Zitat:
Zitat von Armendariz
Jetzt wagst du dich aber auf ein Terrain, wo du dich offensichtlich gar nicht auskennst. Und das riechen so Leute wie Danielson
Ich find's interessant, hier deine Positionen zu Politik und Gesellschaft zu lesen. Sehr bereichernd, auch wenn ich in vielen Punkten deine Ansichten nicht teile.
Kurz zum Inhalt: Die Erziehungswissenschaft funktioniert nun mal nicht so, dass Herr Noppenzar am Ende den Unterricht so serviert bekommt, wie er ihn gerne hätte.
Wir haben eine demokratische Grundordnung, die vorschreibt, dass jedes Kind Recht auf individuelle Förderung hat. Ziel des Unterrichts ist es, nicht nur 10% der Klasse auf ein maximales Niveau zu bringen, sondern möglichst viele auf das, das der Lehrplan vorschreibt.
Seit Jahren ist die Bildungspolitik jetzt im Zeitalter der Kompetenzorientierung. Natürlich hat Frontalunterricht an den Schulen seinen Zweck - aber immer im Rahmen eines planvollen Unterrichts, in Verbindung mit den anderen Sozialformen. Gerade was Kompetenzen angeht, kommt man NUR mit Frontalunterricht eben nicht weit.
Unwissen mit politischen Thesen zu verknüpfen passt irgendwie nicht zu dem Anspruch, den du sonst vermittelst.
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Ich habe da im Leben andere Erfahrungen gemacht. Sicherlich gibt es auch, wichtige (!, andere Formen der Erziehung, aber meiner Meinubg vernachlässigen gerade diese "alternativen" Unterrichtsformen beide Ränder, oben und unten, extrem.
Schwächere Schüler gehören für mich individuell gefördert, und zwar mit ZEIT und ENGAGEMENT im Nachmittagsunterricht.
Dafür muss man aber das Personal aufstocken. Auch nützen meiner Meinung nach stundenlange Hausaufgaben diesen Schülern nicht. Es ist alles auf den Durchschnitt ausgerichtet.
Dazu kommt:
Im echten Berufsleben (Wirtschaft) wird in der Regel nicht viel rumdiskutiert.
Großunternehmen und Mittelständler, als auch öffentliche Einrichtungen wie Bundeswehr, Ämter und Verwaltungen sind hierarchisch organisiert. Sprich am Ende entscheidet und verantwortet (!) der Chef. Vorschläge werden gerne gehört, aber am Ende wird da nicht stundenlang alles ausdiskutiert.
Im Handwerk ist es auch so. Chef zeigt, Lehrling macht nach.
Selbst in der Familue braucht ein Kind eine klare Linie. Ihre nicht von körperlicher Gewalt aber von einer Form von Kosequenz im Handeln.
Zum Schluss möchte ich noch die beiden Lehrer beschreiben, die mich im positiven und negativen am meisten geprägt haben.
Negativ:
So ein "Alternativer". Ich War 12 Jahre und in dem Jahr gab es im familiären Umfeld massivst Probleme, so dass mich Schule eher gar nicht interessierte. Mitschüler und Lehrer wussten davon. Betreffende Lehrer nahm mich 6 Wochen vor den Zeugnissen zur Seite und schwallerte mich voll, wenn ich jetzt Gas gebe und mich reinhänge bekomme ich die bessere Note. Damals glaubte ich das, gab Vollgas schrieb den Test 2 und machte jede Stunde voll mit und wusste auch alles.
Im Zeugnis stand dann die fünf. Ich war unfassbar Sauer, ging zu dem Lehrer und bekam als Begründung :"Damit du im zweiten Halbjahr motiviert bist."
"Motiviert" war ich dann in allem, nur nicht in der Schule hatte im Endzeugnis fünf Fünfen und zwei Sechsen und dieser Lehrer "empfahl" meinen Eltern den Abgang zur Hauptschule.
Meine Eltern wandten sich dann an einen anderen Lehrer, Typ "Streng" und älter, sozusagen ein Pädagoge vom alten Schlag
Dieser Lehrer sagte als erstes offen meinen Eltern, dass Ich es als einziges "Arbeiterkind" in der Klasse bei vielen Kollegen aus dem Kollegium von vornherein schwer habe. Als erstes, und da bin ich heute dankbar, schickte er mich zu einem spezialisierten Schulpsychologen. Es wurde ein IQ Test gemacht, wo ein Wert zwischen 130 und 140 rauskam. Gleichzeitig beeinflussten mich der Lehrer und Psychologe immer positiv. Sie nahmen das Negative komplett raus und brachten mich auf die Schiene gerade bei Schwierigkeiten nicht bockig zu werden, sondern aktiv zu sein.
Im Endeffekt kam dann ein hervorragendes Abitur bei Rum und von diesem Pädagogen habe ich einiges mitgenommen. Auch im Umgang mit meinen Mitarbeitern und Kunden.
Soviel mal zur Schule und Pädagogen.
Und daher resultiert auch meine Meinung, und es war persönlich betrachtet, immer so, dass ganz viele der "ersten" Schiene eher die Gurmenschenfraktion darstellten (die erkenne ich im Leben heute 100m gegen den Wind, man sagt auch dazu "falsche fuffziger" oder "Blender", die Menschen, wo Ich aber tatsächlich etwas mitnahm waren aber zu meist eher konservativ, die zwar forderten, bei Problemen aber auch voll hinter einem standen.
Vielleicht rührt daher erstmal meine Abneigung gegen eher linke Positionen. Ich weiß es nicht.
Meine Lebenserfahrung hat mir aber gezeigt, dass Praktiker mit einem realen Weltbild weit mehr zustande bringen als Idealisten, die viel erzählen alles machen "wollen" aber im Endeffekt nichts erreichen oder das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigen.
@Peter:
Was soll ich darauf eingehen? Das einzige, wo mich eine Meinung interessiert ist mein privates Umfeld oder bei diversen Geschäftspartnern. Hier im Forum tauscht man die Meinung aus, bei manchem User nehme ich auch etwas positives mit (z. B. Cycromer oder auch von dir) und da kann man auch mal geteilter Meinung sein (so würde ich mit dir das Thema "Material" gar nicht mehr diskutieren, wir kommen da sowieso nicht zusammen, nichtsdestotrotz bekommst du von mir meinem Respekt für klare Äußerungen, die ganz gewiss nicht immer mit meiner Meinung korrelieren müssen.
Ich bin in meiner TT-Karriere so oft aufgrund meines Schlägers massiv angegangen und beleidigt worden, dass es mich einfach nicht mehr juckt. Mit meinem Material musst du fast schon ein Soziopath sein, wenn du in Ruhe spielen willst. Für mich zählte da halt ausschließlich der bestmögliche Erfolg und der Rest war mir egal.
Das heisst aber nicht,, dass ich in anderen Bereichen mit diesen Menschen nicht zurecht kommen könnte. Ich hatte sogar mal einem grünen Stadtrat im Verein, mit dem ich super konnte. Das Thema Politik haben wir nie gehabt. Er kannte meine Position, ich seine. Hat mich auch nicht daran gehindert ihm regelmäßig ne Noppe fertig zu machen.
Man muss immer unterscheiden zwischen sachlich und persönlich. Wir können uns im Spiel streiten wie die Kesselflicker, du wirst danach von mir, wenn man sich die Hand gegeben hat, nicht ein böses Wort mehr hören. Bekommst sogar noch ein Bier.
Viele Menschen können das leider nicht.