Indien macht Ernst und will in zehn Jahren nicht nur um Weltmeistertitel und WM-Podestplatzierungen spielen, sondern ab 2028 und 2032 auch um olympische Medaillen.
Diese Planungen muss man ernst nehmen. Nicht nur, weil Indien ein Milliardenvolk ist.
China hat 1,382 Milliarden Einwohner, Indien ist mit 1,326 Milliarden Einwohnern nur knapp dahinter und wächst monatlich um jeweils eine weitere Million Einwohner.
Indiens Tischtennisverband TTFI (Table Tennis Federation of India) hat umfangreiche Planungen in die Wege geleitet. Dazu gehört auch die Gründung einer indischen Superleague mit Vorbild der chinesischen und russischen Superleague (und damit weniger zeitintensiv als die europäischen Topligen Pro A in Frankreich oder der TTBL in Deutschland).
Das Trainerteam wurde aufgestockt, einerseits durch zwei nordkoreanische Trainer und zwei permanent zur Verfügung stehenden Sparringspartnern, andererseits aber auch durch die Verpflichtung von Massimo Costantini als Cheftrainer (Vertrag läuft erstmal bis 30.09.2018), der bereits früher schon erfolgreich für Indien tätig war.
Indien hat bereits jetzt schon spielstarke Spieler wie Indiens Meister und Nr. 1 Soumyajit GHOSH, den in Deutschland bestens bekannten Sharath Kamal ACHANTA, Newcomer Sathiyan GNANASEKARAN und weitere gute Spieler wie Harmeet DESAI oder Amalraj ANTHONY. Das heißt man beginnt hier nicht bei Null.
Mit der PTT League (Professional Table Tennis League) oder auch ITTL (Indian Table Tennis League) will Indien die Basis schaffen, dass im eigenen Land ein hohes Wettkampfniveau vorhanden ist. Der asiatische Tischtennisverband hat zugesagt, starke Spieler aus den verschiedenen asiatischen Topnationen in die indische Superleague zu schicken, was bereits von China bestätigt wurde.
Verschiedene Investoren haben auch bereits Teams gekauft, z.B.:
http://indianexpress.com/article/spo...eague-2867260/
Auch der 11EVEN Sports Chef Vita Dani ist Miteigentümer eines der Teams (Chennaiyin FC).
Das Preisgeld für die ITTL/PTT League liegt pro Saison bei zehn Millionen indischen Rupien, das sind ungefähr 134.000 Euro, um das acht Teams kämpfen. Dieses Preisgeld und auch die Mindestlaufzeit der indischen Superleague wurde für die nächsten zehn Jahre garantiert.
Grundlage dafür sind lukrative extrem langfristige Werbeverträge. Erst gelang es mit 11EVEN Sports einen 10-Jahres-Vertrag abzuschließen und nun konnte mit der Firma HVR Sports Inc. ein Vertrag mit einer Laufzeit von 16 Jahren bis 31.12.2032 abgeschlossen werden, der alleine Mindesteinnahmen von deutlich über einer Viertelmillion Euro pro Jahr garantiert.
Der TT-Verband Indiens sieht die indische Superleague nur als die Spitze eines Eisberges, von der einige wenige Spieler direkt profitieren. Aber die Aufmerksamkeit dieses Premiumprodukts, für das auch berühmte Bollywood-Schauspieler Markenbotschafter werden sollen, in Kombination mit landesweiten Fördermaßnahmen, die erst überregional in allen 29 Bundesstaaten und Teilen der sieben Unionsterritorien beginnen sollen und später auch auf unterster Ebene und allen Schulen der über 600 Distrikte ausgedehnt werden werden, sollen dafür sorgen, dass Tischtennis in Indien eine gewaltige Entwicklung nehmen soll.
In Sachen Quantität kann Tischtennis zu einem neuen Volkssport heranwachsen und in Sachen Qualität lassen die Inder keinen Zweifel daran, dass in zehn bis zwölf Jahren um Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gespielt werden muss.