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Alt 25.05.2004, 00:46
Taugenichts Taugenichts ist offline
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AW: Von einem der auszog Abwehrspieler zu werden...

Habe in meiner TT-Steinzeit mit dem alten Feint Long 1mm auf einem saulangsamen Holz Abwehr gespielt, nach meinen Ausflügen ins absolute Angreiferlager dann einiges ausprobiert:

Curl P1 Bamboo 0.5 mm: Relativ griffige ungriffige Noppe (hört sich doch schön an ), sehr gute Kontrolle in allen defensiven Bällen inklusive Servicereturn, im Spiel am Tisch für den Gegner leicht ausrechenbar, in der Abwehr für mich wegen der geringen Griffigkeit kaum Varianten spielbar. Wieder aufgegeben wegen zu geringem Angriffspotential (für Dich offenbar weniger wichtig), zu geringen Variationsmöglichkeiten beim Servicereturn und in der Abwehr.

Friendship 837 0.6 mm: Auch mit dünnem Schwamm sehr schnelle griffige Noppe. Bessere Angriffsoptionen als der Bamboo, allerdings schwierig zu beherrschen, in der 1 mm Variante etwas effektiver und einfacher, da wird die Abwehr aber sehr schwierig. Ich konnte damit auf Durchschnittstopspins bereits ohne gewaltige Hackbewegung einen starken "Gratisunterschnitt" auf den Tisch zurücklegen. Aufgegeben v.a. wegen der Schwierigkeiten im Angriff (wollte mit der 1 mm Variante blocken und kontern) und wegen der kurzen Lebensdauer (keine Angst, gilt nur für Konterspieler ). Wäre jetzt wo die Abwehr wieder wichtiger geworden ist in 0.6 mm eine Alternative, sofern ich das flotte Tempo in den Griff kriegen könnte.

Friendship 755 1.2 mm: Kennst Du ja. Habe wegen des leichteren Angriffs darauf gewechselt. Eher einfach zu beherrschen in der Abwehr, allerdings weniger Unterschnitt als der 837er. Aufgegeben ebenfalls wegen der geringen Lebensdauer wenn man das Ding als Angriffsbelag verwendet (verbunden mit rascher Aenderung der Spieleigenschaften in unerwünschter Richtung), zudem wegen des für mich zu geringen Unterschnittes.

Feint Long II 0.5 mm: Deutlich langsamer als die obenerwähnten griffigen LN, etwas weicher und noch griffiger. Sehr sicher in der Abwehr, Schnittvarianten lassen sich damit in der Abwehr unter den bisher genannten Belägen am leichtesten produzieren. Viel Unterschnitt möglich, allerdings nicht "gratis" sondern nur unter Einsatz der Unterarm-Handgelenkshacke. Es können zudem sogar fast normale Schupfbälle gespielt werden. Noppenblock und Konter ist möglich, aber zumindest für mich (v.a. der Konter) schwierig mit ungenügender Trefferquote im Spiel. Mein aktueller RH-Belag.

Curl P1R 0.5 mm: Erscheint noch etwas weicher und griffiger als der FL II, noch langsamer. Habe noch sehr wenig Erfahrung damit, auf meinem aktuellen Holz war er mir nach einem kurzen Probetraining sogar zu langsam. Könnte aber wieder eine Option werden falls ich doch noch auf ein schnelleres Holz wechsle.

Wenn Du nicht krökeln willst sind der FS 837, FL II und P1R klassische Vertreter der Abwehrnoppen, die auch bei Weltklassespielern im Gebrauch sind. Nur ist zum Krökeln ganz allgemein zu sagen, dass Du wahrscheinlich trotz des Wunsches eine klassische Abwehr spielen zu wollen, kaum darum herum kommen wirst das eben doch irgendwie zu lernen. Viele Gegner gerade in den unteren bis mittleren Spielklassen versuchen ja gerade durch drucklose und schnittarme Eier auf die LN irgendwann zu einfachen Einschussmöglichkeiten zu kommen, d.h. sie lassen sich gar nicht auf ein Duell Topspinangriff-Abwehr ein. Da brauchst Du ein bis zwei probate Mittel um diese Situationen auflösen zu können und dem Gegner das Krökelspiel zu verleiden. Dabei musst Du auch als Dreher mit der LN zumindest aggressiv schupfen können. Was machst Du ausserdem wenn die Bälle nach dem ersten VH-Topspin wieder in die RH fliegen? Ist ja schade wenn's dann nicht angriffig weitergeht falls der Ball etwas kurz und hoch kommt, oder (passiert mir häufig genug)? - Nur mit den Beinen von Ma Wenge kann der ganze Tisch im Angriff mit der VH abgedeckt werden (und auch der scheint nun nachzulassen mit dem Alter ).

So, hoffe das ganze Gelaber hat Dir mehr brauchbare Hinweise als Verwirrung gebracht.

MfG
Taugenichts
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