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Alt 06.12.2016, 14:56
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Genau das sehe ich nicht so.
Was dich zwangsläufig in eine Zwickmühle bringen wird.


Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Da es nicht nur schwarz und weiß gibt, kann man durchaus auch mal Argumente oder Meinungen von anderer Seite als nicht völlig abwegig ansehen.
Lass mal Meinungen weg, die haben leider selten Gehalt. Argumente sind hier das Salz in der Suppe.

Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Ich mag weiß Gott weder die JF noch Klonovsky, trotzdem stimme ich bei diesem Text schon größtenteils zu.
Dann sei mal so gut und erkläre mir das mal bitte genauer. Was davon findet deine Zustimmung und was nicht?
Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Ich halte den bei Dir zu beobachtenden Reflex, dass aus dieser Ecke ausschließlich Braunes und Schreckliches kommt für ein großes Problem in der augenblicklichen Situation.
Pathologisch bitte!

Ich halte jedwede Zustimmung bei diesem Pack für einen großen Fehler. Ist wie mit dem kleinen Finger reichen und ruckzuck ist der ganze Arm weg.

Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Profitieren wird bei dieser kategorischen Ablehnung genau die Seite, die aus unserer beider Sicht nicht der Nutznießer sein sollte.
Also biste Fan der wieder kandidierenden Kanzlerin geworden?
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1124599.html

So macht man das also? Interessant...

Wenn da mal nicht eine Rechtskoalition bei raus kommt. Waren es nicht in er Weimarer Repuplik auch die Konservativen, die der NSDAP den Weg ebneten?

Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Im Gegensatz zu Dir glaube ich nämlich, dass es mehr Sinn macht, sich mit den Ursachen zu beschäftigen, warum AfD und Konsorten auch Zulauf von Menschen haben, die sich im Kern weder mit den Zielen noch den Personen bei der AfD identifizieren können. Frust und Wut werden aber nicht geringer, wenn man dann auch noch beschimpft und ausgegrenzt wird. Genau so führt man den Rattenfängern die Wähler zu.
Du kannst mir sicher verraten, wie man nicht nachvollziehbare Fremdenfeindlichkeit mit Verständnisgetue in den Griff kriegen kann. Da fehlt mir nun wirklich der Glaube.

Welche Ursachen meinste denn eigentlich, mit denen sich beschäftigt werden soll?

So weit mir bekannt, gibt es einige wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Fremdenfeindlichkeit. Hier mal ein Beispiel:
Zitat:
Ursachen von Ablehnung und Diskriminierung
Der Kenntnisstand der Sozialwissenschaften über Ursachen für die Ablehnung von Fremden ist gut. Die möglichen Ursachen lassen sich auf vier Erklärungsebenen ansiedeln (vgl. Duckitt, 1992, 62 ff.):
1. Universelle psychologische Mechanismen, die die Entstehung von Vorurteilen begünstigen, wie die menschliche Fähigkeit, die Umwelt nach distinkten Merkmalen zu klassifizieren. Vorurteile entstehen u.a. deshalb, weil es uns sehr leicht fällt, zwischen Menschen, die unterschiedlich bezeichneten Gruppen zugerechnet werden können, zu differenzieren, auch wenn die über die Gruppenzugehörigkeit hinausgehenden Unterschiede minimal oder nicht existent sind. Diese Fähigkeit ist in vielen Situationen sehr hilfreich, sie begünstigt aber auch die Abgrenzung von "den Anderen".
2. Der gesellschaftliche Umgang mit ethnischen Minderheiten. Vorurteile und Rassismus basieren in der Regel auf normativen gesellschaftlichen Vorstellungen über das Zusammenleben und die Akzeptanz von Minderheiten, oft kommen diese in gesetzlichen Grundlagen für Einwanderung zum Ausdruck.
3. Prozesse der sozialen Einflussnahme durch Gruppen und Individuen.
Sozialisationsagenten und Massenmedien transportieren die gesellschaftlichen
Vorstellungen über Zusammenleben und Ausgrenzung in die Köpfe der einzelnen Individuen.
4. Interindividuelle Differenzen in der Bereitschaft, vorurteilige und rassistische Einstellungen zu übernehmen.

Besonders effektiv sind nach Duckitt (1992, 251) Interventionen auf der Ebene 2, also beispielsweise Veränderungen in der politischen Bewertung und im politischen Umgang mit Minderheiten. Pettigrew (1991) hat für die US-amerikanische Gesellschaft gezeigt, wie die Entscheidung des Obersten Gerichts von 1954 zur Aufhebung der Rassentrennung die Einstellung der anglo-amerikanischen Mehrheit zur afro-amerikanischen Minderheit verändert und zum Abbau von rassistischen Einstellungen beigetragen hat. Psychologische Interventionen setzen primär auf den Ebenen 3 und 4 an, also bei Sozialisationsprozessen und Medieneinflüssen bzw. Personenmerkmalen, die die Entstehung von Vorurteilen begünstigen.
Das sind also wissenschaftliche Erkenntnisse. Unserer Kanzelerin (und du?) ziehen es also vor auf das PEGIDA und AfD-Pack zuzugehen und auf die Wissenschaft zu scheißen. Mit Soziologie hat es die AfD ja eh nicht so. Alles Unsinn. Unsere Kanzlerin will die nächste Wahl gewinnen. Da neigt sie nachweislich auch zu Schwachsinnsaktionen. Eine Quittung hat sie heute vom höchsten deutschen Gericht gekriegt. Wird 'n nettes Sümmchen kosten, den Kernkraftbeteibern Entschädigung zu zahlen. Aber ist ja nur scheiß Kohle. Halb so wild. Der Schäuble wird's sich u.a. auch von dir holen.

Das was sie jetzt treibt, wird härter enden. Burkaverbote und alle Zugeständnisse, die PEGIDA, AfD und Co entgegenkommen, mag dazu taugen bei der nächsten Wahl wieder die Kanzlerin stellen zu können - mit welchem Koalitionspartner auch immer - aber unsere Gesellschaft wird das weiter vergiften. Zu der Erkenntnis komme nicht ich Blödmann, sondern wirklich schlaue Wissenschaftler.

Die eigentlichen Probleme werden noch nicht mal ansatzweise berücksichtigt. Die Schere zwischen Arm und Reich wird sich so nicht schließen lassen. Es macht keinen armen Ausländer und auch keinen AfDler reicher. Es hetzt nur die guten (gefühlt) armen Deutschen gegen die (gefühlt) bösen Fremden auf. Prima. So können die eigentlichen Ungerechtigkeiten, die die Probleme verursachen und kräftigst Steuerhinterziehen (eh nur ein Kavaliersdelikt) ungestört weiter gehen.

Wenn es das ist was du willst, dann gute Nacht.

Egal, auch du musst mich nur noch etwas mehr als 300 Beiträge ertragen. Dann musste dir meinen Schmarrn nicht mehr anhören und dann wird sicher alles gut