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AW: DER Thread für politisch Interessierte
Weist du was ich mich immer frage:
Die Gewerkschaften und "Linken" spucken ja jedes Jahr immer große Töne, was sie alles machen "wollen".
Schaut man sich aber mal die Vermögensverteilung in Deutschland an (im Rest der Welt ist es z. T. noch extremer), dann fragt man sich, warum die 50% der Gesellschaft, die im Grunde nichts besitzen nicht längst die Mehrheit mit einer Partei stellen, die tatsächlich ihre Interessen vertritt.
Als Antwort komme ich zu dem Schluß, dass jeder Mensch im Grunde ein Egomane ist. Der eine mehr, der andere weniger.
Schafft man den "Sprung" in die Region, wo es egal ist, ob man jeden Tag ins Restaurant geht, ich sage mal zu den 2-5% gehört, die über 100k haben, dann wechselt man die "Mannschaft". Solange,, und das lief 50 Jahre gut, man die anderen "leben" lässt, der Fabrikarbeiter sein Reihenhaus hat, zweimal im Jahr nach Mallorca fliegt und sonst "Fussball und Bier" garantiert sind, dann ist das System soweit noch relativ in Ordnung.
Mittlerweile aber, und hier spielt der Zinseszinseffekt rein, geht die Schere auseinander.
Zwei Beispiele: Auf lange Sicht steigt die Börse immer. Es Werden Sachwerte gehandelt und die unterliegen der Inflation. Gleichzeitig erhöht sich in der Regel auch jedes Jahr die Dividende.
Die untere Schicht kann da gar nicht einsteigen. Zu wenig Kapital. Wer kann, der kauft über Jahre ("Costa average Prinzip") immer mehr hinzu. Steigt nun über Jahre die Dividende, so erhöht sich der Zins auf die zuerst und am billigsten gekauften Anteile jedes Jahr. Auf den Kaufkurs kommen nicht selten 2Stellige Renditen.
Beispiel: Für wieviel Geld hat Herbert Quandt in den 50ern BMW erstanden, sprich die 47%? Ich habe es nicht im Kopf, aber mehr als 1Mrd in Euro dürfte es nicht gewesen sein.
Heutzutage bekommen die Erben darauf ca. 600-800 Mio Dividende. Jedes Jahr!
Also ein Zins auf den Kaufkurs, der an die 100% geht.
Inflation und Zinseszins...
Zweites Beispiel Immobilien:
Was kostete vor 30 Jahren ein 6Familien Haus?
Umgerechnet vielleicht maximal, bei guter Lage, 500.000 Euro (1Mio DM).
Wer damals zur Miete wohnte zahlte vielleicht 750 DM/Monat Miete. Heute sicher an die 1.000 Euro.
1.000 x 12 x 6 macht 72.000 Euro Miete bei Kosten von 500.000.
Knapp 15% Rendite.
Inflation und Zinseszins...
Steigen jetzt dir Löhne entsprechend, wie es bis zum Jahr 2.000 der Fall war, dann ist für die Masse alles in Ordnung.
Tritt aber der Fall wie jetzt ein, dass es auf den kleinen Spargroschen 0% gibt und die Einkommen nicht entsprechend steigen, dann findet eine Umverteilung statt, die in naher Zukunft große Unruhen mit sich bringen kann.
Die Rente ist ja für die Generationen ab 1975 praktisch auch abgeschafft. 40% vom letzten Netto, die noch voll steuerpflichtig sind werden dafür sorgen, dass mindestens 40-50% der Rentenbezieher ihre Beiträge völlig umsonst bezahlt haben, da sie unter der Grundsicherung liegen.
Die Beamtenpensionen werden so auch nicht mehr zu halten sein, aber da geht der Staat zum Schluss ran. Man greift sich im Amt ja nicht selbst in die Tasche.
Eine Lösung wäre "Alle zahlen alles von allem mit niedrigeren Sätzen". Es geht nicht um die Steuer. Hier ist man recht flott bei 45% inkl. Solz. Man könnte ab 1 Mio auf die Kohlschen 53% gehen, macht in der Summe aber nicht viel.
Besser wäre RV, KV und AV pauschal mit 10% von allem zu belasten, von der Dividende, über Zinsen, bis zu Millioneneinkommen und, wichtig, Erbschaften.
Man kappt die Rentenzahlung dann aber auf zum Beispiel 3.000 Euro,; die Netto ausbezahlt werden.
Erhöhung jedes Jahr um dir Inflation, Beamte werden voll beitragspflichtig.
So etwas wäre "sozial". Man kappt damit den Zinseszinseffekt und kann in den Beiträgen massiv runtergehen.
Aber es wird nie so kommen. Selbst die "Linken" und Gewerkschaften die da mit am Tisch sitzen wären betroffen...
Die Schere wird sich weiter spreizen.
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