
Zitat:
Zitat von Abwehrtitan
Ich höre immer nur ein permanentes Wettern gegen die bösen Bosse.
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Ohne überflüssige erneute Streitereien auslösen zu wollen, aber genau das, ist eben ganz und gar nicht meine Art.
Keine Ahnung, wie oft ich schon betont habe, dass ich ein großer Fan des Mittelstands bin. Ich habe auch keineswegs was gegen Bosse, halte sie auch nicht pauschal für asoziale Arschlöcher. Ich habe Mordsrespekt vor der Leistung vieler Selbständiger.
Auch mit der Phrase. "Die da oben, wir da unten.", habe ich so gar nichts am Kittel. Wäre auch schön blöd und zudem geheuchelt, denn ich selbst habe das große Glück eben nicht zu denen da unten gezählt werden zu können.
Das mit dem Krankenschwesternbeispiel fand ich außerdem auch recht unpassend, was ich ja auch so schrieb.
Was mir speziell an dieser Diskussion, die sich darum dreht, wer wichtig und unentbehrlich und wer beliebig austauschbar ist, gegen den Strich geht, ist die Realitätsferne. Also ganz unideologisch.
Jeder ist ersetzbar (Nun ist es mir doch noch aufgefallen, dass ich das die ganze Zeit falsch schrieb

).
Dass es ein Leichtes ist, für alles irgendwo ein Beispiel zu finden, sollte jedem klar sein. Nur, dass das dadurch nicht belegt ist, dass es eine Grundsätzlichkeit wiederspiegelt, sollte auch klar sein.
Ich persönlich hielt ja crycorners Beispiel mit der Neubesetzung einen GF-Postens für eher ungewöhnlich, hatte aber keinen Bock mehr, dazu was zu schreiben. Ein dreiviertel (oder war es nur ein halbes?) Jahr Einarbeitung und das noch begleitet durch den scheidenden GF, mag mal vorgekommen sein, aber der Standardfall ist das eben nicht. Nicht das ich viele GF kenne, aber die die ich kenne und die Fälle von Neubesetzungen die ich kenne, laufen bzw liefen grundsätzlich anders ab. GF haben auch nicht unbedingt Kündigungsfristen, ist eher ein Job ohne Netz und doppelten Boden, der auch genau aus diesem Grund recht ordentlich bezahlt wird. Abberufen, oder wie es auch immer im Fachjargon heißt, werden die durchaus von heute auf morgen. Also rausgeschmissen. Wer sich als GF bewirbt, macht das in den meisten Fällen aus einer ungekündigten Stellung heraus. Eher nicht mit Lehrlingsattitüden. Gefragt sind da meist eher Typen, die was vorzuweisen haben. Sprich Referenzen, die aufzeigen, dass sie für wirtschaftlichen Erfolg stehen. Typen, die sich eben nicht an vorzufindende Betriebsabläufe als den heiligen Gral orientieren. Ein GF steht sowieso von ersten Tag an in der Verantwortung. IMHO ist all das eher so was wie Normalfall.
IMHO sind es gerade leitende Angestellte, die heutzutage gern den Job wechseln. Irgendwo einzusteigen, dort Erfolg vorweisen zu können um dann den nächsten besser bezahlten Job kriegen zu können.
...und die wirklich Guten, in leitenden Positionen, sind nicht selten die Bescheidenen, die sich selbst nicht so wichtig nehmen und ihren Job nicht so verstehen, dass sie hierarchiegeil da dran gehen, sondern ehre, neben den zweifellos auch wichtigen fachlichen Qualitäten, Qualitäten in Menschführung und Motivation vorzuweisen haben. Funktioniert meist auch besser, wenn einem bewusst ist, dass alle wichtig sind um Erfolg haben zu können. Der Erfolg ist es auch, der natürliche Autorität schafft, sodass so Leuten auch niemand auf dem Kopf herumtanzt.
Das ärgerlichste was passiert, wenn ein guter Fachmann, ob nun ein Technikfreak, der was besonders gut kann, oder ein Wirtschaftsfachmann, einer Firma nicht mehr zur Verfügung steht, ist meist eben doch nur die Tatsache, dass der nötige Ersatz teurer wird als der zu Ersetzende. Das bringt das System: Angebot und Nachfrage nun mal auch mit sich. Zusammenbrechen wird deshalb eher ganz selten was und wenn doch mal, hat man was verkehrt gemacht...
Aber nun gut, was weiß denn ich als oller Hausmann schon von so Dingen? Ich kann bügeln, 'ne recht schmackhafte Suppe zubereiten und ein knuspriges Schäufele kriege ich mittlerweile auch ganz zufriedenstellend hin
...und als so unwichtiger Arsch, der zudem nur 'nen Twingo fährt, sollt' man sich besser raushalten, wenn sich die Unentbehrlichen austauschen, nicht wahr