Einzelnen Beitrag anzeigen
  #32  
Alt 21.01.2017, 18:40
Michael Koch Michael Koch ist offline
registrierter Besucher
Forenmitglied
 
Registriert seit: 06.08.2010
Ort: Raum Aschaffenburg
Alter: 48
Beiträge: 238
Michael Koch ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Michael Koch ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Michael Koch ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Michael Koch ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: Jean-Michel Saive kandidiert für ITTF Präsidentschaft

Zitat:
Zitat von Al(i)x Beitrag anzeigen
Als erstes möchte ich sagen, dass der Artikel in der Zeitschrift "tischtennis", Ausgabe Januar 2017, Seite 18+19 eine Frechheit war. Das Interview von Rahul Nelson mit Jean-Michel Saive war an Respektlosigkeit nicht zu überbieten. Der Journalist nur am provozieren, sogar Saive sagte irgendwann "Sie machen mich sprachlos." und dabei hilft auch nicht, wie Rahul Nelson in Klammern ergänzt, dass Saive dabei lacht, denn man kann auch vor Fassungslosigkeit lachen. Schwacher Artikel, aber kein Wunder vom DTTB-Haublatt (Herausgeber: Deutscher Tischtennis-Bund, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt/Main), hätte mir trotzdem etwas mehr Neutralität gewünscht.

Ein Grund mehr, warum ich für Jean-Michel Saive als Präsident der ITTF bin.

Das fehlte mir schon lange, das Gefühl, dass es um die Sportart Tischtennis geht und nicht Tischtennis einfach nur ein Produkt ist um irgendwie Geld zu machen.
Dreifache Zustimmung!

- Die Art und Weise von Rahul Nelson im Interview gegenüber Jean-Michel Saive war respektlos. Man wurde den Verdacht nicht los, dass er mit seinen Provokationen und seiner Gesprächsführung Jean-Michel Saive vorführen wollte, damit der deutsche Kandidat Thomas Weikert, der auf der nachfolgenden Doppelseite präsentiert wurde, besser da steht.

- Ob das jetzt ein Grund mehr ist, für Saive zu sein, sehe ich an sich zwar nicht so, denn weder Saive noch Weikert können etwas für diese Veröffentlichung im deutschen Verbandsmagazin. Aber ich bin ganz bei dir, dass ich ebenfalls hoffe, dass Jean-Michel Saive der neue ITTF-Präsident wird.

- Sehr gut formuliert hast du meiner Meinung nach, dass man oft nur noch das Gefühl hat, Tischtennis wäre lediglich ein Produkt und das Mittel zum Zweck kommerzielle (oder auch persönliche) Ziele zu erreichen.
Immer wieder hatte ich in der Vergangenheit und heute den Eindruck, dass einige Verantwortliche nur das Ziel verfolgen, sich persönlich oder ihre Firmen zu bereichern oder um sich selber zu beweihräuchern!

So etwas hat ein Jean-Michel Saive nicht nötig. Der ist eine lebende Legende des Tischtennissports und ist in einem Atemzug zu nennen mit anderen Legenden wie Jörgen Persson, Vladimir Samsonov und Jan-Ove Waldner.

Saive ist in Belgien Nationalheld, er war gleich zweimal Fahnenträger bei Olympia (1996 und 2004), dem stehen in Belgien alle Türen offen und sicherlich gehört er noch zu der Generation Spieler wie auch Jean-Philippe Gatien, die finanziell ausgesorgt haben und gar nicht mehr arbeiten müssten. Ich bin überzeugt, dass es Jean-Michel Saive vor allem darum geht, Tischtennis wieder nach oben zu bringen und er das nur für den Sport selber macht!

Saive ist 47 Jahre alt, der könnte noch zwei Jahrzehnte lang die Geschicke der ITTF und des Tischtennissports lenken.

Und er ist auch nicht nur ein typischer Spieler gewesen, der wenig vom Business mitbekommen hat, sondern mit seinem Bruder Philippe Saive hat er doch schon lange Events und Promotion für Tischtennis betrieben und dadurch Management Erfahrung und Knowhow wie man Dinge professionell aufzieht. Zum Beispiel die ITTF Legends Tour wurde von den Saive Brüdern entwickelt.

Zitat:
Zitat von Al(i)x Beitrag anzeigen
Das finde ich sehr wichtig! Das Development Programm fördert auch den Tischtennis Sport in Afrika, Südamerika und anderen Teilen unserer Welt. Wenn das Development Budget verdoppelt wird, kann man vielleicht jeden Monat einen Toptrainer für 1 Woche in ein TT-Entwicklungsland auf der Welt schicken oder sogar parallel zwei Trainer in zwei Länder. Wenn man das ausweiten kann und irgendwann jeden Monat drei Trainer jeweils eine Woche in der Welt unterwegs sind, dann bekommt man pro Jahr 30-40 Länder abgedeckt. Manchmal macht es auch Sinn, dass man Reisen kombiniert und für zwei Wochen nach Afrika fliegt und in der ersten Woche das eine Land macht und in der zweiten Woche das andere Land.

Wenn man die besten Trainer aus jedem Land nimmt, da wird doch jeder mal eine Woche Zeit finden und gut entwickelte Länder wie Deutschland, Frankreich oder Schweden gibt es einige. In jedem Land findet man unter den besten 5-10 Trainern zwei die sich für ein Entwicklungsprojekt für den Tischtennis Sport bereit erklären.

Natürlich ist das nicht viel, eine Woche pro Land, aber man wenn man beispielsweise aus Deutschland zwei Toptrainer nimmt wie Dirk Wagner oder Matthias Landfried und schickt die für eine Woche nach Tansania, Uganda, Kasachstan oder Estland, damit sie dort mit den besten Talenten trainieren und sie parallel die besten oder sogar alle interessierten Trainer des Landes eine Woche lang schulen, auf was es ankommt, dann bringt selbst eine Woche viel, wenn man das alle 1-2 Jahre in dem Land wiederholt.
Neben der Aufgabe, Tischtennis imagemäßig und medial (Anerkennung in der Öffentlichkeit und Medien, TV-Präsenz, Abdeckung aller Bereiche im Internet - Social Media und klassische Medien, Reputation allgemein) nach vorne zu bringen, ist aus meiner Sicht das ITTF Development Programm einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Während Tischtennis in Ländern wie Deutschland auf dem absteigenden Ast ist, belegt durch offizielle statistische Zahlen (Mitgliederentwicklung DOSB), aber hier Strukturen und Möglichkeiten vorhanden sind, um die Kurve wieder selber zu bekommen, gibt es diese Situation in den meisten Ländern auf der Welt nicht.

In den asiatischen TT-Nationen wie China, Korea, Japan, Hongkong, Singapur und Taiwan muss man nicht sprechen. Ebenso wenig wie über Frankreich oder Schweden. Aber in Europa fängt es schon an mit Albanien, Kosovo, Moldawien, Georgien, vielleicht das Baltikum, einige andere Länder in Süd- und Osteuropa.

Aber vielmehr geht es darum, Tischtennis in Afrika, Ozeanien und Südamerika zu entwickeln. In den meisten dieser Länder gibt es weder Strukturen, noch Möglichkeiten und auch keine finanziellen Möglichkeiten das nötige Knowhow einzukaufen.

Hier setzt das ITTF Development Programm an. Man sieht jetzt schon, wie einzelne Länder dieser Kontinente plötzlich im internationalen Spitzentischtennis mitmischen, wie Ägypten (z.B. Omar Assar), Nigeria (z.B. Quadri Aruna) oder Brasilien (z.B. Hugo Calderano). In diesen Kontinenten schlummert ein riesiges Potential, Tischtennis in der Breite und der Spitze zu entwickeln. Es fehlt aber vor allem an materieller und finanzieller Unterstützung und vor allem an Knowhow. Knowhow wie man ein professionelles Training aufzieht und so wie Al(i)x es oben schrieb, den Trainern des Landes zeigt, wie sie jetzt und in Zukunft vorgehen müssen.

Hier muss man auch die besten Trainer Europas und Asiens in die Verantwortung nehmen. Es dürfte jedem klar sein, dass Trainer wie die genannten Matthias Landfried und Dirk Wagner (und ich möchte auch noch Richard Prause dazu nennen und würde auch Jörg Bitzigeio noch nicht ganz abschreiben) für solche Einsätze kaum Zeit haben werden und wahrscheinlich gibt es für diese Förderprojekte auch nicht die finanzielle Honorierung, die sie normalerweise bekommen. Aber es geht hier um den Tischtennissport insgesamt und wenn jeder Top-Trainer alle 1-2 Jahre mal 1-2 Wochen investiert, dann wird sich Tischtennis weltweit viel besser entwickeln und der Stellenwert unserer Sportart wächst auf der ganzen Welt.

Sicherlich eignet sich auch nicht jeder der Profitrainer dafür, beispielsweise afrikanischen Kindern und Trainern etwas beizubringen, vielleicht haben einige auch nicht die Geduld oder das Verständnis. Ich denke aber, dass gerade Matthias Landfried einer der besten für diese Aufgabe wäre, das kann ich jetzt auch persönlich gut beurteilen, da er diese Saison zweimal eine halbe Stunde von meinem Wohnort entfernt, einen Wochenendlehrgang mit Thomas Keinath veranstaltete. Davor kannte ich ihn nur vom Sehen von einem halben Dutzend Spielen als er in Würzburg Trainer war und von einigen Spielen als Trainer von Saarbrücken, als er mit seinem Team in Fulda und Hanau Auswärtsspiele hatte und einem öffentlichen Bundesligatraining in Würzburg, wo ich aber nur Zuschauer war und keinen Gesprächskontakt hatte.

Wenn man Trainer wie ihn und ähnlich kompetente und erfahrene Trainer überzeugen könnte, das ITTF Development Programm zu unterstützen und die ITTF dank der Initiative von Jean-Michel Saive das Budget für dieses Programm verdoppeln könnte, dann wird Tischtennis (natürlich auch aufgrund anderer Maßnahmen) innerhalb von fünf Jahren in vielen Teilen der Welt einen großen Schritt nach vorne machen und jedes Land wird dabei andere mitziehen.

Zitat:
Zitat von Al(i)x Beitrag anzeigen
Das wäre endlich ein Präsident, der das begreift!

Tischtennis muss sich auf seine Werte besinnen und darf nicht weiter seinen Charakter ändern!
Das ist auch mir besonders wichtig. Es muss endlich vorbei sein mit den ständigen Regeländerungen! Tischtennis ist jetzt (noch) gut so wie es ist, aber außer der Änderung der Zählweise auf 11 Punkte, die fast nur Vorteile (hauptsächlich mehr Spannungsmomente) brachte, war einiges eher negativ zu sehen.

Zitat:
Zitat von Al(i)x Beitrag anzeigen
Ich bin mir sicher, dass siebenfache Olympiateilnehmer Jean-Michel Saive als Mannschaftsspieler (u.a. Vize-Weltmeister mit Belgien und vielfacher Champions League Sieger mit Charleroi) ein echter Teamplayer ist, aber ich bin mir auch sicher, dass Saive als Einzelspieler (u.a. Europameister im Herren-Einzel, Vize-Weltmeister im Herren-Einzel und Nummer 1 der Weltrangliste) genauso eine Führungsqualität hat und zur Not auch als Einzelkämpfer für eine gute Sache nach vorne breschen kann und sein Team begeistert und mitzieht.

Ich hoffe, dass die Tischtennis Verbände der Welt ihm eine Chance geben und nicht wie man es von der FIFA kennt, zu viel Lobbyarbeit und Vetternwirtschaft betrieben wird und nachher doch wieder so ein typischer Funktionär wie Thomas Weikert an der Spitze stehen wird.
Schön geschrieben, da bin ich ganz bei dir.
Mit Zitat antworten