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Zitat von Snape
Beweisen kann ich es natürlich nicht, doch die Vermutung liegt nahe, dass sie genau so wirkt, wie sie sollte. Mehr dazu unten.
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Interpretation. Unterstellung.
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Zitat von Snape
Eine, in der es diejenigen trifft, die eh schon wenig haben und die für die hohen Gehälter und Gewinne in der Firmenführung sorgen?
Wie ich bereits schrieb: Die lobbygesteuerten Regierungen schaffen es hervorragend, dass immer auf diejenigen eingeprügelt wird, die unten sind, idR unter einem selbst, nie auf die für deren Lage Verantwortlichen in den Entscheidungsebenen.
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Nein, eine, in der es diejenigen trifft, die für niemandes Gehälter sorgen. Im Rahmen meines Studiums hatte ich damals gelernt, dass ein durchschnittlicher (!) Erwerbstätigenhaushalt in den 90er Jahren gerade einmal 100 DM mehr hatte als ein durchschnittlicher Arbeitslosenhaushalt. Heutzutage hat ein durchschnittlicher Erwerbstätigenhaushalt rund € 3.300 netto. Der Unterschied zum durchschnittlichen Arbeitslosenhaushalt dürfte weitaus größer sein, als früher. Habe keine statistischen Zahlen hierzu gefunden, aber wer weiß, was man alles bei Hartz IV bekommt, kann das hochrechnen. Wie wollte man das früher den Nachtschichtlern am Fließband oder den Bauarbeitern, etc. erklären? Auch eine Art von sozialer Ungerechtigkeit. Und ganz klar: Bei dieser Agenda ging es nur und ganz aussschließlich um die untersten Schichten. Eben um diejenigen, die vom Sozialstaat zu großzügig unterstützt wurden und die daher überhaupt keinen Anreiz hatten, sich einen Job zu suchen. Gerade vor dem Hintergrund der Wiedervereinigung und den damit verbundenen Kosten ein finanzieller Aufwand, der einfach auch so nicht zu stemmen war.
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Zitat von Snape
Natürlich. Sie ist ja selbst nicht betroffen und gehört zur gleichen Kaste wie Schröder.
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Wenn Du Dir die Gesetze anschaust, die in den letzten 12 Jahren unter Merkel auf den Weg gebracht wurden, wirst Du feststellen, dass sie auch für die unteren "Kasten" was getan hat.
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Zitat von Snape
Wieso mit Recht? Übrigens geht die Schere auch oben deutlich auf. Der Faktor zwischen höchstem und niedrigstem Lohn in einer mittelständischen Firma oder Konzern ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Und egal, ob es an gesunkenen Niedriglöhnen oder gestiegenen Topgehältern liegt, beides ist nicht in Ordnung.
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Nach oben interessiert nur im Rahmen der Umverteilung. Wenn es einige Spitzenverdiener schaffen, ihre Gehälter noch weiter nach oben zu treiben, hat das volkswirtschaftlich noch nicht den großen Einfluss. In einem mittelständischen Unternehmen ist die Welt in der Regel auch noch in Ordnung. Da wird oftmals fair entloht. Man hält sich in der Regel an Tarifverträge. Im Konzern ist das krasser, da wird am oberen Ende hart verhandelt, um die besten Manager zu bekommen. Und am unteren Ende wird rigoros eingespart.
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Zitat von Snape
OK, rechnen wir mal kurz, was beim Mindestlohn übrig bleibt:
8,50 Eur x 40 Stunden x 4 Wochen = 1360. Abzüglich Steuern abzüglich Wohnung etc., was H4 ermäßigt oder komplett erstattet wird. Sieht mir nicht danach aus, dass deutlich mehr Geld für die Mindestlöhner übrig bleibt.
Weiterhin darf man nicht vergessen, dass in gewissen Branchen nicht mal der Mindestlohn gezahlt wird, weil sich die Arbeiter nicht wehren (können/trauen).
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Offiziell rechnet man mit 21,75 Tagen pro Monat. Also: 8,5 x 8 x 21,75 = € 1.479 Brutto. Das ist das untere Ende (naja, nicht ganz, ist schon klar). Der Hartz IV- Regelsatz beträgt € 409,00. Da wir beim Arbeitnehmer auch vom Worst Case- Szenario ausgehen (ja, ich weiß, es gibt auch welche, die unter allgemeinem Mindestlohn bezahlt werden), müssen wir auch beim Harzler ebenfalls vom Worst Case ausgehen. Also keine Schwangerschaft, kein Zuschlag für junge Leute, etc. Bleibt noch der Zuschlag für eine angemessene Wohnung inkl. Heizkosten und so. Bei einem Single im Ruhrgebiet vielleicht maximal 600 EUR. In München wäre es mehr. Wenn wir von diesen 600 EUR ausgehen, wäre das beim Hartzler pro Monat netto 1009 EUR. Beim alleinstehenden Arbeitnehmer mit Mindestlohn wären es netto 1098,12 (in NRW), also auch gerade einmal 90 EUR höher. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass der Arbeitnehmer durch Bildung von Wohngemeinschaften oder durch freiwillige weitere Einschränkung seiner Wohnsituation mehr Geld in der Tasche hat. Beim Hartzler bleiben es immer € 409. Der zweite Hartzler in der Wohnung bekommt schon wieder weniger.
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Zitat von Snape
Wenn man gewollt hätte. Will man aber offenbar nicht. Cui bono?
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Cui bono?
Sag doch mal...