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AW: Oberliga BaWü
Ein Chinese ist die neue Nummer eins
Tischtennis-Oberligist ESV Weil verstärkt sich in der nächsten Saison mit dem 32-jährigen Xia Bing / Erstmals mit sieben Akteuren
Von unserem Redakteur Jochen Dippel
TISCHTENNIS. Lange haben die Verantwortlichen des Tischtennis-Oberligisten ESV Weil an ihrem sportlichen Coup gebastelt, doch die Mühen scheinen sich gelohnt zu haben. Offenbar ist dem Vorjahresvierten auf der Spitzenposition eine spektakuläre Verpflichtung geglückt. Die neue Nummer eins kommt aus China und heißt Xia Bing.
Der 32-Jährige, der schon in den nächsten Tagen erstmals überhaupt vom Reich der Mitte nach Deutschland wechselt, wird hauptamtlich als Angestellter des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) im Tischtennis-Internat Heidelberg tätig sein und sich mithin um die Jugendförderung kümmern. "Ich hoffe, dass es dadurch nicht zu Überschneidungen mit unseren Spielterminen kommt", sagt ESV-Sportwart Serge Spiess, der den Transfer wesentlich mit eingefädelt hat. "Ich habe auf einem Turnier von diesem Wechsel gehört und daraufhin natürlich sofort lange Ohren bekommen."
Konkrete Aussagen über die Spielstärke des Chinesen gibt es allerdings (noch) nicht. "Das ist sicher ein gewisses Risiko", glaubt Spiess, fügt jedoch augenzwinkernd hinzu: "Aber wir sind sicher, dass er einen guten Ball spielen kann." Dafür gibt es gute Gründe: Immerhin soll Xia Bing dem deutschen Nationalkader um die Herren Boll, Rosskopf und Co. bei der Olympiavorbereitung auf Athen als Spielpartner dienen. Schon Ende nächster Woche wird der chinesische Routinier mit ins Trainingslager ziehen. "Wenn er für diese Topleute Sparringspartner ist, kann er so schlecht nicht sein", ist sich Spiess sicher.
Da das Männerteam des ESV Weil ansonsten komplett zusammen geblieben ist, wird sie in der nächsten Saison anstatt sechs zum ersten Mal sieben Akteure aufbieten. So rückt der Kroate Denis Karlovic, bislang der Topmann des Sextetts, hinter Xia Bing von Position eins auf zwei, während Norbert Mnich von zwei auf drei rutscht. Dahinter spielen der Schweizer Marc Altermatt an Nummer vier, der kroatische Spielertrainer Alen Kovac an fünf sowie Markus Mayer und Jürgen Eise auf der Schlussposition.
"Damit haben wir in der Saison 2004/2005 die stärkste Männermannschaft, die der ESV Weil jemals besessen hat", urteilt Serge Spiess. Dennoch sieht er sein Team nicht als Meisterschaftsfavorit in der Oberliga Baden-Württemberg, "der spielstärksten Oberliga in Deutschland". So holte die DJK SB Stuttgart Rade Markovic vom Erstbundesliga-Absteiger TTC Karlsruhe/Offenburg. Und TTF Rastatt sicherte sich ebenfalls die Dienste eines Chinesen. Als Saisonziel peilt der ESV Weil indes, so Spiess, "einen Platz unter den ersten Drei" an. Um gewappnet zu sein, werden sich Teile des Männer- und des Frauen-Teams wieder gemeinsam auf die Saison vorbereiten - von Ende Juli an neun Tage lang erneut in der kroatischen Stadt Porec.
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