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AW: Roßkopf für Spielzeit-Begrenzung im Tischtennis, Preuß für Netzerhöhung um 2-3 cm
Meiner Meinung nach hätte man die ganze Diskussion bereits auf Seite 1 wieder beenden können. Um nämlich auf einer gemeinsamen Basis aufbauend diskutieren zu können, müsste man erts mal definieren, was die Probleme sind und was man erreichen will. Und da hat die ITTF und ihre Funktionäre ganz andere Vorstellungen als die gemeine TT-Gemeinde. Erstere wollen aus dem System möglichst viel Geld herauspressen, wobei Tischtennis sich hierfür denkbar ungeiegnet zeigt. Und wir wollen unseren tollen Sport ausüben, schöne Spiele sehen und gemeinsam Spass in der Halle haben. Die Schnittmenge wird von den Funktionären mit den ganzen Regel- und Modiänderungen aber konsequent verkleinert, und hinzu kommt, dass die Herren sich einen Scheissdreck (sorry für diese Ausdrucksweise) um die Meinung an der Basis geschweigen denn um das, was hier geschrieben wird, kümmern.
Aus meiner Sicht hat das Problem im "Profibereich" nur zu einem ganz kleinen Teil was mit dem Mitgliederschwund an der Basis zu tun. Die ganzen Änderungen haben im wesentlichen nur dem Profibereich geschadet. Der Imageschaden ist enorm und sollte nicht unterschätzt werden. Fragt mich ein Laie nach Tischtennis, dann ist das erste was ich erzähle, dass die meisten Profis die grössten Betrüger auf Gottes Erden sind. Neben normalem Doping gibt es bei uns extremes Materialdoping, die meisten Profis machen absichtlich regelwidrige Aufschläge, ... und das alles wird duch die ITTF gedeckt.
Dies ist unter anderem auch ein Grund warum wir nicht mehr zu EMs, WMs oder Bundesligaspielen fahren. Hinzu kommt, dass die Austragungsmodi mittlerweile so auf kurz und "Pseudospannung" getrimmt sind, dass es sich überhaupt nicht mehr lohnt sich so etwas live vor Ort anzuschauen. Für mich ist das Profitischtennis tot (gemacht worden)!
Am Wochenende habe ich mir ein Play-Off Spiel der Schweizerischen Liga angeschaut. Das entspricht zwar nur dem Niveau der 2. oder 3. BuLi, aber das habe ich quasi direkt vor der Haustüre, und ich sehe 6-10 Spiele anstatt 3-5 mit längeren Ballwechseln von Spielern, gegen die ich zum Teil noch selber spiele bzw. gepsielt habe. Dass da nur 20-30 Leute zuschauten ist zwar schade, ist mir aber mehr oder weniger egal, da ich wegen der Spiele komme und nicht wegen der anderen Zuschauer. Vor 15-20 Jahren habe ich noch gesagt, dass ich mir sichelrich nicht ein 2. oder 3.-klassiges Spiel hier anschaue, wenn ich richtig geiles Tischtennis in Ochsenhausen (Biberach) oder in Frickenhausen mit bis zu 2000 oder mehr Zuschauern sehen kann.
Auf der anderen Seite läuft es bei uns im Verein bestens. Wir konnten über die letzten 10-15 Jahre unsere Mitgliederzahl verdoppeln und das über alle Altergruppen hinweg und insbesondere auch bei den Damen. Die Hallen sind bei uns meist voll. Das liegt aber nur daran wie der Verein geführt wird und was geboten wird. Über Schulsportkurse usw. haben wir auch immer genügend Anfänger im Jugendtraining. Bei denen ist es aber wirklich das Problem sie längerfristig fürs Tischtennis begeisten und an den Verein binden zu können. Die meisten springen nach ein bis zwei Jahren wieder ab. Die verliert man dann an andere Trendsportarten oder was weiss ich. Da ist das Alternativangebot in den Grossstädten einfach zu gross. Das hat aber nichts damit zu tun, ob Tischtennis im Fernsehen läuft oder nicht. Bei uns hat sich das Ganze inzwischen einfach sehr auf den lokalen Bereich und das selber spielen reduziert.
Wenn es die Funktionäre aber schaffen, selbst den engagiertesten Leuten im Verein den Spass am Sport zu vermiesen, dann wird die Basis ziemlich schnell noch vollends den Bach runter gehen.
Geändert von JanMove (24.04.2017 um 10:46 Uhr)
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