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AW: Herren Verbandsliga Südbaden
TISCHTENNIS. Als Vierter mit Tuchfühlung zum Vizemeister haben die Verbandsliga-Männer des TTC Langhurst vor wenigen Wochen die Punktrunde abgeschlossen. In der kommenden Saison wird man das Sextett jedoch vergeblich in der höchsten südbadischen Spielklasse suchen. Der Verein hat die Mannschaft schweren Herzens in die Bezirksklasse zurückgezogen.
Ausgelöst wurde die Lawine - unfreiwillig - durch Marco Göppert. Die bisherige Nummer drei kündigte nämlich an, künftig aus privaten Gründen kaum noch zur Verfügung zu stehen. Und auch Senior Bernd Becker (52 Jahre) wollte etwas kürzer treten. "Daraufhin haben wir uns um guten Ersatz bemüht, denn die verblieben Vier wollten auch im kommenden Herbst mit einer schlagkräftigen Truppe antreten", sagt der TTC-Vorsitzender Axel Oßwald. Allein: Es fand sich kein gleichwertiger Ersatz. So erklärten sich Akteure der zweiten Mannschaft bereit einzuspringen - "damit der Verein nicht abstürzt", so Oßwald. Doch das sei einigen Akteuren aus dem verbliebenen Quartett - Raphael Becker, Dirk Hudarin, Daniel Elble und Pascal Meier - aus sportlichen Gründen zu wenig gewesen, bedauert der Vorsitzende.
Da solche Probleme in Tischtennis-Kreisen selten lange unter der Decke bleiben, gab's zudem jede Menge Angebote anderer Vereine, denen schließlich bis auf das Langhurster Urgestein Dirk Hudarin (32) die verbliebenen drei Spieler erlagen. Raphael Becker (19) und Pascal Meier (16) wechseln zur DJK Offenburg, Daniel Elble (17) geht zur DJK Oberschopfheim. Eine bittere Situation für den TTC Langhurst, wie Axel Oßwald zugibt: "Mit Eble und Meier verlassen uns immerhin die Nummer drei und vier der südbadischen Jugendrangliste." Deren Nummer zwei, der erst 14-jährige Jonas Becker (DJK Offenburg), hat seine sportlichen Wurzeln ebenfalls in Langhurst. Oßwald: "Wir hätten theoretisch in der nächsten Runde mit vier eigenen jungen Leuten Verbandsliga spielen können." Aber eben nur theoretisch.
Es spricht für den kleinen engagierten Verein, der in der Jugendarbeit seit Jahren viel leistet, dass er trotz der prekären Lage der Versuchung widerstand, ausländische Spieler zu verpflichten. "Das hätte unserem Selbstverständnis widersprochen und außerdem Geld gekostet, das für die Jugend gefehlt hätte", begründet Oßwald die heute eher seltene Standhaftigkeit. Für ihn und seine Mitstreiter gelte jetzt, "das aufzufangen, was uns widerfahren ist". Dazu gehört die Hoffnung, dass das künftige erste Team "beim Neuanfang in der Bezirksklasse oben mitspielt". Darüber hinaus werde der Verein - es gibt immer noch drei Männer- und zwei Frauenmannschaften - auch weiterhin ein Hauptaugenmerk auf die gut 30 aktiven Kinder und Jugendlichen richten. Zu ihnen gehört Carina Blümle (13), die gute Aussichten hat bei der baden-württembergischen U 14-Rangliste antreten zu können. Am Ende ist der TTC Langhurst also noch lange nicht.
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