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Alt 21.01.2017, 12:09
User 17544 User 17544 ist offline
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Zitat:
Zitat von Danielson Beitrag anzeigen
[...]
Danke für den kleinen, mir völlig ausreichenden Einblick

Ich hoffe, dass dir der Spaß an deinem Beruf nie abhanden kommt und dir die, aus dem was ich durch meinen Sohn und verwandten Lehrer(inne)n so mitkriege, immer weiter zunehmenden Aufgaben, neben der eigentlichen Kerntätigkeit, nicht zu viele Nerven kosten.

Zumindest nehme ich mal an, dass es auch dir nicht erspart bleibt dich mit Fachkonferenzen und all dem was eine größere Schule mit einem wahrscheilich auch bei dir vorhandenem großen Kolleguim (um die 70?) neben dem Unterrichten bewältigen muss, auseinanderzusetzen.

In deinem gewährten Einblick der tatsächlichen Arbeitsbelastung deines Lehrerdaseins haste das zwar nicht einfließen lassen, aber ich nehme halt an, dass das auch bei dir noch dazu kommt

Deine angegebenen 25 Unterrichtsstunden bei einer Vollstelle, sind, so weit ich mich recht erinnere auch hier in NRW gültig.

Keine Ahnung wie es bei dir ist, aber hier in meinem kleinen Umfeld ist es so, dass Stundenpläne so gestaltet werden müssen, dass es nicht zu vermeiden ist, dass diese 25 Unterrichtsstunden nicht immer günstig für die einzelnen Lehrer über die Woche verteilt sind. Stunden von kurzfristig ausfallende Kolleg(inn)en müssen und werden wenn möglich von Kolleg(inn)en übernommen, was auch dazu führt, dass selbst die für manchen als wenig betrachteten 25 Unterrichtsstunden pro Woche mal mehr mal weniger häufig überschritten werden. Ein Ausgleich dafür ist auch nicht immer möglich. Dazu kommen Klassen- bzw Kursfahrten. Für die mitreisenden Kolleg(inn)en ist eben kein Urlaub, wie mancher zu glauben scheint, sondern ein Job mit Verantwortung rund um die Uhr. Für den Schulalltag, manch nicht mitgereister Kolleg(inn)en in dieser Zeit, bedeutet das nicht sellten eine Mehrbelastung, denn auch da wird versucht den Unterricht der mitgereisten Kolleg(inn)en nicht einfach ausfallen zu lassen. Hier z.B. darf in der Unterstufe gar kein Unterricht ausfallen.

Klar mag es Leute geben, die sich denken: Lehrer ist ein klasse Beruf. Maximal 25 Stunden die Woche Unterricht und das auch noch a 40 Minuten, dazu Ferien sprich Urlaub satt und die Bezahlung ist im Vergleich mit Lehrern aus anderen Ländern gut. Mag auch mal sein, dass sich Leute mit dieser Vorstellung dann tatsächlich bis in den Schuldienst verirren, aber so wie ich das mit meinem kleinen Einblick von außen sehe, werden diese Leute recht schnell von der Realität eingeholt.

...ach so, ich hoffe, dass du zu den verbeamteten Lehrern gehörst und nicht zu den angestellten. Zumindest hier in NRW kommt es durch diesen Unterschied durchaus auch mal dazu, dass Unterricht wegen streikender, angestellter Lehrer ausfallen muss. Dass sie streiken, kann ich bei den Unterschieden bei gleicher Arbeit durchaus verstehen.

Nachtrag: Was wohl sehr häufig auch noch dazukommt, sind durch Lehrer angebotene Projekte: Die wird es wohl an vielen Schulen geben. Hier bei meinem Sohn sind es z.B. eine Big Band, Chöre etc. Falls die anbietenden Lehrer dafür einen Ausgleich kriegen, dann ganz sicher nicht in dem Ausmaß, der dem Aufwand dafür entspricht. Mein Sohn spielt z.B. in der Big Band mit. Der Lehrer, der das auf die Beine gestellt hat ist großartig. Der macht das schon mehr als 10 Jahre. An zwei privaten Musikschulen hat mein Sohn schon Unterricht für sein Instrument gehabt. Dort wird auch immer versucht zumindest einmal im Jahr eine Aufführung zu veranstalten. Qualitativ allerdings ganz weit von dem entfernt was der besagte Leherer kostenlos mit der Big Band auf die Beine stellt. So eine Schul-Big Band habe ich letztens auch auf dem Weihnachtsmarkt in Hilpoltstein gesehen, die war eben so klasse und ich vermute, dass das auch auf das Engagement eines Lehrers außerhalb der Schulzeit zurückzuführen ist.

Wenn Lehrer(inn)en so arbeiten würden, wie hier so manch einer meint - also Dienst nach Vorschrift auf Minimallevel - dann sähe es wirklich übel auf unseren Schulen aus. Tun sie aber nach meinem persönlichen kleinen Einblick zumindest selbst in meiner Ecke, in der es nicht gerade gut um Schulen bestellt ist, aber zum Glück aller nicht und wenn ich Danielsons Einblick aus einer anderen Ecke Deutschlands so lese, zumindest dort auch nicht.

Geändert von User 17544 (21.01.2017 um 12:26 Uhr)