Zitat:
Zitat von Matousek
Du bist ja selbst Unternehmer, denke hast Du mal geschrieben. Dafür hast Du ja quai schon fast anmutende linke Denkweise.
Auf alle Fälle hast Du m. E. sehr viel ernsthaftes Hintergrundwissen. 
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Als Unternehmer habe ich genau zwei Möglichkeiten:
Variante A)
Ich bezahle ordentlich, behandle die Leute mit Respekt, verlange dafür aber auch Leistung. Wer auf Dauer nicht mitzieht darf gehen oder fliegt raus.
So macht es im Grunde die Mehrzahl der Firmen.
Variante B)
Ich stehe mit dem "Knüppel" dahinter und presse die Leute aus.
Diese Variante wird oft von Managern gewählt, die nur hochbezahlte Angestellte sind. Im produzierenden Gewerbe sind manche Unternehmen dazu genötigt, da die Konkurrenz ebenso vorgeht. Hier ist der Gesetzgeber gefordert.
Kein ordentlich arbeitendes Unternehmen hat etwas gehen den Mindestlohn oder gehen das Erklären eines Tarifvertrags zur Allgemeinverbindlichkeit.
Auch gegen das Prinzip "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" hat eine seriöse Firma nichts.
Viele Manager sind da, Mmn. völlig in die falsche Richtung orientiert.
Ich habe viel mit dem Handel zu tun und beobachte es seit Jahren.
Die, die am besten zahlen haben den größten Erfolg und stehen an der Spitze.
Namentlich Aldi, Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland)
Diejenigen, die immer mehr kürzen oder sowieso Mai bezahlen hängen hinten dran.
Namentlich: Real (zahlt sie eigenen Leute ganz gut aber arbeitet viel mit Leiharbeitern), Netto und Penny.
Einem Sonderfall bilden die selbstständigen Edeka/Rewe Betreiber, die nicht dem Tarif unterliegen. Das ganze Geschäftskonzept funktioniert nur auf der Basis niedriger Löhne. Hier wird in der Regel nochmal unterhalb von Netto/Penny bezahlt (ja ja, der freundliche Kaufmann, der Lebensmittel liebt...). Geht aber nicht anders. Wer ein neues Ecenter aufmacht hat erstmal 5 Mio Schulden bei der Edeka, bis ihm nach 10 Jahren der Markt gehört.
In Zahlen heisst das, dass eine Kassiererin bei Lidl mit 11.5 Euro die Stunde anfängt, dann innerhalb von 5 Jahren auf Bis zu 16 Euro steigt.
Beim Edeka sitzen 80% für 8.5 Euro an der Kasse, wobei der Mindestlohn schon viel gebracht hat. Davor waren es zwischen 5 und 7.5 Euro. Da funktioniert dann nur die Methode "Knüppel".
Ich finde meine Einstellung da im übrigen auch nicht großartig links, eher schaue ich, wie ich mit wenig Theater Geld verdiene.
Wenn ein motivierter MA 95-100% bringt und wenig krank ist, dann rechnet sich meine Einstellung im Gegensatz zu einem Leiharbeiter, der sowieso keine Lust hat und wo man hinterher nachbessern muss.
Meine Beschwerdequote seitens der Kunden liegt im Bereich von maximal 1-2%, welche per Nachbesserung zu fast 100% aus der Welt geschafft wird. Wenn ich bei Firmen, welche Leiharbeitern arbeiten oder ganz mau bezahlen den Ausschuss anschaue oder was an Beschwerden läuft sehe ich in der ersten Variante einen Vorteil. Zumindest langfristig.
Ich könnte noch mehr Beispiele zeigen...