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Alt 04.01.2017, 11:52
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: Terroranschlag in Berlin

Nochmal zum aktuellen Steuerrecht:

Ein "normaler" Unternehmer, Handwerker oder auch Geschäftsführer wie z B. Peter Igel hat doch gar keine grossen Möglichkeiten da zu tricksen.

Bisschen Verlust aus V+V, paar Rückstellungen, vielleicht noch im Dezember ein paar Anschaffungen tätigen.
Macht alles den Braten nicht fett.

Aber schon ein Unternehmen wie z. B. Butterfly hat durch die Auslandsniederlassungen ganz andere Möglichkeiten.

Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob sie den Teneriffa zu 10 Euro oder zu 40 Euro bei der Muttergesellschaft "kaufen".

Dazu kann die Muttergesellschaft Lizenzrechte für die Nutzung von Patenten in Rechnung stellen.

Was auch oft gemacht wird ist die Trennung von Immobilienvermögen und eigentlicher Arbeit.

Eine Auslandsgesellschaft erwirbt z. B
das Fabrikgelände (betrifft jetzt nicht bty) und vermietet es zurück an die GmbH in Deutschland.

Oder, Beispiel VW, werden die Firmenjets auf den Cayman zugelassen und diese Auslandsgesellschaft kassiert für die Nutzung.

Usw.usw.:

Eine Variante in Deutschland, um vorübergehend etwas zu sparen ist noch eine GmbH. Allerdings greift hier der volle Steuersatz schon ab dem ersten Euro und bei späterer Ausschüttung muss dann die Differenz zum persönlichen Steuersatz gezahlt werden.

Macht durch die Progression den Braten ebenfalls nicht fett, alleine dadurch schon, dass die Gewerbesteuer mit reinfällt.

Soviel zu kleinen Exkurs ins Steuerrecht.

Hier sind alle international agierenden Firmen klar im Vorteil.

Selbst unsere "Dorfkönige" im Sauerland wie Grohe, Kirchhoff oder Kostal, die allesamt Multimillionär sind, können da mitspielen.

Ein kleinerer Betrieb mit 10 oder 20 Mitarbeitern hat keine Chance.

Wie will ein örtlich agierender Bauunternehmer jemals mit Hochtief konkurrieren, die durch internationale Verflechtung eine viel geringere Steuerlast haben?

Und hier sind wir dann bei den 0,01% ganz großen, für die der ganze EU-Kram ein Riesenvorteil ist und die bei Brexit und Co. sofort die Panik bekommen. Für 99% in Deutschland ist es völlig egal, ob die Briten austreten. Die haben nicht mehr und nicht weniger. Aber einige, wenige könnten richtig verlieren,, sprich die Elite.

Gerade die Banken können dann nicht mehr wie bisher von der City ins Bankenviertel hin und her schieben, wie ihnen gerade die Laune nach ist.
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