantität nicht wichtig ist! Wenn man nicht jede Menge trainiert, wird man nicht gut. Das ist klar.
Aber ich habe das Gefühl, dass wir im deutschen Tischtennis oft versuchen einfach noch mehr zu trainieren, anstatt auch mal an der Qualitätsschraube zu drehen.
Werden neue Ideen eingebracht, die älteren Methoden widersprechen, werden sie oft nicht ernst genommen und höchstens im Breitensportbereich angewendet. Und wenn so Dinge nur im Hobbybereich eingesetzt werden, verwundert es ja auch nicht, wenn es damit nie gute Spieler nach oben schaffen.
Nehmen wir den Punkt mit dem Planen des eigenen Trainings durch Schüler. Du scheinst diesbezüglich schon etwas offener zu sein.
Was passiert, wenn der Trainer einfach immer nur die Übungen vorgibt? Sehr häufig wird die Übung einfach runter gespielt. Ohne nachzudenken warum und wofür. Wenn der Trainer das schon einmal erklärt, sind wir schon einmal einen Schritt weiter.
Was passiert aber, wenn der Spieler selber einen Teil der Übungen plant? Er muss sich Gedanken über sein Spielsystem machen, vielleicht denkt er über seinen letzten Wettkampf nach, bestimmt erinnert er sich auch an Punkte, an die ihn seine Trainer immer wieder erinnern.
Der geht ganz anders in diese Übung, in dieses Training rein, wenn er weiß, warum er das macht.
Das bedeutet nicht, dass der Trainer nichts zu tun hat. Im Gegenteil, er ist wesentlich präsenter, unterstützt den Spieler in seiner Planung und gibt ihm Feedback.
Und wenn mal eine Übung Schrott ist? Na und! Dann sagt der Trainer das und gibt ein paar Hinweise, wie die Übung so verändert werden kann, dass sie wieder den Sinn ergibt, den der Spieler im Kopf hatte.
So etwas kann man temporär machen (ich habe es mal auf einem Trainingslager komplett gemacht und es war unfassbar gut, Jugendliche von 9-17 waren dabei), man kann aber auch versuchen das über einen längeren Zeitraum durchzuführen (bin ich derzeit dabei). Ich habe durch solche Maßnahmen bisher eine unglaubliche Motivation bei den Teilnehmern festgestellt, die ich teilweise sogar eher bremsen musste, damit sie sich nicht selbst überfordern.
Klar, mit Anfängern ist das vielleicht nicht möglich. Aber Kaderspieler (auch jüngere) haben in der Regel schon so ein Verständnis von ihrem Sport, dass das kein Problem darstellen sollte.
Jetzt habe ich doch länger ausgeholt, als ich ursprünglich geplant habe. Mehr dazu bitte nur noch per PM, ich glaube sonst wird es zu offtopic.
Wegen der Ausrüsterverträge: Mit Belägen habe ich kein Problem. Schwierig finde ich es, wenn 9jährige komplett ausgestattet vom Ausrüster auf Turnieren auflaufen und da auf dicke Hose machen. Das geht aber mehr in die Richtung: Wir dürfen den Kindern nicht zu früh sagen und zeigen, dass sie gut sind.
Zitat:
Zitat von crycorner
Ein Sven Hennig beispielsweise hat sich durch Talent und Persönlichkeit durchgesetzt, ganz ohne diesen familiären Background. Von solchen Jungs sollte man mehr finden und die Chance geben.
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Das auf alle Fälle!
Das ist ein großes Problem aktuell im deutschen TT.