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Alt 02.04.2017, 19:56
Dragonspin Dragonspin ist offline
Wall'er Bub
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AW: Gefahren für die Gesundheit durch Tischtennis?

Mir scheint hier einiges durcheinander zu gehen, deshalb versuche ich das zu ordnen, auch wenn ich im Moment wenig Zeit habe.

Du bist gegen schweres Gewichtheben? Warum? Kommt eben drauf an, was deine Ziele sind. Es bedeutet ja nun nicht, dass TT-Spieler nur noch schwere Gewichte bewegen sollen und Beine wie Bäume bekommen sollen. Das wäre natürlich quatsch.

Möchte ich schnell werden? - Dann muss ich entsprechend schnell Lasten bewegen. Das geht bei 20-30 Wdh. einfach nicht. Bei Schnellkrafttraining mache ich also weniger Wiederholungen, die aber maximal schnell.

Möchte ich mehr Muskelfasern rekrutieren (die mich dann auch wiederum schneller machen)? - Dann ist Maximalkrafttraining (die von dir genannte IK-Methode) das Mittel der Wahl. Also hohes Gewicht und dann 1-3 Wdh.

Möchte ich dickere Muskeln (die durch ihren größeren Querschnitt auch helfen mich schneller zu machen)? - Dann ist Hypertrophie-Training angesagt und es werden mehr Wiederholungen, bei geringerer Last gemacht.

Was du mir mit der mitochondrialen Biogenese mitteilen möchtest, erschließt sich mir nicht. Mehr Mitochondrien in deinen Muskeln sind eine gute Sache und es lohnt entsprechend zu trainieren. - Aber es ist nicht so, dass wir vorrangig nur dafür trainieren. Vergrößerung des Muskelquerschnitts, Erhöhte Rekrutierung/Frequenzierung von Muskelfasern, bessere Ausnutzung des Dehnungs-/Verkürzungs-Zyklus (Reaktivkraft), sind alles lohnenswerte Trainingsziele.

Masse: Im Gegensatz zum Football-Spieler, der von seiner Masse im Zweikampf deutlich profitiert, benötigt der Tischtennis-Spieler nicht solche Körpermassen. Entscheidend ist für den TT-Spieler vor allem die Relative Kraft (Maximalkraft/Körpergewicht).
Gleichwohl habe ich dargestellt, dass eine Vergrößerung des Muskelquerschnitts bei der Entwicklung von Schnellkraft behilflich ist. Leuchtet sofort ein, wenn man sich Sprinter ansieht. - Es lohnt sich also auch für einen TT-Spieler im Bereich der Beine Masse aufzubauen, also Hypertrophie-Training zu betreiben.

Mit der IK-Methode (Maximalkraft) trainierst du aufgrund der wenigen Wiederholungen auch dein anaerob-alaktazides System. Und in diesem System bewegen wir uns in der Regel in einem TT-Ballwechsel.

Wie du schon festgestellt hast, bewegen wir uns bei Tabata und anderen hochintensiven Intervallen im laktaziden Bereich. Da sind wir aber im TT-Wettkampf in der Regel nicht. Lohnt sich trotzdem, das auch mal zu trainieren, damit deine Muskulatur lernt auch mit saurem Milieu umzugehen.

Warum möchtest du denn, dass Maximalkrafttraining nur Profis vorbehalten ist? Was ist an einer Kniebeuge oder am Kreuzheben spezifisch? Ich finde allgemeiner geht es kaum. Damit werden sie nämlich im Alltag ständig konfrontiert.
Maximalkrafttraining ist ja für jeden individuell. Manche werden jedes Mal beim Heben eines Bierkastens damit konfrontiert. Oder beim Umzug. Da lohnt es sich das doch zu trainieren!
Du selbst hast in einem anderen Beitrag über Klimmzüge geschrieben, dass die Leute lieber mal Klimmzüge machen sollen, als an einem Latzug-Gerät 60 kg zu bewegen. Finde ich super! Ist aber vielleicht auch schon in ihrem Maximalkraftbereich und sie schaffen es nur 1-3x. Lassen wir sie von mir aus ruhig Klimmzüge machen und ihre Maximalkraft trainieren!

Klar kann man Fehler machen. Klar, fängt man nicht gleich mit der maximalen Belastung an. Aber die richtige Technik kann man lernen. Die Menschen sollten weniger Angst vor Krafttraining haben. Gerade vor solchen Übungen wie Kniebeuge, Kreuzheben, Klimmzüge - du hast doch selber ein Plädoyer dafür gehalten.

"If you think lifting weight is dangerous, try being weak. Being weak is dangerous."

Geändert von Dragonspin (02.04.2017 um 21:55 Uhr)
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