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Alt 22.11.2016, 10:57
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Fußball Bundesliga 2016/2017

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Auch dazu gibt es sehr viele Quellen die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Jaski ist da keineswegs alleine.
Klar. Es steht jedem frei, das gut oder schlecht zu finden. Ob du es glauben magst oder nicht, ich bin da durchaus selbst nich vom Leipziger Konzept überzeugt. Nur funktionieren Firmen nun mal so, dass Mitbestimmung meist nur in sehr engen Grenzen eingeräumt wird.

Rechtlich sieht die Angelegenheit wohl recht Eindeutig aus. Muss man natürlich auch nicht gut finden. Hier mal ein Auszug aus deinem N-TV Link:
Zitat:
Rechtlich gebe es an diesem Konzept "nichts zu beanstanden"; genau so wenig wie an Leipzigs Lizenzierung für die Bundesliga generell, sagt der Thüringer Sportrechtler Johannes Arnhold. Der Buchautor, Dozent und Sportrechtsanwalt sagt: "Die Vereinsautonomie gewährt den Vereinen große Freiheiten, das betrifft auch die Besetzung der Gremien." Man dürfe bei der Auswahl der Aufsichtsräte eines Fußballvereins nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie etwa bei einer staatlich organisierten Wahl, betont Arnhold.
Wie ich schon schrieb, bin ich zudem der Meinung, dass es in so ziemlich jedem Proficlub nicht wesentlich anders läuft - auch wenn dort die Strukturen anders und für mich nur scheinbar "demokratischer" aufgebaut sind.

Für mich ist der Profifußball eben kein Spiegelbild unserer demokratisch strukturierten Gesellschaft (Wobei man auch da eingestehen können sollte, dass es da völlig unterschiedlich geprägte Strukturen gibt, die alle sowohl Gutes wie auch Schlechtes mit sich bringen.), sondern schlicht und ergreifend ein umsatzstarker Wirtschaftszweig. Profifußball ist schlicht ein riesen Geschäft.

Wenn man das nicht gut findet, oder es gar zu tiefst verabscheut, dann muss man sich davon halt fernhalten.

Klar kann man die Strukturen des RB Leipzig nun als den jüngsten Tiefpunkt in diesem Geschäft ansehen, nur wenn man mal ganz ehrlich zu sich selbst ist, wird einem aus meiner Sicht recht schnell klar, dass der Verein, dem man sich selbst am meisten verbunden sieht auch nur eine Firma ist, dessen Strukturen nicht mehr hergeben, als das sie einen folkloristischen Anschein wahren. Ist halt gut fürs Geschäft, wenn der Anschein gewahrt bleibt, dass Vereinsmitglieder mitbestimmen können. Real ist ein Mitglied noch weniger als ein Kleinaktionär über dessen Kopf hinweg entschieden wird.

Wie soll das auch sonst funktionieren? Ohne dass Investoren/Sponsoren/Ausrüstern/Werbepartnern/Pay-TV den wesentlichen Einfluss auf das Geschehen gewährt würde, gäbe es den Profifußball in der jetzigen Form, den so viele Menschen zu lieben scheinen, nicht. All die Geldgeber haben gar kein Interesse daran, dass folkloristische Mitgliederversammlungen Absprachen kippen können. Die wollen schlicht sichergestellt haben, dass ihre Investitionen gewinnbringend werden. Das was wir uns alle - je nach Attraktiviät - mal mehr und mal weniger gern anschauen, ist im Grunde ein Produkt. Es soll/muss konsumiert werden.

Das Salz in der Suppe sind Zuschauerzahlen und Einschaltquoten. IMHO kann Leipzig sich da sehen lassen. Dort scheint man also recht wenige Probleme mit der Vereinsstruktur zu haben. Von Boykotts, wenn der RB-Leipzig irgendwo auswärts antritt habe ich zumindest noch nichts vernommen, was natürlich nichts heißen muss.
Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Die meisten aktiven Fans wehren sich gegen die Vereinsstruktur. Vielleicht kann man da unterschiedlicher Meinung sein. Die meisten passiven Fans interessiert sowas aber einen Scheiß, so lange Samstags pünktlich die Sportschau läuft.
Na ja, was sind denn für dich aktive Fans?
Was macht sie besser als passive Fans - also Leute wie mich?

Bei der Vereinsstrukturbewertung geht es zudem um Mitglieder, nicht um Fans. Hier in und um Dortmund kenne ich viele aktive Fans, die kein Mitglied (mehr) sind. Z.T. auch deshalb, weil sie erkannt haben, dass das mit der Mitbestimmung eher eine Farce ist. Größtenteils aber deshalb (nicht mehr), weil sich der daraus ergebende Mehrwert in immer ärgeren Grenzen hält. An Karten zu kommen, dürfte da bei den meisten hier in und um Dortmund der Hauptgrund für eine Mitgliedschaft (gewesen) sein.

Sorry, ich kann mich echt über Vieles aufregen, aber mich über Strukturen im Profifußball aufzuregen schon lange nicht mehr.

Wie gesagt, ich mag das Spiel und kann mich da auch durchaus für begeistern. Eine Herzensangelegenheit oder gar so was wie ein Religionsersatz ist es bei mir aber nicht.

In Leipzig wird augenblicklich ordentlich Fußball gespielt und im sportlichen Bereich ordentliche Arbeit geleistet. Das erkenne ich an. Die Leute, die dort spielen und im sportlichen Umfeld arbeiten, können in der nächsten Saison schon woanders spielen oder arbeiten. Die sind oder werden dadurch keine besseren oder schlechteren Menschen. Es sind diese Protagonisten, die das was ich am Fußball mag mit leben füllen. Der Rest geht mir am Arsch vorbei.
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