Hi Elbandolero,
hier müssen wir ein wenig trennen. Viel Schnitt (Hacke) bedeutet nicht unbedingt gefährlich für den Gegenspieler.
Ich würde auch bezweifeln, dass eine "Safe"-Abwehr vom Handgelenkeinsatz abhängt... da fehlt das Verständnis, was du mit Safe-Abwehr meinst.
Zitat:
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Was kann man als Abwehrer tun um sich ein variables Handgelenk anzutrainieren. Gibt es hierfür vielleicht spezielle Übungen ?
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Ich gehe davon aus, dass Du also das Handgelenk beherrschst und Schnitt reinbekommst und jetzt wissen willst, wie man den Ball mal mit mal ohne Handgelenk spielt.
Das ist eine grundsätzliche Aufgabe für Abwehrer.
Ich selber spiele eine kurze Noppe auf der RH und spiele sehr variabel leere und schnittreiche Bälle damit (keine Abwehr).
Eine meiner Übungen ist an dieser Stelle folgende:
+ Auf Schupf einmal mit Handgelenk und einmal mit arretierten Handgelenk (mehr Arm) mit Schupf antworten. Am besten spielt man das aus dem Balleimer gegen ein Returnbrett oder der Partner hält den Schläger hin oder man nutzt einen Rotationsball um den Erfolg zu kontrollieren.
+ Balleimereinspiel abwechselnd mit und ohne Rotation - ohne Rotation versuchen selbst maximal Rotation zu erzeugen, mit Rotation - Ball schnell und möglichst leer zurückspielen
+ Balleimerspiel mit Rotation -> viel und wenig Rotation erzeugen
+ Balleimerspiel ohne Rotation -> viel und wenig Rotation erzeugen
Bei allen Übungen gehe ich davon aus, dass Du rotationsreiche und leere Bälle erzeugen kannst.
Aus meiner Sicht sind wichtige Parameter für Rotation:
- Geschwindigkeit des Schlägers - je schneller, desto mehr Tempo oder Rotation
- Schlägerbewegung von oben nach unten und von hinten nach vorn
- Balltreffpunkt -> tangential - frontal
- Balltreffpunkt -> vor dem Körper -> höchster Punkt
- Schlägerblattwinkel
- Material
Ich vertrete die Auffassung, dass der Schupfball möglichst früh und aggressiv gespielt werden soll. Das gleiche gilt für den Abwehrschlag - der Gegner sollte wenig Zeit haben. Natürlich sollte man auch den langsamen Ball für eine kürzere Platzierung beherrschen.
Dabei sollte der Ball wenn möglich am höchsten Punkt getroffen werden und dann gerade nach vorne unten gehen - ähnlich einem Angriffslice beim Tennis. Je schneller die tangentiale Treffgeschwindigkeit ist, desto höher sollte die Rotation sein - mehr Handgelenk -mehr Rotation.
Das führt in der Abwehr dazu, dass ich den Ball für mehr Rotation eher tangential + Handgelenk im Balltreffpunkt treffe und beim eher tempoorientierten Rückschlag den Ball mehr nach vorne treibe.
Ich hoffe, dass es halbwegs hilft. So etwas ist theoretisch immer nur die halbe Wahrheit, die praktischen Übungen ergeben dann in der Regel ganz andere Themen. Da scheitert ein vernünftiger Ball leider extrem oft an der fehlenden Beinarbeit.
Grüße Tom