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Alt 24.05.2017, 14:36
Danielson Danielson ist offline
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Danielson ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Danielson ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Danielson ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: DER Thread für politisch Interessierte

@Noppenzar

In Deinen letzten Beiträgen urteilst Du durchaus differenziert über Lehrer. Und Du begründest auch Deine Urteile. Das ist so in Ordnung! Wenn Du aber anfängst mit General-Injurien (allgemeinen Schmähungen) über Lehrer oder Lehrerkinder zu urteilen, musst Du damit rechnen, dass einer wie ich, der sehr viel Zeit in seinen Beruf investiert, Dir mit General-Injurien hier auch antwortet.

Einem Großteil Deiner Thesen stimme ich sogar zu. Sogenannte (vielmehr selbsternannte) Bildungsexperten wie Richard David Precht oder Gerald Hüther polemisieren regelmäßig gegen den Frontalunterricht und glauben das Heil der Kinder liege im Projektunterricht, in dem sich die Heranwachsenden in Gruppen vieles selbst erarbeiten und der Lehrer nur noch eine Art Moderator ist.

Die große Vergleichsstudie des Neuseeländers John Hattie hat vor Jahren wissenschaftlich fundiert dokumentiert, dass sich ein guter Lehrer nicht in eine Moderatoren-Rolle zurückziehen darf, sondern dass er klare Aufgaben-Instruktionen im Unterricht formulieren muss und regelmäßig überprüfen sollte, was seine Schüler "im Einzelnen" können bzw. was sie in seinem Unterricht überhaupt gelernt haben. Darüber hinaus sollte er sich in seine Schüler hineinversetzen können, gute Beziehungen zu ihnen haben. Wenn die Kinder dem Lehrer nicht vertrauen, lernen sie auch nichts bei ihm.

In jeder Studie zur deutschen Bildungspolitik wird ebenso dokumentiert, dass es Arbeiterkindern in Deutschland im Vergleich zu Kindern in anderen Nationen relativ selten gelingt, einen akademischen Abschluss zu erlangen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Aber Lehrer tragen dafür zweifellos eine Mitverantwortung. Auch dazu gibt es Studien, die belegen, dass bei gleichem Leistungsvermögen Lehrer mehr Skrupel haben, einem Akademikerkind eine schlechte Note zu geben als einem Arbeiterkind.

Falsch ist aber Deine Behauptung, dass rechtskonservative Lehrer weniger nach Schichtzugehörigkeit selektieren würden als politisch links-gesinnte Pädagogen. Die Selektierer unter meinen Kollegen setzen ihr Kreuz bei der CDU. Diese sagen: "Wir dürfen hier nicht jeden durchkommen lassen." Jemand mit dem Namen Emir Mustapic geben sie demzufolge mit höherer Wahrscheinlichkeit eine 5 als der Klara Müller, deren Eltern es sich leisten können, ihre Tochter dreimal in der Woche in einen Nachhilfe-Unterricht zu schicken.

Geändert von Danielson (24.05.2017 um 15:13 Uhr)