Thema: Customblade
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Alt 25.03.2017, 15:47
Edward Edward ist offline
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Edward befindet sich auf einem absteigenden Ast (Renommeepunkte nur noch im Bereich +10)
AW: Customblade

Viele Sachen die du mir unterstellst behauptet zu haben, schrieb ich gar nicht, sondern das sind deine Erfahrungen zu den üblichen Verwechselungen, die man hier des öfteren liest.

Ein Holz kann sehr wohl hart im Anschlag sein und sich weich (hier müssen wir auch erstmal einen Konsens finden, ob vom Feedback an den Spieler durch Vibrationen die Rede ist (hier ist Balsa [gibt übrigens viele Balsa Härten] sehr kompliziert und man befindet sich mit einem Fuß im Musikinstrumentenbau) also die Weiterleitung des Ballimpulses in Form von Schwingungen oder eher von einem Paket der resultierenden Eigenschaften für das Spiel wie zB. Ballverweildauer) spielen, ein Beispiel wäre ein Carbonholz mit Limba aussen (Carbon direkt unter Außenfurnier), Holz ist steif und hart, aber fühlt sich recht weich an und ist im All+/Off- Bereich. Das selbe Holz mit Koto aussen ist steif, spielt und fühlt sich auch so an und geht >OFF

Ganz Lustig ist ein dünner 7 schichtiger Balsaaufbau mit Nußbaum außen, es ist super hart im Anschlag aber recht gedämpft trotz der Härte spürt man das Holz "schwingen" (da recht großes Schlägerblatt) ohne das es elastisch ist und hat unterschiedliche Verweildauer des Balles ja nach Schlaghärte, weil eine dünne Balsaschicht direkt unter dem relativ dicken Nußbaumfurnier ist.
Dieses Holz ist mir ein absolutes Rätsel und auch nicht die Regel (Reimpact Irgendwas Special)


Aber in einem Punkt sind wir uns einig -> Es gibt nur einen schwachen kausalen Zusammenhang und mit geringster Änderung schraubt man an mehreren Eigenschaften gleichzeitig. Die Komplexität lässt sich beliebig hoch spinnen So genau kann man die Ursache/Wirkung gar nicht betrachten, da alleine das selbe Ausgangsholz durch Umwelt und Lagerbedingungen sich ändert. Selbst Stradivari hat viel Mittelmässiges gebaut*

Am Ende muss man sich wohlfühlen, was einem das Holz "erzählt", also die Rückmeldung und dem was man dem Ball mitgeben kann/möchte, was ja auch davon abhängt was man mit den Augen sieht, und diesem kurzen Moment am Schläger, woran man schon erahnen/spüren kann, ob man mit den Augen richtig lag.
Je geringer die Diskrepanz zwischen Gefühl beim Schlag und dem Gesehenen ist, desto heimischer kommt uns das Holz vor.


*Info ist aus einem älteren Buch über diesen Menschen.

Geändert von Hansi Blocker (13.05.2017 um 08:26 Uhr)
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