Zitat:
Zitat von Abwehrtitan
Grundsätzlich finde ich Deine Haltung an manchen Stellen sehr adäquat, deckt sich bei verkürzter Betrachtung mitunter. mit der Meinen.
Hier, in deinem ersten Satz, liegst du aber brutal daneben, und ich hoffe das ist nur short story geschuldet.
Weshalb sich der Marshallplan und nicht der Morgenthauplan durchgesetzt hat ist recht einfach, man hoffte D über Jahrzehnte die extremen Ausgaben für den SWW so wieder abknöpfen zu können, im Übrigen ist dieser Plan gut aufgegangen. was wir - zu Recht - an Reparationen geleistet haben ist schwindelerregend, also den angerichtenen Schäden und Grauen angemessen. Auch wenn D nicht alleine für den SWW verantwortlich zu machen ist, mittlerweile sehen das auch ausreichend ausländische Historiker so, so hat doch AD den Hauptteil der Verantwortung zu zugesprochen bekommen - wie ich finde völlig zurecht. Auch wenn AD viele politisch interessante Wege ging, vor allem innenpolitisch (in der Außenpolitisch kann man wohl nicht grandioser danebenlangen), so hat er hat doch Ideen verfolgt für die man ihn zurecht an jedes Kreuz der Welt nageln kann.
Nicht der Gedanke der Montanunion und irgendein deutscher Politiker hat D zum Industriestaat gemacht sondern schlicht die Siegermächte indem sie Marshall zustimmten und seine Pläne umsetzten. Man hat uns wieder mitspielen lassen im Sandkasten, wenn wir die Märkte dieser Erde als Sandkasten betrachten wollen. Ohne diese "Wohlwollen" wären wir heute nichts gemessen an dem was wir nun sind. Wir durften unsere Schulden zahlen und einen netten Teil für uns behalten. Nicht besondere, deutsche Tüchtigkeit ist also Grund für unser heute irre hohes Wohlstandsniveau (obwohl man sich diese besondere Tüchtigkeit zunutze machte) sondern die Schläue eines Generals der diese Tüchtigkeit auf den Schlachtfeldern erkannt hat und sah das man das wenigstens zur teilweisen Wiedergutmachung nutzen kann. Die Völker dieser Erde sollten Marshall Denkmäler setzen. D zuvorderst, alle anderen denen wir heute helfen ebenso. Dieses Wissen, diese Wahrheit muss bleiben, daran müssen wir uns immer erinnern.
https://www.amazon.de/Morgenthau-Leg.../dp/3930908077
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Alles soweit korrekt, aber ohne grundlegende Eigenschaften der deutschen Bevölkerung (die Japaner sind uns da sehr ähnlich, wäre das so schnell nicht möglich gewesen.
Dass das Ganze im Moment in eine andere Richtung schlägt liegt auch an der Politik.
Hier ist es aber auch von der EU mal an der Zeit den Menschen zu erklären, dass ein angepeilter identischer Lebensstandard in der EU nicht bedeutet, dass alle auf das deutsche Niveau kommen, sondern dass sich die Staaten irgendwann in der Mitte treffen.
Sprich unser Gewinn löst sich durch Transfergelder in Luft auf.
Wenn die Bevölkerung dies nicht möchte, dann muss sie entsprechend wählen. Jedem muss auch klar sein:
Ohne die Freizügigkeit wäre viel mehr Produktion noch vor Ort.
Politisch könnte man auch sagen, dass man hier für den Frieden in Europa zahlt.
Gäbe es eine EU mit Benelux, Deutschland, Skandinavien und Frankreich, dazu noch Österreich und sie Schweiz, dann hätte man östlich der Oder bishin nach Russland eine Gewaltige Zone der Armut..
Es muss einem aber ebenfalls klar sein, dass wir dann mehr hätten.
So ähnlich ist es in den USA ja auch mit Méxiko.
Die Mexikaner haben von den Massen an Billigjobs extrem profitiert, ohne die USA und Nafta würde der Staat in völliger Armut versinken.
Gleichzeitig aber verloren Millionen Amerikaner ihre Existenz.
Solche Unverhältnismäßigkeiten gibt es überall auf der Welt.
Das fängt im kleinen im Kindergarten an, wenn der Stärkste Junge jedes Spielzeug zuerst benutzt und endet in bilateralen "Beziehungen", wo der Stärkere den Schwachen dominiert. Früher mit Waffengewalt, heute weniger.