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Alt 14.04.2017, 09:21
Noppenzar Noppenzar ist offline
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Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: Sprengstoffanschlag auf BVB-Mannschaftsbus (Borussia Dortmund)

@ Matousek

Eine EU in der Art, wie wir sie zur Zeit haben "funktioniert" aber nur dann vernünftig, wenn überall annähernd die gleichen Lebensbedingungen herrschen.

Niemanden bringt der Aderlass an "Braincapital" in Osteuropa weiter. Bei uns schadet die Zuwanderung den Arbeitnehmern, im Osten verhindert sie einen eigenen Aufbau.

Die gesamte Wirtschaft stützt sich dort doch mittlerweile auf Dependancen des Westens.

Ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland wie Opel macht Bochum zu und behält Gleiwitz?

Das Lippstädter Familienunternehmen Hella expandiert um 250 Arbeitsplätze, aber in Litauen.

So in der Art gibt es hunderte Beispiele und das kann nicht das Ziel einer "Gemeinschaft" sein.

Jointventures mit China sehe ich kritisch. Oft endet das einfach in Technologiediebstahl. Dort werden schon extrem hohe Einfuhrzölle auf unsere Autos erhoben. Ein Luxuswagen hat dort in etwa den doppelten Preis im Vergleich zu hier.

Nichtsdestotrotz werden die Wagen gekauft.

Zu Hartz:

Das Problem sind eigentlich nur zwei Punkte. Ein lebenslanger Einzahler in die Systeme wird dem größten Faulpelz gleichgestellt.

Dazu das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.

Beim Ersten kann man korrigieren, beim Zweiten reicht eigentlich ein equal pay Gesetz und die allgemeinverbindliche Erklärung sämtlicher Tarifverträge.

Das würde auch dem rumänischen LKW-Fahrer helfen, der mit Tricks und Zicken für 500 Euro im Monat durch Deutschland kurvt.

Die EU muss, da wo sie einzelnen Staaten schadet, meiner Meinung nach wieder zwei Schritte zurück gehen bis sie einen voraus macht.

Und so schlecht war es unter Kohl auch zum Schluss nicht. Hier wird vieles falsch dargestellt.

Ich beziehe das jetzt ausschließlich auf Westdeutschland.

Dass er für die Wiedervereinigung den Euro nehmen musste und dazu Gorbatschow ein paar Millionen Russen abnahm, das ist der Preis für die Einheit, der immer totgeschwiegen wird.

Dazu war die größte Belastung beim Aufbau Ost zwischen 1990 und 1995.

Subventionen, Steuerverluste durch Sonderabschreibungen, dazu das fatale Tauschverhältnis Ostmark zu DM.

Langfristig seht klug, denn der Osten steht heute toll da. Es sind die blühenden Landschaften.

Wer das nicht sehen will sollte sich mal die, unter gleichen Voraussetzungen gestarteten, anderen Osteuropäer anschauen.

Und nochmal zu Hartz:

Für eine Familie ist das nicht so wenig. Die kommt, mit zwei Kindern, gut auf über 2.000 Netto zuzüglich diverser Vergünstigungen wie GEZ, Schulbücher etc.

Problematisch ist es für Singles und Paare. Dass ein Partnerschaft in einer Bedarfsgeneinschaft den anderen zu versorgen hat, gleichzeitig aber nicht in eine bessere Steuerklasse kommt ist ein Unding.

Man lernt jemanden kennen, das Mädel zieht bei einem ein und der Staat guckt in die Finanzen des Nichtempfängers?


Dieser soll sie dann versorgen, aber schön nach Grubdtabelle weiterversteuern?

Das alles, dazu die unkontrollierte Zuwanderung führte in den letzten Jahren in Deutschland leider bei vielen zu erhöhter Frustration.

Auf allen Seiten.

Und man sollte immer Bedenken:

Unser Land war auch schon zu Zeiten der EG und DM Exportweltmeister. Selbst eine Aufwertung um 30% würde daran nichts ändern.

Wer einen Porsche, BMW oder Mercedes kauft oder deutsche Präzisionsmaschinen und -Werkzeuge, der kauft nicht über den Preis.

Dieses Rennen könnten wir nie gewinnen, weil wir jetzt schon teuer sind.

Man sieht es ja im Tischtennis. Die Produkte von ESN oder Japan werden gekauft, auch im Ausland.

Und bei vergleichbarer Qualität, sprich DHS National, sind die Chinesen dann auch nicht mehr billiger.

Nur so funktioniert es. Und wo China Subventionen reinpumpt, wie Stahl oder Solar, da müssen halt Strafzölle her. Man muss auch bedenken, dass in China langsam die Arbeiter aufbegehren und sich die Löhne in den letzten Jahren auch schon mehr als verdreifacht haben.

Dort wird es nicht billiger werden.

Man sollte also nicht in Panik verfallen nur aus Angst vor der Globalisierung.

Und wenn etwas Soziales reformiert wird und BMW nach Steuern nur noch 3% Rendite erwirtschaftet, dann ist das volkswirtschaftlich absolut in Ordnung.

Frau Klatten mag sich dann ärgern, dass sie nur noch 200 Mio im Jahr verdient und nicht mehr 1 Mrd, aber das dürfte sie verkraften.

Auch große Privatunternehmer könnten sicherlich damit leben statt 10 nur noch 2 Mio zu verdienen.

Einzig die überbordende Gier heutzutage steht dem im Weg.

Geändert von Hansi Blocker (15.04.2017 um 07:17 Uhr)
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