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Alt 14.05.2017, 19:12
D. Bahr D. Bahr ist offline
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D. Bahr trifft öfters den Nagel auf den Kopf (Renommeepunkte mindestens +100)
AW: Soulspin-Hölzer

Hi Leute,
habe ca. 10 Tage zwei Roots 6-Hölzer testen können und habe dazu etwas aufgeschrieben.

Eines vorab: Der Service und die "Betreuung" von soulspin waren einzigartig, ganz großes Lob :-)

Die zwei Hölzer wurden wie folgt geliefert:
Holz 1: Roots 6 - Furnieraufbau Fichte 1,0/Ayous 0,8/Basalt/ Kiri 2,4 - konkaver Griff aus Wenge, asymmetrisch ("Schiffsschraube") - Blatt H 155/ B 152, Dicke 6,1 mm - Gewicht (mit P 12 auf VH) 137 gr.
Holz 2: Roots 6 - Furnier s.o. - gerader Griff, Wenge kräftig - Blatt H 155/ B 151 (?), Dicke 6,1 mm - Gewicht (mit P 12 VH) 139 gr.

Die Verarbeitung ist sehr gut mit fein abgerundeten Kanten, die Griffe sind etwas rauh. Der konkave Griff liegt zunächst sehr gut in der Hand, der gerade gefällt mir überhaupt nicht.
Die Gewichtsverteilung ist wegen der aufgeklebten Beläge nicht überprüfbar, im laufenden Spiel wirkten beide Schläger insgesamt ausgewogen.

Mein derzeitiges Spielholz ist das Nittaku Acoustic mit VH Evo FX-S und RH Ten 25, beide in 1,9.
Spielsystem: VH-lastig mit weichem An- und Nachziehen, platzierten TS und Preßblocks, die RH wird eingesetzt für Block und Konter, Flips (gegen Aufschlag) und Schlagspin´s, wenn der Ball hoch steht. Gegen aggressive Spieler gerne Abwehr aus der HD.

Holz 1: RH belegt mit Ten 25 1,9 - Holz 2: RH belegt mit Evo FX-S 1,9.
Testdauer: Drei TE von jeweils ca. drei Stunden, neben mir haben weitere vier Kameraden mehr oder weniger intensiv die Schläger gespielt (TTR zwischen ca. 1000 und 1780).

Der Dotztest (VH-Seite: P 12) ergab einen relativ hohen Ballabsprung und einen sehr hellen, fast gläsernen Klang. Auf Holz 2 erschien mir der Absprung etwas höher. Der Anschlag ist eher weich, dabei aber sehr "besonders" (ich kann es nicht anders beschreiben), komplett anders, als alle Hölzer, die ich bisher gespielt habe...

Beim Einkontern wurde eine ziemliche Grundschnelligkeit beider Roots-Hölzer spürbar, verbunden mit einer sehr hohen Kontrolle, guter Platzierungsgenauigkeit und gut beherrschbarem Katapult. Die Vibrationen waren eher gering. Das Tempo erschien mir im Vergleich zum Acoustic höher, das mag am P 12 gelegen haben.

Aufschlag/Rückschlag waren gut, spinnig und variabel spielbar, die Schnittanfälligkeit des P 12 ist etwa gleich der des FX-S, der Ten 25 ist spürbar geringer schnittanfällig.
Block-, Schupf- und Konterbälle waren weitgehend "einfach" zu spielen, ich vermute wegen der sehr ausgeglichenen Spieleigenschaften in Bezug auf Kontrolle und Katapult.
RH-Flips gelangen mir mit meiner Kombi besser als mit dem Roots 6; obwohl ich versuchte den Handgelenkseinsatz anzupassen, gingen viele Bälle in´s Gemüsebeet...
TS auf US und TS-TS-Duelle sind sehr gut spielbar, obwohl die Bälle mit der Kombi Roots 6/ P 12 länger gerieten als mit dem FX-S.
Schlagspins und harte Endschläge waren problematisch zu spielen, weil die Dynamik des Holzes sich seltsamerweise nicht linear entwickelt, darunter litt insbesondere die Platzierungsgenauigkeit.
Die Abwehr aus der HD war unserer Ansicht nach eine Stärke des Roots 6.

Fazit: Insgesamt ein sehr gutes Holz mit überwiegend sehr hohen Kontrollwerten. Für meine Technik und mein Spielempfinden ist das Acoustic das bessere Holz, das auch in der Tempoentwicklung besser zu steuern ist.
An das sehr besondere Anschlaggefühl und den "gläsernen" Klang muß man sich gewöhnen. Der konkave Griff liegt zunächst gut in der Hand, nach einigen Stunden ist mir der konkave "large" meines Acoustic lieber. Die Griffschalen aus Wenge gefallen mir persönlich überhaupt nicht, weil diese nach einiger Zeit rutschig werden. Aber für solche Wünsche hat soulspin verschiedene Griffschalen im Angebot.
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