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AW: Tuttle Beijing IV
Der Tuttle Beijing IV (rot, 2,2mm) ist nun einmal für ca. 2 Stunden getestet. Die leichte Klebrigkeit (man kann einen Ball kurz anheben) besteht noch, das ist schonmal gut. Sie ist auch nicht so ausgeprägt, dass sie beim Spiel merklich bremsen würde. Trotzdem ist der Belag ganz schön langsam. Der CTT Nat. Hero ist schon recht langsam. Der Beijing IV ist nochmal ein Stück langsamer und somit im Topspin nicht sonderlich überraschend. Leider macht er das auch nicht durch überragende Spinentwicklung wett, so dass er in der Summe etwas harmlos daherkommt.
Allerdings ist er tatsächlich super kontrollierbar, er verzeiht so einiges an fehlender Winkelstellung des Blattes. Insofern ist der passive Hinhalteblock eine Paradedisziplin vom Beijing IV. Die Schnittentwicklung beim AS oder Schupf ist OK, leicht überdurchschnittlich würde ich sagen, aber nicht wirklich giftig. Durch das weiche, relativ elastische OG entwickelt der Belag einen gewissen Katapulteffekt, der größer ist als beim CTT NH, was allerdings auch nicht schwer ist. Ist mir bei der AS-Annahme und dem Schupfspiel aufgefallen. Da kann man aber auch viel flippen statt zu schupfen, ich glaube das ist etwas, was man mit dem Beijing IV ausbauen kann, wenn man daran arbeiten möchte.
Natürlich ist 2,2mm eine Hausnummer, die sich im Gewicht bemerkbar macht. Die 50g machen bei mir ungefähr +5g im Vergleich zu meinen sonstigen Belägen aus, die mir merklich missfallen. Die VH wurde dadurch zwar druckvoller, aber so richtig gewöhnen konnte ich mich an das Ganze bisher nicht so.
Man kann damit sauber, spinnig und sicher eröffnen, allerdings ist das auch eine relativ sichere Geschichte für den Gegner, weil so langsam. Wenn man eine gute Platzierung dem Tempo vorzieht, ist man mit dem Beijing IV gut beraten, man kann damit den Ball ganz großartig im Spiel halten und verteilen durchaus auch mit endlosen RH-Topspins. Blocken und Kontern sind ebenfalls eine sichere Sache und somit taugt der Belag durchaus für das Spielsystem, den Ball im Spiel zu halten und auf Fehler des Gegners zu warten, zumindest auf der RH. Es spricht ja nichts dagegen, mit RH vorzubereiten und dann mit der VH abzuschließen. Definitiv ein Belag für die sichere Eröffnung, also eine Option für Spieler, die Schwierigkeiten haben, auf der RH aus dem Schupfspiel rauszukommen, die sich also zu leicht im Schupfspiel festnageln lassen. Ich könnte mir denken, dass der Beijing IV auch mit unsauberer oder relativ individueller Technik gut zur Eröffnung taugt. Und in dem Bereich, ich würde mal sagen, so 1500 oder weniger, reicht meist auch schon ein langsamerer Eröffnungstopspin mit der RH, insbesondere wenn er gut platziert ist.
Aus der Halbdistanz macht der Ball durch das geringere Tempo und guten Spin ordentlich Bogen, was manchem Gegner recht unangenehm werden kann, aber man wird bestimmt auch auf Spieler treffen, die solche Tops einfach abschießen.
In der Summe ist der Beijing IV nur im passiven Spiel am Tisch und der Spieleröffnung dem CTT N. Hero etwas überlegen, in allen anderen Bereichen finde ich den Hero besser. Und wer einen eher langsameren Topspinbelag für alle Lagen auf der RH sucht, ist mit dem KTL oder LKT XP pro oder XT pro auch besser dran. Die sind beide viel leichter, weicher und - zumindest für RH-Topspins - unfassbar fehlerverzeihend.
Es bestätigt sich also das Bild, dass der Beijing IV nirgendwo wirklich Spitze ist, aber ich halte ihn für einen guten Belag für schwächere Spieler, die mit der RH durch sichere Eröffnung dem Schupfspiel entkommen wollen, den Ball gut im Spiel halten wollen und ihre Punkte eher durch gute Platzierungen also durch Tempo machen.
Gruß
Bow
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