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Zitat von Brett13
Insgesamt wird die Politik, völlig Parteien unabhängig, sich langsam aber sicher mit dem Wandel beschäftigen müssen. Weder mit neoliberaler Scheiße noch mit old school 50er Gewerkschaftsparolen wird man den Menschen, die es dabei direkt treffen wird und der nachfolgenden Generation, die anders ausgebildet werden muss, gerecht werden können.
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Ich weiß nicht, welche Parolen Du genau meinst, die nicht mehr zeitgemäß seien. Letztlich geht es doch einfach darum, dass immer weniger Geld durch Arbeit verdient wird und dadurch ein immer größerer Teil der sich auch noch vermehrenden Menschen daran nicht mehr teilhaben können.
Das ist nichts Neues, mit der industriellen Revolution begann diese Problematik bereits. Bereits damals begann der Fehler, dass Sozialabgaben nur auf Beschäftigte erhoben wurden, so dass menschliche Arbeit verteuert und damit im Vergleich zu Maschinen unrentabler wurde. Mit zunehmender Qualität der Maschinen bis hin zu Robotern und künstlicher Intelligenz, die in immer neue Arbeitsfelder vordringen, wird künftig immer stärker mit Maschinen Geld verdient. Diese Wertschöpfung wird durch Mängel in der Gesetzgebung und legale sowie illegale Tricks weitgehend privatisiert. Hier gibt es logischerweise eine immer kleinere Zahl von Profiteuren, die ihre Profite stetig maximieren, während alle anderen keinerlei Teilhabe mehr haben. Dass das Probleme macht ist eigentlich offensichtlich.
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Zitat von Brett13
Ein Recht auf Arbeit wird jedenfalls immer schwerer zu gewährleisten sein. Ein gutes Bildungssystem gepaart mit einer menschenwürdigen Grundsicherung für Zeiten ohne bezahlte Arbeit, die zwangsläufig immer häufiger vorkommen wird, sind die Dinge um die sich Politik kümmern muss.
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Das bedingungslose Grundeinkommen, finanziert aus den Gewinnen, ist m.E. dauerhaft die einzige Möglichkeit, den wachsenden Feudalismus einzudämmen. Tut man das nicht, sind Unruhen und Bürgerkriege eine automatische Folge - wer dabei mehr zu verlieren hat ist auch klar.
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Zitat von Brett13
Dieses blöde Gelaber über Leute, die 40 Jahre am Stück in Arbeit waren und sich wegen ihres Fleißes 'ne ordentliche Rente verdient haben, muss die SPD mal endlich abschütteln. Das ist schon länger ein nicht mehr haltbares Auslaufmodell.
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Die Tatsache, dass die Lebensläufe heute sehr häufig anders aussehen, macht berechtigte Ansprüche ja nicht zu blödem Gelaber. Denn wer das Glück hatte Arbeit zu haben hat eben auch gearbeitet und es kann nicht sein, dass dies dann wegen der von Dir genannten Entwicklung absolut nichts mehr wert ist.
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Zitat von Brett13
Das Gezeter auf böse, große, deutsche Konzerne, ist aus meiner Sicht auch daneben.
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Abgesehen davon, dass kleine und mittlere Unternehmen aus meiner Sicht mehr zum Wohlstand der Allgemeinheit beitragen als die Konzerne, die häufig zu viel Macht haben und andererseits ein Spielball der großen Investoren sind, sind es eher deren Führungskräfte, die Anlass zu Protest geben. Viele dieser Top-Manager denken kurzfristig und börsenkursorientiert, statt nachhaltig und strategisch. Korruption, Betrug, Selbstbedienung sind da nicht selten.
Too big to fail darf es einfach nicht geben - hier müssten die Kartellämter einschreiten und die Marktmacht, sowie die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Konzernen eindämmen.
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Zitat von Brett13
Die Rolle der Gewerkschaften finde ich persönlich immer unrühmlichen.
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Sehe ich ähnlich kritisch, allerdings ist das das Ergebnis langjähriger neoliberaler Politik. Es wurde alles getan, den Gewerkschaften das Leben und Wirken zu erschweren, diese wehren sich nun mit fraglichen Mitteln und verkommen zu verbohrten Streitern für die eigene Existenzberechtigung. Die wirklichen Probleme kann man so nicht lösen.
Gezeichnet Karl Marx