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Alt 12.03.2017, 09:54
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Der Gesperrte Der Gesperrte ist offline
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AW: Chinese Trials 2017

Zitat:
Zitat von MaLang Beitrag anzeigen
Naja, so einfach ist es ja auch nicht. In China ist Tischtennis ein wenig rentabler als hier. Da ist es (ein wenig) leichter alles andere aufzugeben, um Profi Tischtennis zu spielen. Hierzulande kann das schnell passieren, dass man seine Ausbildung für "nichts" aufgibt, falls am Ende doch das nötige Talent für Weltspitze fehlt.

In meinen Augen liegt es im Endeffekt aber dann doch eher an Trainingsmethodik und schon vorhandenen Trainingspartnern. Da scheint mir in China das System besser zu sein und aufstrebende Jugendspieler haben schon früh die Möglichkeit, gegen die Spitzenspieler zu trainieren. Ein deutscher Jugendspieler hat, wenn es sich nicht um ein absolutes Ausnahmetalent handelt, nie die Möglichkeit gegen Spieler von internationalem Niveau zu trainieren und schon gar nicht gegen die chinesischen Superstars.

Gerade jetzt bei der Umstellung auf den Plastikball scheinen die aber schon ihr eigenes Spielsystem entwickelt zu haben, das dem Rest der Welt wirklich schon Jahre voraus scheint. Das Spiel in den "Marvellous 12" war so tempointensiv. So richtig traditionelle Topspins zur Spieleröffnung gab das fast gar nicht mehr. Wenn doch mal einer gespielt wurde, kam meistens ein so brutaler Konterball, dass man sofort nachvollziehen konnte, wieso leichte Topspins Mangelware sind. Das erschreckende vor allem sind dann aber die Rallyes, die bei dem Spiel zu Stande gekommen sind. Da wird in solchem Tempo hin und her gekontert; für die meisten Europäer handelt es sich dabei um Endschläge, die nur noch geblockt werden, wenn überhaupt.

Wie sollen die Europäer da denn aufholen? Selbst wenn Dima in der Lage wäre, die Bälle auch so zu spielen. In seinen Spielen in der Champions League blocken die Gegner seine Bälle nur, seine Trainingspartner blocken womöglich nur und dann kommen die Chinesen, die ausschließlich mit Konterbällen antworten und das auch so aus Training und Chinesischer Super League kennen. Scheint nur logisch, dass sie in dem Aufeinandertreffen die besseren Karten haben, die Chinesen sind es schließlich gewohnt, bei so hohem Tempo zu spielen. Europäer eben nicht. Da müssen erstmal welche anfangen, auf Blocks zu verzichten und nur noch gegen zu kontern.

Denn so wie die Europäer gerade spielen, wirkt das für chinesische Kontrahenten wirklich wie Zeitlupen-Tischtennis...und nicht nur für die 4 ganz oben in der Weltrangliste...
Alles richtig. Aber gekontert wird da nicht.
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