Hi, hier mal einen Artikel aus meinem Blog, vielleicht hilft er Dir weiter:
Einleitung
Was sollte man zuerst lernen? Worauf kommt es beim Tischtennis an? Fragen, die man sich als Trainer immer wieder stellen sollte. Hier findet ihr meine Gedanken dazu.Die folgenden Hinweise sind altersunspezifisch. Ich setze den Akzent bei jedem Anfänger so. Natürlich unterscheiden sich Methoden und Tempo von Anfänger zu Anfänger.
Immer aus der Bewegung
Jeder Schlag sollte immer aus der Bewegung erlernt werden. Ich halte nichts davon, dass der Einsteiger nicht die Füße bewegt. Im Spiel ist der Spieler immer in Bewegung und dementsprechend sollte man bei einfachen Übungen wie z.B. beim Balleimer darauf achten, dass der Ball gestreut wird. Ich halte Roboter für Anfänger nur im Bereich der Beinarbeit für sinnvoll.
Grundstellung von Anfang an
Die einfachsten Dinge sind manchmal am einfachsten zu lernen, man muss es nur konsequent durchsetzen. Ich lege sehr viel Wert auf die Grundstellung, da diese der Ausgang in jedem Spiel ist. Selbst beim Balleimertraining sollte vor jeder Sequenz auf die Grundstellung geachtet werden. Selbstverständlich muss man alle Spieler auch bei Übungen immer wieder darauf aufmerksam machen. Wenn das von Anfang an erfolgt, geht es schnell in Fleisch und Blut über.
Worauf sollte man besonders achten:
3 Winkelstellung
Entfernung zum Tisch
Position zum Tisch
Neutralstellung Schläger
Schläger über Tischniveau
Schlägerhaltung
Ich glaube, dass der qualitativ gute Schlag mit entscheidend von der Ausgangsstellung des Schlägers geprägt ist. Wenn das Blatt komplett offen ist, dann wird oft die Bewegung z.B. beim Topspin nur von hinten nach vorne durchgeführt und der Ball damit frontal getroffen. Genauso wichtig ist, dass das Schlägerblatt zur Seite zeigt. Ein aufgestelltes Schlägerblatt bedeutet, dass es keine Vorspannung im Handgelenk gibt und dementsprechend auch keinen Handgelenkseinsatz. Oft geht das aufrechte Schlägerblatt mit einem viel zu festem Griff einher.
Beim Vorhandtopspin bei den Einsteigern achte ich auf folgende Dinge:
leicht geschlossenes Schlägerblatt
Schläger zeigt zur Seite
Handgelenk ist vorgespannt
Griff/Arm/Schulter sind nicht zu fest
Schlagansatz ist nicht zu tief
Körperdrehung
Ich finde die Körperdrehung extrem wichtig, da sie viel für die Schlagstabilität bedeutet. Das sollte man von Anfang an mit trainieren und dann eher die Treffsicherheit hinten anstellen, diese kommt von ganz alleine. Eine schöne Übung dazu ist die beidhändige Vorhand, weil sie den Spieler immer in die Drehung zwingt. Alternativ kann man den Spieler dazu bringen, dass er die Nichtschlaghand bei jedem Schlag auf den Rücken schwingt.
Schlagebene
Eines der größten Probleme für Anfänger ist eine korrekte Schlagebene. Das liegt oft daran, dass die Antizipation auf den Ball noch nicht optimal ist und der Schlag unterwegs korrigiert wird. Hier gibt es viele methodische Übungen, die Abhilfe schaffen können. Wichtig ist aber, dass man darauf achtet, dass der Ellbogen frei ist, da oft die Schlagebene durch einen zu engen Ellbogen (zum Körper) nicht stabil ist. Weitere Probleme treten aus meiner Sicht oft durch den fehlenden Einsatz von Unterarm und Handgelenk auf, statt dessen wird mit der Schulter gearbeitet.
Fußstellung
Normalerweise sollen am Anfang (Grundstellung) beide Füße nach vorne in Richtung Tisch zeigen. Oft stehen die Anfänger aber seltsamerweise mit einem Fuß mehr aussen. Dieses sollte von Anfang an im Auge behalten werde, da die folgenden schnellen Bewegungen durch eine andere Fußstellung erschwert werden.
Der 1. Schlag – Vorhand Topspin
Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Aus der Bewegungslehre wissen wir, dass man in Stresssituationen (Wettkampf) auf sichere Bewegungsmuster zurückgreift. Ich bringe den Anfängern von Anfang an zuerst den Topspin bei.
Das hat vor allem 2 Gründe:
Sicherheit: ich bin der Meinung, dass der 1. Schlag mit am prägendsten ist und wenn keine anderen Schläge zur Verfügung stehen, nehme ich den, den ich zuerst gelernt habe
Durchhaltevermögen: Der Topspin ist am schwersten und ich möchte eher im leistungsorientierten Tischtennis unterwegs sein. Diese Hürde nehmen die talentierteren Spieler deshalb eher, weil sie entweder mehr Willen oder ein besseres Händchen haben. Alle anderen hören an der Stelle oft auf.
Theorie
Egal in welchem Alter gehört die Theorie immer dazu. Auch ein 6 Jähriger versteht was Nordpol und Südpol ist und dass der Ball eine Kurve fliegt

. Hier kommt es immer auf die Kinder an.
Athletik
Auch hier ist das Alter egal, solange man auf die persönliche Belastungsgrenze/fähigkeit Rücksicht nimmt. Am einfachsten ist es an dieser Stelle immer mit dem eigenen Körpergewicht zu arbeiten. Kniebeugen, Sprünge und Sprints gehen in jedem Alter.
Info
Es gibt so viele Meinungen wie es Menschen/Trainer gibt. Dieser Beitrag ist spiegelt meinen aktuellen Wissenstand und meinen aktuellen Fokus wieder und erhebt weder Anspruch auf vollständige Auflistung aller Themen noch auf universale Gültigkeit. Mein Fokus liegt im leistungsorientierten Tischtennis. Ich verzichte bewußt auf das Gendern in meinen Artikeln. Ich hoffe, dass dieser Beitrag Anregungen für den Leser enthält würde mich über Meinungen zum Thema sehr freuen.