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Alt 27.05.2004, 08:37
Günter Günter ist offline
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Günter ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Bayern spielt national nur noch zweite Geige, wenn überhaupt.

Zitat:
Zitat von D.G.
Eine Schwarzmalerei ist in Bayern angesichts der absoluten Mehrheit der CSU zwar verständlich, im TT jedoch nicht angebracht. Man sollte nicht in den Fehler verfallen, das Ergebnis einer Veranstaltung zu verallgemeinern.

Bayern beschritt ab September 1999 mit dem neuen Verbandstrainer Thomas Müller einen neuen innovativen Weg, in Würzburg für den Hochleistungssport eine zentrale Förderungseinrichtung, das TTLZ als Voll- und Teilzeitinternat des BTTV ins Leben zu rufen. Wie auf der BTTV-Homepage nachzulesen, ist es Ziel des TTLZ, den größten bayerischen Nachwuchstalenten ein Umfeld für einen leistungswirksamen Trainingsprozess zu schaffen. In einem Verbund der Schule, des qualifizierten Trainings, der individuellen Betreuung im pädagogischen und sportlichen Bereich und der wissenschaftlichen Trainingsbegleitung im TTLZ soll den talentierten jungen Spielern der Weg zum Leistungssport vermittelt und dem leistungssportorientierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Weg in die nationale und internationale Spitze seiner Altersklasse geebnet werden.
Diesen Weg schafften in den vergangenen Jahren Andreas Ball, Benjamin Rösner, Katharina Schneider, Angelina Gürz und Sebastian Endreß, die allesamt vom DTTB auch für die Europameisterschaften nominiert wurden.
Dass sich vor allem bei den Schülerinnen nach nach dem altersbedingten Wechsel von Angelina Gürz und Carolin Frey zu den Mädchen eine große Lücke aufgetan hat, muss hinterfragt werden. Es gelang offensichtlich dem BTTV nicht, weibliche Nachwuchstalente für das TTLZ zu gewinnen.

Es zeigt aber auch das Beispiel Thüringen, dass auch in den neuen Bundesländern ein frischer Wind weht und Thüringen inzwischen Bayern bereits einen Schritt voraus ist . Denn wie auf deren Homepage zu lesen ist, besteht dort als 4. Säule der DTTB Nachwuchs- und Förderstützpunkt Erfurt:
Am Sportgymnasium "Pierre-de-Coubertin" in Erfurt mit angeschlossenem Internat finden stets ca. 20 überdurchschnittlich begabte Nachwuchsspielerinnen und -spieler im Nachwuchs- und Förderstützpunkt des TTTV unter der Leitung von Landestrainer Ralf Hamrik nahezu optimale Bedingungen, um den schwierigen Spagat zwischen Leistungssport und schulischen Anforderungen zu meistern. Genauere Informationen zum Sportgymnasium in Erfurt finden sich auf den Seiten des SPORTGYMNASIUMS "PIERRE-DE-COUBERTIN" http://www.sportgymnasium-erfurt.de/deutsch/index.htm.
Von einem solchen Sportgymnasium für Tischtennisspieler/innen kann Bayern derzeit nur träumen.

Übrigens verdankt es Angelina Gürz Ralf Hamrich, der seinerzeit als Honorartrainer im BTTV-Stützpunkt Würzburg auf sie aufmerksam wurde und sie behutsam förderte, dass sie sich so für den Tischtennissport begeistern konnte.
Nicht nur Thüringen, auch BaWü bietet solche Sportgymnasien für den TT-Nachwuchs.

Sebastian Endreß wechselt auch aus diesem Grund nach BaWü. Er besucht zukünftig die „Eliteschule des Sports“, das Wirtemberggymnasium in Stuttgart. Hier wird im die Möglichkeit geboten, wöchentlich 3 Einheiten während des Unterrichts mit qual. Trainern im Einzeltraining durchzuführen. Mit Trainern, für die auch Pädagogik kein Fremdwort ist.

Der ausgefallene Unterricht wird komprimiert in kleinen Gruppen von 1 – 5 Teilnehmern von Lehrkräften des Gymnasiums nachgeholt. Bei Abwesenheit der Sportler wegen Lehrgänge, Nominierungen usw., werden ihnen von der Schule Tutoren zur Seite gestellt, die dafür sorgen, dass der Sportler auf dem Laufenden bleibt. Also beste Möglichkeiten, um Beides, Schule und Sport nebeneinander auszuüben und das schulische Ziel, das Abitur, zu erreichen. Diese Möglichkeiten sind in Würzburg nicht gegeben, die schulische und pädagogische Betreuung steckt immer noch in den Kinderschuhen, Abgänge vom Gymnasium bzw. Wechsel in „niedrigere“ Schulen sind die logische Konsequenz.

Von den oben genannten Sportler/innen schaffte nur Katharina Schneider das schulisch gesteckte Ziel, das Abitur und Sebastian Endreß ist auf dem Weg dorthin.
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