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Zitat von mithardemb
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Da stellt sich die Frage: Hat das Tischtennis die dümmsten Fans?
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Andersherum wird ein Schuh draus. Weil wir sie eben nicht haben, haben wir so wenig...
Ansonsten = sehr schöner Beitrag!
Zitat:
Zitat von jcd
Warum der Ball krumm fliegt ist auch egal weil man sieht dass er es tut. Ist beim TT gerade im Fernsehen nicht der Fall.
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Analog Tennis: Viele verstehen bis jetzt nicht, warum der Nadal auf Sand (und lange Zeit NUR auf Sand) so gut ist (war). Oder warum er die direkten Vergleiche mit Federer zumeist für sich entschieden hat (bis auf die letzten...

) Die sehen die Ballwechsel eben nur von hinten. Selten bis nie von der Seite. Und deshalb sehen sie nicht, wie der Ball reagiert, nachdem er sich erstmal im Sand eingebuddelt hat.
Das mit dem Event-Charakter ist gut benannt. Hinzu kommen die zumeist fehlenden ausgelebten (und eben nicht nur dargestellten) Emotionen während eines Matches. Borg vs. McEnroe oder Borg vs. Connors waren nur deshalb so faszinierend, weil es auf einer Seite "ne Drecksau" gab. Zumindest aber einer, der aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht hat. Bsp.:
https://www.youtube.com/watch?v=e38U3Oa3s5s Bei der Zeitlupe des zweiten Ballwechsels bekomme ich noch immer 'ne Gänsehaut. Und wenn man sich die Zuschauer ansieht, weiß man, was die sehen wollen, um ebenfalls abzugehen.
Und nun guck' Dir die heutigen TT-Spieler an. Antrainierte Emotionen, die zwar taktisch sinnvoll sein können, aber einfach nicht authentisch sind. Wenn beste Bälle gespielt werden, stehen sie da, als hätten sie Mecker von Papa bekommen. Wenn sie aber 'nen Fehler begehen, regen sie sich auf. Selbst ich als TT-Spieler hab' keinen Bock, mir so etwas anzusehen. Im TT gibt's einfach keine richtigen Typen (mehr). Woher soll die Motivation kommen, so etwas zu übertragen? Woher? Wer stellt sich hin und guckt sich das an, weil er es toll findet?
Hinzu kommt noch die taktische Komponente. Es gibt 'ne Menge TT-Spieler, die mit ihren 1.300 TTR-Punkten nicht verstehen, warum sie eigentlich 500 Punkte weniger haben als der oder der. Rein technisch sind sie tatsächlich nicht unbedingt bedeutend schlechter. Rein taktisch aber sind sie 'ne Vollkatastrophe. Und merken das noch nicht einmal. Und wenn von außen 'ne Auszeit genommen wird, lehnen sie die auch noch ab. Getreu dem Motto: Nee, nee, ich hab' alles unter Kontrolle...

Selbst TT-Spieler erkennen nicht die taktischen maßgeblichen Dinge. Erkennen nicht den kollosalen Unterschied zwischen einem halblangen und langen Aufschlag. Oder einem Return, der nur reingezittert oder aber clever platziert wird. Viele Aktive verstehen das nicht. Wie sollen das Externe verstehen?
TT ist eine im Detail durchaus komplizierte Angelegenheit. Lassen wir es dabei und erwarten nicht, dass der mainstream das versteht und auch noch toll findet, was die Aktiven zu einem großen Teil selbst nicht verstehen.
Guckt Euch doch nur mal die Materialthreads durch. Da werden Beläge und Hölzer schlechtgeredet, weil die Leute damit nicht klarkommen. Kaum einer von denen hinterfragt mal seine eigene Technik. Nö, kommt der Ball nicht, ist der Belag schuld. Beispiel: Tibhar Evolution EL-S. Anfänglich DER Hit, wenn es um einen Top Spin auf Unterschnitt ging. Genau. Da kam jeder. Mit der Zeit aber kamen diese Bälle nicht (mehr). Schlussfolgerung: Der Belag ist NUN DOCH scheiße! Dass das damit etwas zu tun haben könnte, dass man im Training mit lockerem Händchen durchaus den einen oder anderen Ball mehr trifft, im Wettbewerb aber, wenn der Schläger bei 9:9 im 5. gefühlt 10 Kg wiegt, genau diesen Ball eben nicht trifft, darauf kommt keiner. Kommt der Ball = Belag gut, kommt er nicht = Belag schlecht. Wieviele gucken nach'm Fehler ihren Schläger an? Dass vielleicht 'ne beschissene Beinarbeit für den Fehler gesorgt haben könnte, das kommt eher nicht in Frage.
TT-Spieler sind ein komisches Volk. Ich muss es wissen; ich bin Teil dieses Volks. Warum soll der mainstream sich für diese komische Sportart, betrieben von einem komischen Volk, begeistern? Wäre J. M. Saive 20 Jahre jünger und 4 Klassen besser und im Idealfall noch Deutscher, DANN gäbe es 'ne Chance. Ist aber nicht so...! Mit so einem Dimitri kannste nix gewinnen. Guckt nach jedem Fehler nach unten, verliert in einem olympischen 1/4-Finale vs. 'nen verletzten Opa und selbst 4 Jahre zuvor hat's eigentlich auch niemanden interessiert. Zumindest keinen Externen. Die Bronzemedaille wurde vom gemeinen Volk so zur Kenntnis genommen, als hätte einer beim Ringen die Trostrunde gewonnen. Warum ist das so? Vielleicht deshalb, weil selbst die TT-Internen bei Silber für die Damen meinen, dass sie nicht für Chinesinnen klatschen. Und zwar dieselben Leute, die durchgedreht sind vor Freude, als Miroslav das 2:0 vs. Brasilien geschossen hat. Und über Mesut gepöbelt haben, als der das 8:0 verpasst hat und deshalb das 7:1 zu verantworten hatte.
Die Leute wollen unterhalten werden. Der Unterhaltung wegen. Es gibt kaum etwas Langweiligeres, als ein ungeschnittenes TT-Spiel zweier Angreifer. Es sei denn, Boll war dabei. Damals, als er noch einigermaßen gleichwertig war. Nun aber ist er einfach zu langsam geworden. Tut manchmal beim Zusehen weh, wenn er gegen einen Flore verliert. Was würde ein Ma Long mit Flore machen? 3 x 1! Na vielleicht auch 2. 3 traue ich ihm schon nicht mehr zu. Mitte der 2000er, da hätte Boll zuschlagen müssen. Hat er aber nicht.
Schade!
Ich weiß, gibt Gründe dafür. Die sind nur leider scheißegal. Manchmal geht's halt nur darum, ob einer zuschlägt!
Ich weiß, viiiiiel zu langer Beitrag. Ein Bretti-Gedächtnisbeitrag. Egal, wollte mich mal ausscheißen...