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AW: Leistung der Schiedsrichter bei der EM 2016?
Erlaube mir eine Gegenfrage: Gibt es überhaupt noch Situationen, in denen ich zweifelsfrei ausschließen kann, dass kein richtiger Unfall vorliegt? Letztendlich kann ich alles auf den Gesundheitszustand oder die Spielweise schieben.
Ein Spieler rennt von hinten gegen den Tisch, um den Ball noch zu erreichen, und schlägt sich dabei die Hand blutig? Es liegt an der Spielweise. Er kann ja auch tischnäher spielen.
Die Hallendecke stürzt ein und verletzt einen Spieler? Selbst schuld. Wäre er fitter gewesen, hätte er den herabfallenden Trümmern ausweichen können.
Ein Spieler stürzt bei einer schnellen Bewegung und zieht sich einen Bänderriss zu? Ich schaue in seine Krankenakte, die mir die ITTF ständig aktuell stellt, weil ich nicht bei Boll auf die früheren Verletzungen verweisen darf und bei anderen Spielern nicht, und stelle fest, dass er schon mal einen Bänderriss hatte. War also zu erwarten.
Wenn du sagst, dass sich die Verletzungspausen häufen würden, die dann immer zu zehnminütigen Unterbrechungen führen, sieht das für mich wie ein klassisches Dammbruchargument aus, das ein unrealistisches, aber abschreckendes Szenario entwirft. Zahnschmerzen halt. Demnach wäre es also besser, wenn in Zukunft jedes Spiel durch Aufgabe entschieden wird.
In meinen Augen muss der gesunde Menschenverstand einen vernünftigen Mittelweg finden und in dubio pro reo entscheiden. Die Beweislast bei derartigen Unfällen grundsätzlich dem Spieler aufzubürden halte ich für nicht hilfreich. Einfach mal mit dem Spieler reden. Der wird einem schon sagen, was er seiner Meinung nach hat. Wenn es nur ein Krampf ist, dann reicht das eben nicht. Ansonsten dauert so eine Pause auch nicht immer 10 Minuten, sondern so kurz wie möglich, maximal 10 Minuten, und unter Berücksichtigung der Nichtbenachteiligung des Gegners.
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