Okay, ich mache auch mal mit:
Zitat:
Zitat von Kämpfer17
Was ist "alles"? Wem oder was gegenüber haben wir Verantwortung? Ich meine, im Wort "Verantwortung steckt ja schon das Wort Antwort.
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Bewusste Kommunikation beinhaltet eine Bringschuld. Dementsprechend kann man sagen, dass man dafür verantwortlich ist, dass der Kommunikationspartner mich so versteht, wie ich verstanden werden will.
Zitat:
Zitat von Kämpfer17
Haben wir zum Beispiel gegenüber einem Syrer, der in seinem Land hungert, Verantwortung? Also spricht uns dieser Syrer an? Oder ist der zu weit weg, um uns anzusprechen?
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Nein, nicht im kommunikativen Sinne, weil ich den Syrer ja nicht anspreche und er auch nicht mich. Ich erhalte einseitige Informationen über die Medien über ihn. Da es also keinen direkten Kommunikationsweg gibt, bin ich auch in keiner kommunikativen Verantwortung.
Zitat:
Zitat von Kämpfer17
Und impliziert "alles" nur Menschen? Haben wir nur Menschen gegenüber Verantwortung? Sprechen uns nur Menschen an?
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"Alles" ist jeder Mensch und jedes Tier, mit dem eine Kommunikation möglich ist. Man kann auch Blumen was vorsingen und sich einbilden, sie würden deshalb schöner wachsen, aber das lassen wir dabei besser aussen vor und beschränken uns auf Lebewesen, die aktiv und spontan kommunizieren können.
Zitat:
Zitat von Kämpfer17
Das ist das eine. Das andere ist, wenn wir nie genau verstehen können, was der andere gemeint hat, wie ist dann Kommunikation überhaupt noch möglich? Reden wir alle aneinander vorbei?
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Natürlich reden wir oft aneinander vorbei. Das ist dem Umstand geschuldet, dass - ich glaube es waren 93% der Kommunikation nicht darauf entfallen, was man gesagt hat, sondern wie man es gesagt hat. Inkl. Stimmlage, Mimik, Gestik... So kann man leicht Fehler machen bei seiner Bringschuld und beim Empfänger kommt was Falsches an.
Es gibt nicht umsonst Kommunikationswissenschaften. Und es gibt auch nicht umsonst kommunikative Ausbildung z.B. für Polizisten, Lehrer, etc.
Möglich ist Kommunikation natürlich trotzdem, aber eben fehlerbehaftet.
Zitat:
Zitat von Kämpfer17
Denkt man beim Überlebenwollen, nur an sich? Aber ist es dann nicht auch die Liebe, die Selbstliebe, die das erste Wort hat? Und wenn Selbstliebe, wie liebt man sich selbst? Kann man sich selbst lieben, ohne einen anderen zu lieben und ohne einem höherem Zweck verpflichtet zu sein (was auch immer der sein mag)?
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In der akuten Gefahr greift der Selbsterhaltungstrieb. Wenn plötzlich ein großer Stein auf einen zurollt, springt man instinktiv zur Seite und die Anderen werden ggf. überrollt. Da ich den Selbsterhaltungstrieb und die damit verbundenen Fluchtreflexe aber auch hätte, wenn ich mich selbst hassen würde, hätte das mMn nichts mit Selbstliebe zu tun.