Zitat:
Zitat von Jaskula
Aufbereitete Informationen ?
Einseitig sind diese auf jeden Fall und selbst deren Korrektheit darf bezweifelt werden.
...
Zusätzliche Lobbyisten, die nur einseitig beeinflussen wollen, werden da ganz sicher nicht gebraucht. Der einzige Grund, warum man diese Zunft nicht ganz verteufeln darf ist der, dass sich darunter eben auch solche Interessen-Vertreter befinden, die nicht das eigene Wohl, sondern das von Benachteiligten oder Minderheiten im Blick haben.
Die Marktschreier der Industrie hingegen braucht kein Mensch, denn deren Interessen werden ohnehin immer vorrangig berücksichtigt.
|
Natürlich sind die Informationen, die man von Lobbyisten erhält, tendenziös. Natürlich wollen die damit was erreichen. Das ist aber durchaus legitim und es ist gut, dass verschiedene Interessensgruppen bei den Entscheidern auch Gehör finden. Damit meine ich vor Allem, aber nicht nur, diejenigen Lobbyisten, die eben für Benachteiligte, Minderheiten oder negativ Betroffene kämpfen. Aber beispielsweise auch der Lobbyist des Zusammenschlusses der größten DAX-Konzerne ist wichtig, da dort viele Arbeitsplätze dran hängen, sowie Marktkraft und Einfluss auf das BSP / BIP. Das ist volkswirtschaftlich durchaus zu berücksichtigen.
Je größer die Entscheidungen werden, desto höher ist auch das Budget, um die Entscheidungen vorzubereiten. Da werden dann nicht selten externe Berater engagiert, Forschungsaufträge vergeben, etc. Die Meinungen der betroffenen Interessensgruppen sind dennoch zu berücksichtigen und es ist mMn gut, dass es dann einen Ansprechpartner pro Gruppe gibt, der seine Forderung bereits inhaltlich aufbereitet hat.
Grundsätzlich, egal ob es ein Politiker ist, der beispielsweise über BER entscheiden muss, oder ein Bürger, der überlegt, wen er wählen soll: Der Umgang mit Informationen wird immer schwieriger. Unabhängige, objektive Informationen erhält man nicht. Egal, was man liest, oder guckt, die Macher verfolgen immer einen Zweck. Daher - wenn man nicht gerade das Geld hat, um unabhängige Berater zu engagieren - tut man immer gut daran, sich die verschiedenen Meinungsströmungen anzusehen und sich selbst ein Bild zu machen. Von Politikern erwarte ich das. Allzu oft lassen die sich aber zu sehr einseitig beeinflussen. Dann passieren die Dinge, die Bretti, mithardemb oder Du erwähnt haben.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Lobbyismus per se schlecht ist. Wie gesagt: Im richtigen Umgang mit den Lobbyisten ist das ein wichtiges Werkzeug zur Entscheidungsfindung.