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Alt 07.02.2017, 16:47
User 17544 User 17544 ist offline
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...und nun mischt auch noch Oskar Lafontaine für die Linke kräftig, mit dem derzeitigen Lieblingsthema "Abschiebung", mit

Nee, ist ja schon alles nicht verkehrt was er da so zum Besten gibt. Ist es eben so wenig wenn es 'ne gehörige Spur zu polternd von der CSU kommt.

Nur geht es wie immer an der Realität vorbei. Wer illegal nach Deutschland kommt, wird schon seit je her abgeschoben. Nur geht das halt nicht so einfach. Aus verschiedensten Gründen ist es so. Keinen einzigen Grund davon kann man einfach wegdiskutieren oder ignorieren. Dahinter stecken halt rechtsstaatliche Prinzipien. Dass es diese Prizipien gibt, ist gut und richtig so.

Diese Abschiebethematik taucht eh alle paar Jahre neu auf. Vor ca 10 Jahren war sie schon mal recht heftig in der Politik diskutiert worden. Hardliner gab es auch damals, die sich zur Aufgabe gemacht hatten, die Abschiebepraxis zu beschleunigen. Hat nicht lange gedauert, da ist es mal wieder im Sande verlaufen.

All das ist einem Lafontaine und einer Wagenknecht ganz sicher bekannt. Schert sie aber 'nen Dreck, denn es geht einzig und allein um die Wählergunst. Die kriegst an den Ecken, wo er jetzt mitangelt nun mal nicht, wenn die bekannten Details erläutert werden. Gegen die AfD kannste mit rechtsstaatlichen Mitteln bei dem Thema eh nicht anstinken. Die einst wohldurchdachte Rechtsstaatlichkeit häppchenweise aufzuweichen und somit der AfD in die Karten zu spielen, ist aus meiner Sicht einfach nur strunzdämlich. Den Wählern Märchen zu erzählen und den Scheiß nach den Wahlen einfach auf sich beruhen lassen, sodass sich die Wähler, die auf den Scheiß abfahren dann zu recht verarscht fühlen, ist eben so dämlich, wenn nicht sogar gefährlich.

Wer wirklich was gegen illegale Zuwanderung machen will, der muss sich für Europa stark machen. Die europäischen Außengrenzen sind das Problem. Einst gab es einen schmutzigen Deal mit dem Gaddafi, der Europa vor übermäßiger illegalen Einwanderung "geschützt" hat. Den gibt es nun nicht mehr. Dann gab es das idiotische Dublin-Abkommen und gerade die Mittelmeerländer konnten zusehen wie sie damit klarkamen. Von dem eizigen Dublin-Übereinkommen ist in der aktuellen Fasswung nicht mehr viel übrig geblieben. Funzt halt nicht der Mist. War von vornherein klar.

Denke ich an die viel zu eilige EU-Osterweiterung, haste das nächste Problem. Der Putin führt sich auf wie ein Kleinkind, dem man im Sandkasten das Spielzeug wegnimmt, was absehbar war. Einige dieser Ostländer führen sich jetzt auf, als ob sie der Nabel Europas wären. Sanfte Druckmittel gibt es nun nicht mehr. Es sind halt Vollmitglieder der EU. Ganz oben auf der Anwärterlister, wären sie sicher einsichtiger. Europa hat das Stricken mit der heißen Nadel nach dem Zerfall der UDSSR nicht einiger und nicht stärker gemacht. Schwamm drüber, lässt sich eh nicht mehr ändern.

Jetzt wird's allerdings mal Zeit, dass sich in Europa wieder zusammengerauft wird. Deutschland mag ein starkes Land in Europa sein, wahrscheinlich das Stärkste. Wirtschaftlich eh. Nur bringt uns eine nationale Lösung in einer globalisierten Welt eben nicht nach vorne. Wer sich isoliert wird über kurz oder lang Probleme kriegen. Sich mit anderen einigen zu müssen, wird sicher hier und da auch mal weh tun. Sich mit anderen zu zerstreiten oder gar von ihnen abzuwenden, wird aber ganz sicher immer mehr weh tun. Das wird im Großen nicht viel anders sein wie im Kleinen.

Schaut euch auf dem Globus Deutschland mal genau an. Ein Fliegenschiss. Allmachtsfantasien sind da fehl am Platze. Das wird nix. In der heutigen Zeit noch weniger als in der Vergangenheit. Wer nicht riskieren will so Typen wie dem Trump in den Arsch kriechen zu müssen, der sollte dann doch besser auf ein möglichst einiges Europa setzen und nicht so viel Angst davor haben Macht nach Brüssel abzugeben.